Bildungsfreistellung nutzen.

5 Tage bezahlt freistellen lassen.

Das Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz ermöglicht eine Freistellung von bis zu fünf Tagen im Jahr, für Auszubildende bis zu drei Tagen im Jahr, ohne Minderung von Entgelt oder Urlaub. Weitere Infos ergeben ich aus anhängendem Flugblatt. Bei Fragen gern an das Büro der IG Metall wenden.

7. Juli 2022 | Urlaub muss ständige dienstliche Erreichbarkeit unterbrechen

Urlaub ist keine „Rufbereitschaft“, sondern zur Erholung !

Immer wieder wird uns bekannt und erreichen uns Nachfragen, dass durch ununterbrochene technische Erreichbarkeit – auch im Urlaub – ein gewünschter Erholungseffekt gar nicht eintritt. Moderne Medien und Kommunikationsgeräte und die immer weiter – auch weltweit zunehmende – Vernetzung sind technische Ursachen einer ständig steigenden individuellen Erreichbarkeit. Vielen fällt es da schwer, sich dieser Flut von Informationen oder dem Bereithalten für mögliche Kontaktaufnahmen zu entziehen.

Aus Arbeitsrecht und Rechtsprechung ergibt sich eindeutig, dass das Recht auf Freizeit und ungestörten Urlaub besteht. Für den Beschäftigten kann kein Nachteil entstehen, wenn die dienstlichen Geräte im Urlaub ausgeschalten und möglichst auch im Betrieb bleiben. Beschäftigte müssen auch von der Arbeit loslassen können, um sich zu regenerieren. Das gilt täglich zum Feierabend aber erst recht im Urlaub. Habe ich weder Handy, Smartphon noch Laptop am Urlaubsort dabei, entsteht erst gar nicht die Gefahr des Nutzens dieser Geräte. Auch besteht keine Verpflichtung des Beschäftigten, einen Kontakt am Urlaubsort im Betrieb zu hinterlegen.

Die IG Metall wünscht allen Beschäftigten und ihren Familien erholsame und nicht durch dienstliche Zusammenhänge gestörte Urlaubstage.

20. Juni 2022 | Betriebsräte-Empfang in Walldorf

Herzlichen Glückwunsch allen Gewählten

Nach Abschluss der alle vier Jahre zwischen März und Mai stattfindenden turnusmäßigen Betriebsratswahlen lud die IG Metall Suhl-Sonneberg am 20. Juni zum Emfpang nach Walldorf ein. Nach einem statistischen Überblick durch Thomas Steinhäuser, 1. Bevollmächtigter, skizzierte Uwe Laubach, 2. Bevollmächtigter, Herausforderungen und aktuelle Trends für die Betriebsratsarbeit und die Wirtschaft in der Region.

Wegen krankheitsbedingter Verhinderung der Thüringer Arbeitsministerin, Heike Werner, sprach Malte Krückels, Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei, als Vertreter der Landesregierung ein Grußwort an die gewählten Betriebsratsmitglieder. Er wies darauf hin, dass betriebliche Mitbestimmung weiter ausgebaut werden müsse, auch, um Fachkräfte nach Thüringen anzuwerben. Durch Altersabgänge würden in den kommenden Jahren tausende Arbeitsplätze in Thüringen neu zu besetzen sein.

3. Mai 2022 | Betriebsratswahl 2022

Julia Hering als neue Betriebsrätin gewählt

Da die IG Metall Suhl-Sonneberg in einer Kooperation eng mit der IG Metall Eisenach zusammen arbeitet, wählen sich seit einiger Zeit die Beschäftigten einen gemeinsamen Betriebsrat. So auch in diesem Frühjahr erneut.

In der Wahlversammlung am 11. März 2022 erhielt Julia Hering die meisten Stimmen und wurde damit zur neuen Betriebsrätin gewählt. Julia arbeitet als Verwaltungsangestellte im Büro der IG Metall Eisenach. Sie bringt aus ihrer Zeit vor der Beschäftigung bei der IG Metall auch Erfahrungen als Betriebsratsvorsitzende mit.

Die bisherige langjährige Betriebsrätin, Christel Mahr von der IG Metall Eisenach, stellte sich nicht erneut zur Wahl. Wir danken Christel für die engagierte Betriebsratsarbeit in den letzten Jahren.

25. Februar 2022 | Betriebsratswahlen starten.

1. März bis 31. Mai an den Wahlen beteiligen.

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen in den Betrieben jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. Alle Betriebe mit mehr als fünf Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, eine entsprechende Interessenvertretung zu wählen.

Die IG Metall Suhl-Sonneberg ruft Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, sich an den anstehenden Betriebsratswahlen aktiv zu beteiligen und so für eine starke Interessenvertretung im Betrieb zu sorgen. Die Wahl des Betriebsrats ist die konkreteste Form betrieblicher Demokratie. Alle Beschäftigten, die 16 Jahre alt oder älter sind, können darüber entscheiden, wer die anspruchsvollen Aufgaben in den Betriebsräten für die nächsten vier Jahre bewältigt. Demokratie braucht Beteiligung.

Kontinuierlich unterstützen wir zudem Belegschaften, die bisher keinen Betriebsrat haben, diesen rechtswidrigen Zustand mit unserer Hilfe zu beenden. Da ist uns viel in der Region gelungen. Aber es ist auch noch viel zu tun. Daher rufen wir Beschäftigte in Betrieben, in denen bisher kein Betriebsrat besteht, auf, sich zur Vorbereitung und Durchführung von Betriebsratswahlen gern an uns zu wenden. All diesen Beschäftigten rufen wir zu: Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei.

Januar 2022 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Logistik wieder Inhouse.

Seit Monaten verhandeln Betriebsrat und IG Metall mit dem Management von Marelli Automotive Lighting in Brotterode um die Zukunft des Standortes. Aktuelle Volumenaufträge, die das Werk überwiegend auslasten, laufen in den kommenden Jahren aus. Folgeaufträge sind nicht ausreichend klar und zugesagt. In diesem Zusammenhang fanden mehrere Verhandlungsrunden statt. Die IG Metall rief zu mehreren betrieblichen Aktionen auf, wie am 26. Februar 2021 oder am 8. Oktober 2021 in Brotterode. Mit einer lautstarken Delegation nahmen die Beschäftigten auch am dezentralen bundesweiten Aktionstag am 29. Oktober 2021 in Eisenach teil. In den Überlegungen für die Zukunft kamen alle Strukturen und Kosten auf den Prüfstand. Erste Neuerung war, die Werkslogistik nicht wie bisher durch den Dienstleister BCUBE Brotterode erledigen zu lassen.

Zum 1. Januar 2022 erhielten alle BCUBE-Beschäftigten in Brotterode ein Übernahmeangebot zu Marelli. Dem liegt ein umfangreiches Tarifpaket zugrunde, welches die Tarifbedingungen der ehemaligen BCUBE-Beschäftigten in mehreren Schritten bis 2028 an die Bedingungen bei Marelli anpassen. Im ersten Schritt erhalten die Vollzeitbeschäftigten ehemals BCUBE im März 800 Euro Coronabeihilfe.

19. Januar 2022 | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei KRS in Barchfeld-Immelborn abgeschlossen

v.l.n.r.: Andreas Kästner, Marc Niebergall, Stefanie Saft, Mike Heß, Norman Fritz, André Piechatzek, Frank Ripke

Gemäß Gesetz sind in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte vorgeschrieben. In immer noch vielen Betrieben fehlt der Betriebsrat. Das ändern wir Schritt für Schritt. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitungen. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Ohne den gewählten Betriebsrat gehen viele Chancen der Beschäftigten schlicht verloren

Die KRS Seigert GmbH in Barchfeld-Immelborn produziert Rollen, Kugeln und Nadeln. Bis Ende 2021 gab es seit vielen Jahren keinen Betriebsrat mehr. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Dann wurde die Betriebsratswahl unverzüglich eingeleitet. Am 6. Januar 2022 waren die 267 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 9-köpfigen Betriebsrat zu wählen. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. André Piechatzek, Stefanie Saft, Andreas Kästner, Marc Niebergall, Julia von Czastrau, Norman Fritz, Verena Reum, Mike Heß und Frank Ripke. André Piechatzek wurde zum Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt. Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht, das zu ändern. Dazu können sich Beschäftigte, gern auch vertraulich an uns wenden.

18. Januar 2022 | Betriebsrat ist zwingend vorgeschrieben

50 Jahre erweiterte Mitbestimmung im Betrieb

Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) trat erstmals am 15. Oktober 1952 nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Dabei orientierte sich der Gesetzgeber damals maßgeblich an der vormaligen gesetzlichen Regelung des Betriebsrätegesetzes aus der Weimarer Republik vom 4. Februar 1920. Eines der zentralen Projekte der ersten SPD-geführten Bundesregierung unter Bundeskanzler Willy Brandt war die Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung durch eine grundlegende Novellierung des BetrVG 1972. Am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 18. Januar 1972 trat das neue Gesetz am 19. Januar 1972 – vor inzwischen 50 Jahren – in Kraft.

In Betrieben mit fünf oder mehr Beschäftigten ist ein Betriebsrat zu wählen. Das wurde vom ersten Bundestag nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1952 als Muss-Vorschrift normiert und gilt bis heute. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass es Belegschaften geben würde, die diese Möglichkeit der Einflussnahme auf die betrieblichen Arbeitsbedingungen nicht nutzen würden. Deswegen sind wir seit Jahren in der Region aktiv, um in bisher betriebsratslosen Betrieben diesen rechtswidrigen Zustand zu ändern. Ein Betriebsrat gehört zur Grundausstattung eines jeden Betriebes wie das Firmenschild oder ein Stromanschluss. Beschäftigte aus Betrieben, in denen bisher kein Betriebsrat besteht, können sich gern an uns wenden, um das zu ändern. Gern auch vertraulich. Wir sind Experten in Sachen Betriebsratswahlen und unterstützen hier gern. Mitunter begegnet uns Angst von Beschäftigten, Betriebsratswahlen einzuleiten. Dafür besteht kein Grund. Gerade aktuell verfolgt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine Verschärfung von gesetzlichen Konsequenzen für Akteure, die Betriebsratswahlen behindern wollen. Das ist längst überfällig und ausdrücklich zu begrüßen.

8. Oktober 2021 | Wir lassen uns nicht das Licht ausknipsen

Aktionstag bei Marelli AL in Brotterode

IG Metall, Betriebsrat und Belegschaft kämpfen um den Standort von Marelli Automotive Lighting in Brotterode. Etwa 750 Beschäftigte produzieren insbesondere Hauptscheinwerfer für verschiedene Automobilhersteller. Sowohl für das Werk in Brotterode wie auch das Schwesterwerk in Reutlingen ist die mittelfristige Zukunft unklar. Volumenaufträge in Brotterode laufen in den kommenden zwei bis drei Jahren aus. Neuaufträge sind bisher keine in Sicht.

Nach monatelangen, bisher ergebnislosen Verhandlungen mit dem Arbeitgeber haben sich die Fakten nicht geändert. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, führte die IG Metall Suhl-Sonneberg am 8. Oktober einen betrieblichen Aktionstag durch, um die Beschäftigten und die Öffentlichkeit beim Schichtwechsel zu informieren. Marelli ist die linke und zugleich rechte Herzkammer von Brotterode. Wenn dieser Standort in Frage steht, hätte das für die ganze Region bittere Auswirkungen. Das Management muss sich jetzt zu Brotterode bekennen.

25. Mai 2021 | FZT Kaltennordheim

Schließung zu Ende Mai 2021

Die Fahrzeugteile Kaltennordheim wurde neu gegründet und übernahm den Betrieb Anfang 2020 aus dem Schaeffler-Konzern. Im März 2019 verkündete Schaeffler den Beschäftigten, dass die Produkte und Aufträge bis Mitte 2020 verlagert würden, was zur Schließung des Werkes führen würde. Durch den Verkauf sicherte Schaeffler einerseits zu, das Werk auszulasten und die Verlagerung erst zu April 2021 abzuschließen. Zugleich hinterlegte Schaeffler Abfindungen für den Fall, dass eine Fortführungslösung nach der Verlagerung nicht greifen würde.

Monatelange Bemühungen für eine Fortführungslösung wurden final bitter enttäuscht. Die Eigentümer entschieden die Schließung des Betriebes zu Ende Mai 2021 und setzten diese um. Die einst von Schaeffler treuhänderisch hinterlegten Abfindungen sind zwar bei Verlust des Arbeitsplatzes in Kaltennordheim nach wie vor fällig. Jedoch verlieren alle Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

26. Februar 2021 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Zukunft des Standortes in Gefahr

Etwa 750 Beschäftigte produzieren vor allem Hauptscheinwerfer für Fahrzeuge. Wie lange noch? Die momentanen Volumenaufträge laufen in den kommenden Jahren aus. Jetzt müssen Folgeaufträge vom Management eingesteuert werden, aber es passiert nichts. Das nehmen Betriebsrat, IG Metall und Belegschaft nicht einfach hin. Mit externen Sachverständigen wurde ein eigenes Zukunftkonzept entwickelt und dem Arbeitgeber übergeben.

Nicht nur für Marelli in Brotterode - aber auch - geht es in der aktuellen Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie um Verlässlichkeit für die Zukunft. Betriebliche Aktionen sind jetzt flächendeckend erforderlich. Die IG Metall fordert Sicherheit für die Arbeitsplätze, Zukunftstarifverträge und Entgeltverbesserungen. Zudem ist es endlich an der Zeit, die Tarifangleichung bei Arbeitszeit und Stundenentgelten zu regulieren.

12. Januar 2021 | Neue Angebote für betriebliche Interessenvertretungen

Betriebsräte Akademie Mitte gestartet.

Mit Beginn des neuen Jahres nahm auch die Betriebsräte Akademie Mitte die Arbeit auf. Mit der Gründung dieser Einrichtung durch die IG Metall werden Bildungsangebote für Mitglieder im Betriebsrat, der Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie der Schwerbehindertenvertretung gebündelt.

Anders als bisher erfolgt damit die Ausschreibung, Einladung, Durchführung und Abrechnung der Seminare durch die Akademie selbst. Die Übersicht zu den angebotenen Seminaren ist im Bildungsprogramm zusammen getragen. Das liegt beim Betriebsrat vor oder ist bei der IG Metall oder im Internet erhältlich.
Voraussetzung für die Teilnahme an einem Seminar ist entweder ein ordnungsgemäßer Beschluss des Betriebsrats nach § 37 Abs. 6 BetrVG oder der Schwerbehindertenvertretung gemäß § 179 Abs. 4 SGB IX. Die Anmeldung zum Seminar erfolgt weiterhin über das Büro der IG Metall.

Neben den Wochenseminaren managt die Akademie auch Tagesschulungen für gewählte Personen und auch zukünftig für Mitglieder von Wahlvorständen.

5. Dezember 2020 | Internationaler Tag des Ehrenamtes

IG Metall sprach mit Yvonne Krug

Yvonne Krug, stellv. BR-Vorsitzende bei Marelli AL Brotterode

Am 5. Dezember findet der Internationale Tag des Ehrenamtes statt. Mit diesem Gedenk- und Aktionstag wird ehrenamtliches Engagement anerkannt und gefördert. Der Tag wurde 1985 von den Vereinten Nationen beschlossen und fand 1986 erstmals international statt.

Auch viele Metallerinnen und Metaller engagieren sich ehrenamtlich, beispielsweise in der gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, als ehrenamtliche Richter/innen oder in den Wirtschaftskammern.

Yvonne Krug engagiert sich als ehrenamtliche Richterin sowohl am Arbeitsgericht in Suhl als auch am Sozialgericht in Gotha. Aus Anlass des Internationalen Tages des Ehrenamtes sprachen wir mit ihr über ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

3. Dezember 2020 | Insolvenz für Betrieb in Hildburghausen

Nikolaus-„Geschenk“ des Arbeitgebers bei ETI DE

Die ETI DE GmbH mit Sitz in Kleinkahl ist eine Tochter der weltweit agierenden slowenischen ETI-Gruppe. Im Werk in Hildburghausen werden Sicherungseinsätze, Leitungsschutz- oder FI-Schalter und anderes Material für Elektroinstallationen produziert. Von den insgesamt 55 Beschäftigten der ETI DE arbeiten 47 Beschäftigte in Hildburghausen.

Völlig überraschend teilte der Geschäftsführer jetzt im Werk mit, dass am 19. November 2020 die Insolvenz über das Vermögen der ETI DE am Insolvenzgericht in Aschaffenburg beantragt wurde. Weder Betriebsrat noch Belegschaft wurden im Vorfeld informiert. Auf den ersten Blick spricht nichts für Insolvenz: durchgängig zu tun im Betrieb, keine Kurzarbeit, keine Lohnrückstände. Bei der bisher angenommenen betrieblichen Normalität sind wir von einer drohenden Insolvenz mehr als überrascht. Überraschungen sind in der Vorweihnachtszeit meist mit positiven Erwartungen verbunden. Dass der Geschäftsführer den Beschäftigten der ETI DE jetzt einen Insolvenzantrag sinnbildlich in den Nikolausstiefel steckt, löst Enttäuschung und Sorge aus. Dass der Insolvenzantrag in Aschaffenburg gestellt wurde, obwohl der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit des Betriebes in Hildburghausen ist und damit das Insolvenzgericht Meiningen zuständig wäre, ist zusätzlich unglücklich. Nach Aussage des Geschäftsführers ist der Betrieb auch ins neue Jahr hinein mit Aufträgen ausgelastet. Gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten beginnt jetzt das Ringen um den Erhalt der Arbeitsplätze.

Mit Beschluss des Insolvenzgerichtes Aschaffenburg – Aktenzeichen 613 IN 307/20 – vom 30. November 2020 wurde die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Als vorläufiger Sachwalter wurde Dr. Stephan Laubereau aus Aschaffenburg bestellt.

30. Oktober 2020 | Einstellung des operativen Geschäftsbetriebes

Keine Zukunft für Noblex Eisfeld

Am 1. September 2020 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Markus Schädler aus Würzburg bestellt. Die Noblex GmbH in Eisfeld produziert Zieloptiken,  Lichttechnik, Fernoptiken und Wärmebildtechnik mit etwa 100 Beschäftigten. Zudem gibt es Fertigungsdienstleistungen für Drittkunden mit mechanischer Bearbeitung, Oberflächenveredelung sowie Präzisionsmontage.

Intensiv wurde nach einem Investor gesucht, der den Betrieb übernehmen soll. Das ist leider nur teilweise gelungen. Am 1. November gehen 18 Beschäftigte auf einen neuen Betrieb, die Buchert + Feil GmbH über. Für alle anderen Beschäftigten geht damit der Arbeitsplatz verloren.

16. September 2020 | Standort Suhl beteiligt sich an bundesweitem Aktionstag

Gegen Personalabbau bei Schaeffler

Gegen den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen beim Automobilzulieferer Schaeffler solidarisierten sich alle Belegschaften aller Standorte zum Aktionstag am 16. September. Zwar ist der Standort Suhl bisher nicht betroffen, doch brachten auch hier die Beschäftigten ihren Unmut über geplante Standortschließungen und Personalreduzierungen zum Ausdruck. Für jeden, von Schließung bedrohten Standort zeigte ein Plakat die Anzahl der Arbeitsplätze an, die verloren gehen.

Weitere Informationen können auch dem Flugblatt Schaeffler-Nachrichten entnommen werden.

11. September 2020 | Zum Glück besteht ein Betriebsrat.

Insolvenz bei Noblex Eisfeld eröffnet

Die Noblex GmbH in Eisfeld produziert Zieloptiken,  Lichttechnik, Fernoptiken und Wärmebildtechnik mit etwa 100 Beschäftigten. Zudem gibt es Fertigungsdienstleistungen für Drittkunden mit mechanischer Bearbeitung, Oberflächenveredelung sowie Präzisionsmontage. Ende Juni stellte die Geschäftsleitung beim Insolvenzgericht in Meiningen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Am 1. September  2020 wurde die Eigenverwaltung beendet und das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Markus Schädler aus Würzburg bestellt.

Nach unserer Einschätzung ist das maßgeblich herbei geführt durch Mängel in der Geschäftsführung. Daher begrüßen wir ausdrücklich die Beendigung der sogenannten Eigenverwaltung. Das bedeutet nun, dass die bisherige Geschäftsführung seit 1. September keine Entscheidungsbefugnisse mehr für den Betrieb hat. Das bedeutet aber zugleich auch, dass der Insolvenzverwalter als Arbeitgeber in alle Rechte und Pflichten gegenüber Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall einzutreten hat. Zunächst ist es unter Nutzung von Kurzarbeit gelungen, den Geschäftsbetrieb der Noblex nahtlos fortzuführen.

7. September 2020 | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei SWM in Steinbach-Hallenberg abgeschlossen

v.l.n.r.: Marcus Recknagel, Monika Herzog, Christian Häfner, Diana Teske, Stefan Nagel, Bianca Schultz, Frank Kirsch

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. In immer noch vielen Betrieben fehlt der Betriebsrat. Das ändern wir Schritt für Schritt. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitungen. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Und nicht zuletzt bei der Ausgestaltung von Kurzarbeit im Betrieb oder drohender Personalanpassung ist eine Belegschaft ohne Betriebsrat handlungsunfähig und somit allein von den Entscheidungen des Arbeitgebers abhängig. Damit gehen viele Chancen schlicht verloren.

Die SWM Werkzeugfabrik produziert verschiedene Werkzeuge und arbeitet als Gesenkschmiede. Bis August 2020 gab es keinen Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Dann wurde die Betriebsratswahl unverzüglich eingeleitet. Am 26. August 2020 waren die 138 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 7-köpfigen Betriebsrat zu wählen. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. In den Betriebsrat gewählt wurden Frank Kirsch, Monika Herzog, Marcus Recknagel, Christian Häfner, Stefan Nagel, Diana Teske und Bianca Schultz. Frank Kirsch wurde zum Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt. Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht, das zu ändern.

21. August 2020 | IG Metall informiert zu Betriebsratswahlen

Kein Sozialplan ohne Betriebsrat

Aktuell informiert die IG Metall Suhl-Sonneberg in Südthüringen Beschäftigte in Betrieben ohne Interessenvertretung zur Betriebsratswahl. So beispielsweise

  • bei Paragon auf dem Suhler Friedberg,
  • bei PWG in Sonneberg und
  • bei Mala in Schweina und Wernshausen.

Auch kommende Woche setzen wir diese Aktivitäten in Südthüringen fort. All den Beschäftigten in Betrieben ohne gewählte Interessenvertretung rufen wir zu: Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch jetzt einen! Wir helfen dabei. Wendet euch gern an die IG Metall Suhl-Sonneberg.

29. Mai 2020 | Schließung der Kronacher Werkzeugbau Klug

Kündigungen können weitestgehend vermieden werden

Die Kronacher Werkzeugbau Klug in Neuhaus-Schierschnitz stellt zum 30. Juni 2020 ihre Geschäftstätigkeit ein. Im zur Dr. Schneider Gruppe gehörenden Betrieb wurden bis Ende 2019 mit etwa 130 Beschäftigten 1K- bis 3K-Spritzgussformen und Werkzeuge hergestellt sowie 1K- bis 3K-Kunststoffspritzteile produziert. 

Neben Abfindungen je nach Dauer der Beschäftigung sowie sozialen Gesichtspunkten wie unterhaltspflichtige Kinder oder Schwerbehinderung konnte auch eine sogenannte Transfergesellschaft vereinbart werden. Das ermöglicht den vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten, den Beginn der Arbeitslosigkeit hinaus zu schieben. Zugleich entsteht während dieser Zeit Raum für Qualifizierung und Bewerbungstraining. Die Teilnahme ist freiwillig. Nur, wer das Angebot nicht nutzen möchte, muss mit einer betriebsbedingten Kündigung wegen Wegfall des Arbeitsplatzes rechnen.

18. Mai 2020 | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei FCT Systeme in Rauenstein abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Christian Rüger, Anette Pause, Daniel Kreuch, Stefan Lorenz, Marco Senger

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. In immer noch vielen Betrieben fehlt der Betriebsrat. Das ändern wir Schritt für Schritt. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitungen. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Und nicht zuletzt bei der Ausgestaltung von Kurzarbeit im Betrieb oder drohender Personalanpassung ist eine Belegschaft ohne Betriebsrat handlungsunfähig und somit allein von den Entscheidungen des Arbeitgebers abhängig. Damit gehen viele Chancen schlicht verloren.

Die FCT Systeme GmbH plant Hochtemperatursinteranlagen sowie komplette Fertigungskonzepte zum Sintern. Bis Ende April 2020 gab es keinen Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Dann wurde die Betriebsratswahl unverzüglich eingeleitet. Am 23. April 2020 waren die 64 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 5-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der hohen Wahlbeteiligung von 80 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. In den Betriebsrat gewählt wurden Daniel Kreuch, Stefan Lorenz, Marco Senger, Anette Pause und Christian Rüger. Anette Pause wurde zur Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt. Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht, das zu ändern.

22. April 2020 | Wie kommen Beschäftigte durch die Corona-Krise?

Besser mit Betriebsrat !

Solange kein Betriebsrat besteht, kann der Arbeitgeber das sogenannte Direktionsrecht allein ausüben. Erst einem gewählten Betriebsrat räumt der Gesetzgeber umfangreiche Mitbestimmung ein. Das betrifft aktuell vielfach die Inanspruchnahme und Ausgestaltung von Kurzarbeit. Kurzarbeit dient der Vermeidung von Kündigungen. Sollten jedoch einzelne Betriebe allein mit Kurzarbeit nicht durch die Krise kommen, wären Personalabbau bis hin zu Verkauf oder Schließung des Betriebes für eine Belegschaft ohne Betriebsrat ein unkalkulierbares Risiko. Und dabei spielt es keine Rolle, ob solche Themen Corona-bedingt oder aus anderen Gründen anstehen. Der weit verbreitete Irrglaube, dass es einen Rechtsanspruch auf Abfindung immer geben würde, könnte dann zu Enttäuschungen führen. Nur ein Betriebsrat kann einen sogenannten Sozialplan verhandeln und abschließen. Gibt es keinen Betriebsrat, ist ein Sozialplan unmöglich.

Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei. In allen Betrieben mit mindestens fünf Beschäftigten, von denen drei 18 Jahre oder älter sind und seit sechs Monaten dem Betrieb angehören, finden nach § 1 Betriebsverfassungsgesetz Betriebsratswahlen statt. Das kommt einer gesetzlichen Pflicht für Belegschaften gleich.