28. Februar 2024 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

1.500 Euro IAP plus Transformationsgeld

Wenn die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in diesen Tagen die Monatsabrechnung für Februar 2024 erhalten, können sie sich freuen. Anfang 2023 wurden 1.500 Euro Inflationsausgleichsprämie (IAP) brutto gleich netto ausgezahlt, für Auszubildende 550 Euro. Im Februar 2024 werden weitere 1.500 Euro IAP fällig, für Auszubildende 550 Euro. Mit der zweiten Teilzahlung IAP werden die maximal steuerrechtlich möglichen bis zu 3.000 Euro je Beschäftigten ausgeschöpft. Zudem werden zusätzlich zum laufenden Monatsentgelt mit der Abrechnung für Februar 18,4 Prozent eines durchschnittlichen Monatsentgeltes als Transformationsgeld gezahlt. Für Facharbeiter in der Entgeltgruppe 5 sind das zusätzlich weitere über 600 Euro brutto. Ab Juni 2023 stiegen die Grundentgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,2 Prozent. Und ab Mai 2024 erhöhen sich die Grundentgelte und Ausbildungsvergütungen um weitere 3,3 Prozent.

20. Februar 2024 | holz- und kunststoffverarbeitende Industrie Thüringen

9,5 Prozent mehr Entgelt plus 2.300 Euro IAP

Die Entgelte der rund 20.000 Beschäftigten in 120 Betrieben der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Thüringen steigen ab 1. Oktober 2024 um 5,0 Prozent und ab 1. Mai 2025 um weitere 3,0 Prozent. Ab 1. August 2025 steigen die Entgelte dann um weitere 1,5 Prozent.

Zudem erhalten die Beschäftigten eine Inflationsausgleichsprämie (IAP) in Höhe von 2.300 Euro, Auszubildende erhalten 1.150 Euro. Die steuerfreie Prämie wird in zwei Tranchen zum April und Oktober ausgezahlt. Die IG Metall Mitte und der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern-Thüringen einigten sich auf das Ergebnis am 20. Februar. Die Laufzeit des Tarifvertrags endet am 30. November 2025.

25. Januar 2024 | Tariferhöhung bis zu 17 Prozent im Tischlerhandwerk

Plus 4,68 Prozent mehr ab Januar 2024

Im Tischlerhandwerk Thüringen steigen die Einkommen für Altgesellen in drei Schritten um insgesamt 376 Euro im Monat, was insgesamt 16,62 Prozent bis zum 1. Januar 2024 entspricht. Ab Januar 2022 gab es 2.395 Euro brutto im Monat und damit 14,30 Euro pro Stunde. Das waren 133 Euro im Monat mehr oder ein Plus von 5,6 Prozent. Eine weitere Erhöhung erfolgte zum 1. Januar 2023 um weitere 125 Euro auf dann 2.520 Euro brutto im Monat (15,04 Euro pro Stunde), das entsprach weiteren 5,22 Prozent mehr Geld. Mit dem dritten Schritt steigt das sogenannte Eckentgelt nun ab 1. Januar 2024 um weitere 118 Euro im Monat (plus 4,68 Prozent) auf dann 2.638 Euro brutto monatlich oder 15,75 Euro pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen stiegen schrittweise analog und erhöhen sich dadurch zwischen 94 und 142 Euro. Das entspricht ebenfalls knapp 17 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024. Bereits zuvor hatten die Tarifvertragsparteien langfristige Stufenpläne zur Urlaubsdauer, zum Weihnachtsgeld sowie zu einem zusätzlichen Urlaubsgeld und zur Arbeitszeit vereinbart. Diese beträgt 38,5 Stunden pro Woche.

2. Januar 2024 | Filzfabrik Fulda in Empfertshausen

Plus 130 Euro im Monat plus Inflationsausgleichsprämie

Die Filzfabrik Fulda Werk Empfertshausen ist ein Unternehmen der Wirth Gruppe Fulda. Es werden mit knapp 40 Beschäftigten Filze und technische Textilien hergestellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist gewerkschaftlich organisiert.

Vereinbart wurde die Erhöhung der Grundentgelte um pauschal 130 Euro brutto im Monat ab Januar 2024. Weiter gilt die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in drei Schritten zu je 500 Euro (netto) mit den Abrechnungen für Juni 2023, Oktober 2023 und Juni 2024.

20. Dezember 2022 | Werkö GmbH Gräfinau-Angstedt

5,2 Prozent mehr plus Inflationsausgleichsprämie

Zum 1. Januar 2024 tritt ein kurz vor Weihnachten neu abgeschlossenes Tarifpaket für die kommenden 12 Monate in Kraft. Der neu unterschriebene Haustarifvertrag schreibt die Möglichkeit für Arbeitgeber und Betriebsrat fort, die wöchentliche Arbeitszeit von 38 auf 33 Stunden an vier Tagen pro Woche mit Absenkung der Entgelte bis Ende 2024 zu vereinbaren. Dafür erhalten auch im nächsten Jahr nur die Mitglieder der IG Metall als Bonus eine Erholungsbeihilfe. Zudem können gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bis Ende 2024 nicht betriebsbedingt gekündigt werden. Zusätzlich wird weiter von der Möglichkeit der Inflationsausgleichsprämie Gebrauch gemacht. In 2023 wurden bereits 1.800 Euro pro Vollzeitbeschäftigten ausgezahlt. Weiter erhalten sie von Januar bis August einen monatlichen Nettobetrag in Höhe von 150 Euro zusätzlich zum Tarifentgelt. Auszubildende erhalten monatlich 75 Euro netto zusätzlich zur Ausbildungsvergütung. Ab September 2024 erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,2 Prozent.

Die Werkö GmbH produziert und handelt Werkzeuge für die Metallverarbeitung. Der Betrieb un Gräfinau-Angstedt hat etwa 55 Beschäftigte.

15. Dezember 2023 | Weinert Fiber Optics Neuhaus-Schierschnitz

Mehr Geld nur für Gewerkschaftsmitglieder

Ein neu abgeschlossener Sondertarifvertrag sieht vor, dass nur Mitglieder der IG Metall im kommenden Jahr eine Sonderzuwendung erhalten. Alle anderen Beschäftigten profitieren davon nicht. Das ist auch dem Grunde nach klar. Generell gelten Tarifverträge rechtlich immer nur für Beschäftigte, die als Gewerkschaftsmitglieder persönlich tarifgebunden sind. In vielen Betrieben gewähren Arbeitgeber Tarifstandards für Alle, ohne Prüfung einer Gewerkschaftsmitgliedschaft. Ansprüche bestehen für nicht gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte aber ausdrücklich nicht. Mit der nun vereinbarten Regelung der Abwicklung über einen Treuhänder, müssen wir dem Arbeitgeber auch nicht offenbaren, wer in den Genuss der Leistung kommt und wer nicht.

Die Sonderzahlung wird als Erholungsbeihilfe im Zusammenhang mit Urlaubsabgeltung im kommenden Jahr gewährt. Dazu zahlt der Arbeitgeber eine pauschale Summe an einen Treuhänder, der die Auszahlung an die Gewerkschaftsmitglieder dann vornimmt. Auf eine Erholungsbeihilfe fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an und sie wird pauschal versteuert.

21. November 2023 | Grüner Produktions GmbH Hildburghausen

Erstmals Tarifbindung vereinbart

Die Mehrzahl der etwa 230 Beschäftigten in der Grüner Produktions GmbH in Hildburghausen forderten als Mitglieder der IG Metall den Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auf. Grüner ist ein Inhaber-geführter Familien-Betrieb aus Baden-Württemberg. In Hildburghausen betreibt der Automobilzulieferer eine eigenständige Produktionsstätte. Jetzt gelang erstmals der Abschluss von Haustarifverträgen, die zum 1. November 2023 in Kraft treten.

Konkret wurde die Einführung eines neuen Entgeltsystems analog des Entgeltrahmenabkommens ERA für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen vereinbart. Alle Arbeitsplätze wurden neu tarifkonform und damit objektiv und transparent eingruppiert. Parallel wird eine betriebliche Entgelttabelle eingeführt mit einem Eckentgelt von 16,91 Euro brutto je Stunde für Facharbeiten. Die Ausbildungsvergütungen werden an den Flächentarifvertrag angeglichen und erhöhen sich damit überproportional. Für viele Beschäftigte erhöht sich ab 1. November 2023 die neue tarifliche Grundvergütung um bis zu 200 Euro brutto pro Monat. Für alle Beschäftigten in Vollzeit wird mit der Abrechnung für November 2023 eine Inflationsausgleichsprämie von 500 Euro netto gewährt. Alle Tariferhöhungen der Metall- und Elektroindustrie Thüringen werden ab sofort in gleicher Höhe übernommen. Für Tätigkeiten im Drei- und Vier-Schicht-System erfolgt kein Entgeltabzug für Pausen. Mitglieder der betrieblichen Tarifkommission werden nun bezahlt freigestellt. Ab diesem Jahr ist jeweils mit der Abrechnung für November eine Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) in Höhe von 50 Prozent einer durchschnittlichen Bruttomonatsvergütung fällig, wenn die Betriebszugehörigkeit mindestens 12 Monate beträgt. Ab 2024 wird mit der Abrechnung für Juli jeweils eine Erholungsbeihilfe fällig. Die Laufzeit der Tarifverträge ist bis Ende 2026 vereinbart.

7. November 2023 | Merkel / Haenel Suhl

Plus 5,2 Prozent mehr Entgelt ab November

Die Beschäftigten der Merkel Unternehmensgruppe in Suhl und die IG Metall Suhl-Sonneberg schlossen im Frühjahr mit dem Arbeitgeber Tarifverträge für die Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen und C.G. Haenel in Suhl ab. Die etwa 120 Beschäftigten der beiden Suhler Betriebe produzieren hochwertige Jagd- und Sportwaffen. Zusätzlich beliefert die Unternehmensgruppe auch Aufträge für Behörden.

Konkret wurde vereinbart, dass es mit der Abrechnung für April 2023 eine Inflationsausgleichsprämie für Vollzeitbeschäftigte von 1.500 Euro (netto) gab, für Auszubildende 750 Euro. Eine weitere Zahlung in gleicher Höhe ist für April 2024 vereinbart. Damit werden die bis zu 3.000 Euro Inflationsausgleichsprämie komplett ausgeschöpft. Darüber hinaus erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um insgesamt 8,5 Prozent in zwei Schritten. Zunächst erhöht sich die Tariftabelle um 5,2 Prozent ab November 2023 und dann um weitere 3,3 Prozent ab November 2024. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2025 für 24 Monate.

30. Oktober 2023 | Textilindustrie Ost

Dreimal mehr Geld und weniger Arbeitszeit

Entgeltsteigerungen um insgesamt 5,6 Prozent in zwei Schritten. Ab Oktober 2022 mit plus 4,1 Prozent der erste Schritt. In einer zweiten Stufe erhöhen sich die Tariftabellen ab 1. Oktober 2023 um weitere 1,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhten sich bereits zum 1. August 2023. Die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) steigt von bisher 60 Prozent einer Monatsvergütung ab 2023 auf 75 Prozent einer Monatsvergütung. Weiter erhöhte sich das zusätzliche Urlaubsgeld von bisher 690 Euro brutto auf 720 Euro brutto ab 2023. Unverändert werden die Bestimmungen zur Altersteilzeit fortgeführt. Die Laufzeit beträgt bis zum 30. April 2024.

Parallel zu den Entgeltbestimmungen ist ja die Reduzierung der Wochenarbeitszeit vereinbart und in der Umsetzung. Um jeweils eine weitere halbe Stunde sinkt die tarifvertraglich geschuldete Wochenarbeitszeit ab 1. Januar 2023 auf 38,5 Wochenstunden, ab 1. Januar 2024 auf 38 Wochenstunden, ab 1. Januar 2026 auf 37,5 Wochenstunden und ab 1. Januar 2027 dauerhaft auf final 37 Wochenstunden jeweils mit vollem Lohnausgleich.

6. Oktober 2023 | Holz und Kunststoff 2023/2024

Tarifforderung beschlossen

Die Beschäftigten der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie wollen 8,5 Prozent mehr Geld und eine soziale Komponente, zum Beispiel in Form einer Inflationsausgleichsprämie – das und regionale Ergänzungen haben die Tarifkommissionen der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie beschlossen. 

Aktuell arbeiten bundesweit 220.000 Beschäftigte bei Möbel-, Platten-, Fertighaus-, Caravan-Herstellern, Automobilzulieferer und weiteren Branchen. Nach den Beschlüssen in den IG Metall-Bezirken wird die Bestätigung der Tarifforderungen des IG Metall-Vorstands am 22. Oktober erwartet. Die erste regionale Tarifverhandlung findet Ende November bis Anfang Dezember statt.

29. August 2023 | KRS SEIGERT GmbH in Barchfeld-Immelborn

Erstmals Tarifbindung vereinbart

Für die knapp 250 Beschäftigten der KRS SEIGERT GmbH in Barchfeld-Immelborn vereinbarte die IG Metall Suhl-Sonneberg mit dem Arbeitgeber erstmals vier Haustarifverträge, die zum 1. September 2023 in Kraft treten.

Konkret wurde die Einführung eines neuen Entgeltsystems analog des Entgeltrahmenabkommens ERA für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen vereinbart. Alle Arbeitsplätze wurden neu tarifkonform und damit objektiv und transparent eingruppiert. Parallel wird eine betriebliche Entgelttabelle eingeführt mit einem Eckentgelt von 15,56 Euro brutto je Stunde für Facharbeiten. Die Ausbildungsvergütungen werden an das Eckentgelt angekoppelt und erhöhen sich damit überproportional. Für viele Beschäftigte erhöht sich ab 1. September 2023 die neue tarifliche Grundvergütung um bis zu 150 Euro brutto pro Monat. Für alle Beschäftigten in Vollzeit wird mit der Abrechnung für Oktober 2023 eine Inflationsausgleichsprämie von 1.250 Euro netto gewährt, für Auszubildende 625 Euro. Mit der Abrechnung für Oktober 2024 erfolgt die Auszahlung einer zweiten Inflationsausgleichsprämie von 1.250 Euro netto, für Auszubildende 625 Euro. Schließlich wird ab 1. April 2024 die tarifliche Wochenarbeitszeit von aktuell 39 auf dann 38 Stunden mit vollem Lohnausgleich abgesenkt. Eine kurze Laufzeit nur für die Tariftabelle ist bis Ende März 2024 vereinbart.

11. Juli 2023 | Weinert Fiber Optics Neuhaus-Schierschnitz

Übernahme des Tarifabschlusses der Metallindustrie

Die LEONI Fiber Optics GmbH in Sonneberg wurde 2022 von in der Weinert-Gruppe gekauft.  Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die bestehenden Haus-Tarifverträge auf die umfirmierte WEINERT Fiber Optics GmbH zu übertragen.

Mit zwei Verhandlungsergebnissen vom 7. Juli 2023 erhöhten sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab Juni 2023 um 5,2 Prozent und werden ab Mai 2024 um weitere 3,3 Prozent erhöht. Weiterhin wurden 27,5 Prozent einer Monatsvergütung als Einmalzahlung vereinbart, welche in sechs zusätzlich freie Tage gewandelt werden können. Das zusätzliche Urlaubsgeld in Höhe von 30 Prozent und die Sonderzahlung in Höhe von 25 Prozent (Weihnachtsgeld) eines Bruttomonatsverdienstes sind ebenfalls abgesichert.

Eine monatliche Leistungszulage von 5 Prozent im betrieblichen Durchschnitt ist ebenfalls fester Bestandteil des Tarifvertrages. Von der vereinbarten Inflationsausgleichsprämie in Höhe von insgesamt 3000 Euro wird die zweite Hälfte Anfang 2024 gezahlt. Der Tarifvertrag läuft bis 31. Dezember 2023.

28. Juni 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

95 Prozent Zustimmung zum Tarifergebnis

Voraussetzung für den Abschluss eines Sozialtarifvertrages ist die Zustimmung der IG Metall-Mitglieder im Betrieb. Nach Präsentation der Inhalte und Klärung mehrerer Nachfragen stimmten deutlich über 95 Prozent der Mitglieder dem Abschluss eines Sozialtarifvertrages in der Versammlung amk 28. Juni zu.

Konkret sollen zur Abmilderung von Nachteilen, die durch die Werkschließung entstehen, gemäß Sozialtarifvertrag gewährt werden:

-        Abfindung für unbefristet Beschäftigte von 1,5 Bruttomonatsentgelten einschließlich halber Sonderzahlung und zusätzlichem Urlaubsgeld pro begonnenem Beschäftigungsjahr; Stichtag Zeitpunkt des Ausscheidens; maximal jedoch 220.000 Euro

-        Zusätzlich 10.000 Euro pauschal Grundabfindung für unbefristet Beschäftigte

-        Zusätzlich 3.500 Euro Abfindungszuschlag je unterhaltspflichtiges Kind

-        Zusätzlich 5.000 Euro Abfindungszuschlag bei Schwerbehinderung oder Gleichstellung

-        5.000 Euro Einmalabfindung für befristet Beschäftigte und Auszubildende

-        5.000 Euro Einmalabfindung für langjährig eingesetzte Leiharbeitnehmer/innen

-        Transfergesellschaft für 12 Monate mit Aufzahlung auf 85 Prozent Netto-Vergütung

-        Zusätzlicher Bonus für Mitglieder der IG Metall von 2.500 Euro; auch für Altersteilzeitbeschäftigte in der Arbeitsphase und Auszubildende

Zusätzlich wurden vereinbart:

-        Auszahlung der tariflichen 1.500 Euro (netto) Inflationsausgleichsprämie nicht erst im Februar 2024, sondern vorgezogen mit der Abrechnung für Juli 2023

-        Rückwirkend ab 1. Juni 2023 pro vollem Tag Anwesenheit im Betrieb zusätzlich zum laufenden Tarifentgelt 30 Euro brutto Prämie; auch für Leiharbeitnehmer/innen

15. Juni 2023 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

5,2 Prozent mehr Entgelt ab Juni 2023

Gemäß Tarifabschluss vom 23. November 2022 erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in der Metall- und Elektroindustrie ab 1. Juni 2023 um 5,2 Prozent. Damit liegt der Stundenlohn für Facharbeiten einschließlich einer durchschnittlichen tariflichen Leistungszulage bei 20,14 Euro brutto. Die Ausbildungsvergütung für neue Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr beträgt in diesem Jahr 1.059 Euro brutto im Monat.  Eine erste Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.500 Euro wurde bereits Anfang des Jahres ausgezahlt, an Auszubildende 550 Euro. Anfang 2024 wird eine weitere Inflationsausgleichsprämie in Höhe von nochmal 1.500 Euro ausgezahlt, für Auszubildende 550 Euro. Und ab Mai 2024 steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen dann um weitere 3,3 Prozent. Die Laufzeit ist bis 30. September 2024 vereinbart.

7. Juni 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Durchbruch in sechster Verhandlung

An der drohenden Schließung des Werkes von Marelli Automotive Lighting in Brotterode zum 31. März 2024 hält der Arbeitgeber unverändert fest. Zur Abmilderung der sozialen Folgen des Verlustes hunderter Arbeitsplätze finden Tarifverhandlungen zum Abschluss eines Sozialtarifvertrages statt. In den ersten fünf Verhandlungen seit März konnte trotz intensiver Warnstreiks keine Einigung erzielt werden. Nach Vorbereitung einer Urabstimmung fand am 7. Juni 2023 die sechste Verhandlung zur Vermeidung eines unbefristeten Arbeitskampfes statt.

Quasi in letzter Minute gelang eine Verständigung mit dem Arbeitgeber. Auf insgesamt sechs Seiten sind sehr konkret Eckpunkte für eine Gesamtlösung niedergeschrieben. Darin sind Struktur und Zusammensetzung von Abfindungen, die Einrichtung einer Transfergesellschaft, flankierende Maßnahmen für die noch geplante Ausproduktion, Entschädigungen für Leiharbeitsbeschäftigte und ein Sonderbonus für Mitglieder der IG Metall geregelt. In den nächsten Tagen textieren wir gemeinsam mit dem Arbeitgeber die Tarifverträge final. Zudem stehen noch Gespräche mit der Agentur für Arbeit und anderen Beteiligten an. Zugleich nutzen wir die nächsten Tage, um diese Eckpunkte mit unseren Gewerkschaftsmitgliedern zu kommunizieren und abzustimmen.

5. Juni 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Urabstimmung von IG Metall-Vorstand genehmigt

In der Auseinandersetzung um die drohende Schließung des Werkes von Marelli Automotive Lighting in Brotterode ist für den 7. Juni 2023 die sechste Verhandlung für einen Sozialtarifvertrag mit den Arbeitgebern vereinbart. Sollte es auch dort zu keiner Einigung kommen, werden Urabstimmung und unbefristeter Streik immer wahrscheinlicher.

Unser Antrag an den Vorstand der IG Metall auf Durchführung einer Urabstimmung wurde heute genehmigt. Sollte auch die sechste Tarifverhandlung am 7. Juni ohne Tarifergebnis enden, zwingen uns die Arbeitgeber in eine nächste Stufe der Auseinandersetzung. Wir sind vorbereitet.

1. Juni 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Kein Ergebnis in fünfter Verhandlung

In der Auseinandersetzung um die drohende Schließung des Werkes von Marelli Automotive Lighting in Brotterode fand am 31. Mai 2023 die fünfte Verhandlung für einen Sozialtarifvertrag statt. Von 17 Uhr bis kurz vor Mitternacht liefen die Gespräche, ohne Ergebnis am Ende.

Mit dem gestrigen, sehr erfolgreichen 24-Stunden-Warnstreik konnten wir den Druck auf die Arbeitgeberseite deutlich erhöhen. Minimal haben sich die Arbeitgeber auf unsere Forderungen zubewegt. Das reicht bei Weitem nicht aus, um zu einem Abschluss zu kommen. Daher blieb auch die fünfte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis. Vertagt haben wir uns auf den 7. Juni für eine sechste Verhandlung. Wir werden den Druck noch weiter erhöhen. Dem Vorstand der IG Metall liegt am kommenden Montag unser Antrag auf Genehmigung einer Urabstimmung zur Vorbereitung eines unbefristeten Arbeitskampfes vor. Die Stimmung der Beschäftigten ist kämpferisch und selbstbewusst.

31. Mai 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

24-Stunden-Warnstreik bei Marelli in Brotterode

Alle Schichten ruhen im gesamten Werk vom 31. Mai 2023, 6 Uhr, bis 1. Juni 2023, 6 Uhr. Alle Beschäftigten aller Arbeitszeitmodelle und Schichten wurden zu einer gemeinsamen und zentralen Kundgebung und Demonstration aufgerufen am 31. Mai ab 10 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich gut 400 Beschäftigte zur Demonstration und Kundgebung durch Brotterode. Unterstützt wurden sie durch Bürgermeister, Kay Goßmann, sowie durch Kollegen von Automotive Lighting und der IG Metall aus Reutlingen.

Ab 17 Uhr findet die bereits fünfte Tarifverhandlung statt. Mit dem Warnstreik über 24 Stunden ist die klare Botschaft an den Arbeitgeber verbunden, sich in den Verhandlungen zu bewegen. Sollte der Arbeitgeber stur an seiner völlig unakzeptablen Position der Komplettschließung ohne wie bisher auf unsere tariflichen Forderungen zur Abmilderung der sozialen Auswirkungen eizugehen, festhalten, werden Urabstimmung und unbefristeter Arbeitskampf nicht mehr abwendbar sein.

22. Mai 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Verstärkung der Warnstreiks bei Marelli in Brotterode

Die Tarifverhandlungen der IG Metall mit dem Arbeitgeber von Marelli Automotive Lighting für einen angestrebten Sozialtarifvertrag gehen in die vierte Runde. Am Mittwoch, 24. Mai 2023, werden die Verhandlungen fortgesetzt. Am 22. Mai wurde der Betrieb ganztägig bestreikt. Für jeweils zwei Stunden wurden rollierend unterschiedliche Bereiche nacheinander in den Warnstreik aufgerufen. Die Stimmung ist selbstbewusst und kämpferisch.

Die etwa 900 Beschäftigten von Marelli Automotive Lighting blicken in eine ungewisse Zukunft. Anfang des Jahres teilte der Arbeitgeber zunächst mit, zu Ende 2025 zu Belegschaft massiv reduzieren zu wollen auf lediglich noch etwa 125 verbleibende Beschäftigte am Standort. Mitte März forderte die IG Metall den Arbeitgeber zu Verhandlungen über den Abschluss eines Zukunfts- und Sozialtarifvertrages auf. In den ersten beiden Verhandlungsrunden gab es keinerlei Fortschritte. In der dritten Verhandlungsrunde am 8. Mai hat der Arbeitgeber eingebracht, den gesamten Standort bereits im März 2024 zu schließen. Am Folgetag informierte der Arbeitgeber die Belegschaft im Werk.

19. Mai 2023 | Kfz-Handwerk Thüringen

8,6 Prozent mehr Entgelt plus Inflationsausgleichsprämie

Gemäß Tarifabschluss vom 28. April 2023 erhöhen sich die Einkommen der Beschäftigten ab 1. November 2023 um 5,0 Prozent und ab 1. Oktober 2024 um weitere 3,6 Prozent. Das sogenannte Eckentgelt, welches eine Fachkraft in Werkstatt oder Büro mindestens erhält, beträgt dann 2.819 Euro brutto im Monat ab November 2023 bzw. 2.920 Euro brutto im Monat ab Oktober 2024. Mit der tarifvertraglichen 37,5-Stunden-Woche entspricht das 17,28 Euro brutto pro Stunde ab November 2023 und 17,90 Euro brutto pro Stunde ab Oktober 2024. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich in zwei Schritten zu November 2023 und Oktober 2024 um insgesamt 150 Euro monatlich in allen Ausbildungsjahren. Das bedeutet im 1. Ausbildungsjahr dann 895 Euro brutto ab November 2023 und 960 Euro brutto ab Oktober 2024. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten 2.500 Euro (netto) Inflationsausgleichsprämie in zwei Schritten. Bis Juli 2023 sind 1.500 Euro auszuzahlen und weitere 1.000 Euro Anfang 2024, für Auszubildende jeweils die halben Beträge. Erstmals wurde zudem ein Tarifvertrag zum Fahrradleasing abgeschlossen. Die Laufzeit ist bis 31. März 2025 vereinbart.

17. Mai 2023 | Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie Thüringen

Plus 2,2 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen

Konkret steigen die Entgelte der Beschäftigten in der Holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Thüringen ab Mai 2023 um 2,2 Prozent. Das durchschnittliche Bruttoentgelt je Stunde eines Facharbeiters in der Branche erhöht sich damit auf 15,38 Euro. Die Vergütungen der Auszubildenden steigen je nach Ausbildungsjahr überproportional um 30 bis 50 Euro an. Dem entsprechend erhält ein Auszubildender ab Juli 2023 im 3. Ausbildungsjahr 1.010 Euro.

Die Branche ist stark vom demografischen Wandel betroffen. Vor diesem Hintergrund konnte die IG Metall durchsetzen, dass der Demografie-Tarifvertrag in verbesserter Form fortgeführt wird. Der zur Finanzierung von Altersteilzeit bestehende Fonds wird bis 2024 schrittweise auf 600 Euro je Beschäftigten aufgestockt, um den Übergang von älteren Beschäftigten in den Ruhestand abzusichern. Der Tarifvertrag über Entgelte und Ausbildungsvergütungen läuft bis November 2023. Der Demografie-Tarifvertrag ist erstmals zum 31. Dezember 2028 kündbar.

3. Mai 2023 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Erste Warnstreiks für Sozialtarifvertrag

Mitte März forderte die IG Metall den Arbeitgeber zu Verhandlungen über den Abschluss eines Sozialtarifvertrages auf. In den bisher ersten beiden Verhandlungen kam es zu keiner Annäherung der Positionen. Die dritte Verhandlung ist für den 8. Mai vereinbart.

In allen drei Schichten finden am 3./4. Mai erste Warnstreiks für jeweils zwei Stunden statt. Zunächst ab 12 Uhr in der Frühschicht (Bilder). Danach ab 20 Uhr in der Spätschicht sowie ab vier Uhr in der Nachtschicht.

Die etwa 900 Beschäftigten von Marelli Automotive Lighting, einschließlich Arbeitnehmerüberlassung, blicken in eine ungewisse Zukunft. In etwa zwei Jahren laufen die aktuellen Volumenaufträge für Hauptscheinwerfer der Automobilindustrie aus. Neue Aufträge sind nach Aussagen des Managements nicht in Sicht.

28. März 2023 | Themex Möbel Themar

1.200 Euro Inflationsausgleichsprämie

Die Themex Möbel GmbH & Co. KG in Themar produziert mit etwa 150 Beschäftigten Mitnahmemöbel für Versandhandel und Möbelhäuser. Es gelten verschiedene Haustarifverträge in Anerkennung der Tarifverträge für die Holz- und Kunststoffindustrie Thüringen. Aus dem Tarifabschluss von November 2021 erfolgt die nächste Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 2,2 Prozent ab Mai 2023. Kündbar sind die Tarifverträge erstmals zu Ende November 2023.

Konkret wurde nun zusätzlich die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 1.200 Euro (netto) in fünf Teilbeträgen vereinbart. Die ersten 600 Euro werden schon mit der Abrechnung für März 2023 ausgezahlt. Weitere jeweils 150 Euro folgen mit den Abrechnungen für April, Mai, Juni und Juli 2023. Diesen Betrag erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden, einschließlich Teilzeitkräften und Beschäftigten in ruhenden Arbeitsverhältnissen in gleicher Höhe. Sofern im kommenden Tarifabschluss für die Holz- und Kunststoffindustrie Inflationsausgleichsprämie aufgegriffen wird, können für Mitglieder der IG Metall bis zu 840 bereits gezahlten Euro (70 Prozent) angerechnet werden, für alle anderen Beschäftigten bis zu 1.080 Euro (90 Prozent).

23. März 2023 | Meteor Umformtechnik Zella-Mehlis

Mehr Geld, mehr Urlaub plus Beschäftigungssicherung

Für die Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis schlossen die IG Metall mit dem Arbeitgeber zwei neue Tarifverträge ab. Der Betrieb mit etwa 115 Beschäftigten ist eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotive-Industrie hat.  

Konkret wurde die Einführung eines neuen Entgeltsystems analog des Entgeltrahmenabkommens ERA für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen vereinbart. Parallel wird eine betriebliche Entgelttabelle eingeführt mit einem Eckentgelt von 15,14 Euro brutto je Stunde für Facharbeiten. Weiter wird ab 1. April 2023 ein betriebsspezifischer Mindestlohn von 13,02 Euro brutto pro Stunde eingeführt. Für die zurückliegenden Monate erfolgt ein Ausgleich in Form einer Inflationsausgleichsprämie von 200 Euro netto für Beschäftigte und 100 Euro netto für Auszubildende. Die Ausbildungsvergütungen werden an das Eckentgelt angekoppelt. Für 89 Beschäftigte erhöht sich die neue tarifliche Grundvergütung um bis zu maximal 87 Euro brutto im Monat. 16 Beschäftigte erhalten bereits bisher eine Vergütung oberhalb der neuen betrieblichen Tariftabelle. Deren Grundentgelt bleibt im ersten Einführungsschritt unverändert. Für alle Beschäftigten erhöht sich der Urlaubsanspruch auf 28 Arbeitstage in 2023 und auf 29 Arbeitstage ab 2024. Die Laufzeit gilt bis Ende 2023 für die Entgeltbedingungen. Während dieser Laufzeit gilt eine Beschäftigungssicherung. Demnach sind Mitglieder der IG Metall gegen den Ausspruch arbeitgeberseitiger Kündigungen geschützt.

22. März 2023 | Lenkungstechnik Willi Elbe GmbH & Co. KG in Rippershausen

Erstmals Tarifbindung vereinbart

Für die 161 Beschäftigten der Lenkungstechnik Willi Elbe GmbH & Co. KG in Rippershausen vereinbarte die IG Metall Suhl-Sonneberg mit dem Arbeitgeber erstmals zwei Haustarifverträge, die rückwirkend zum 1. Februar 2023 in Kraft treten.

Konkret wurde die Einführung eines neuen Entgeltsystems analog des Entgeltrahmenabkommens ERA für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen vereinbart. Alle Arbeitsplätze wurden neu tarifkonform und damit objektiv und transparent eingruppiert. Parallel wird eine betriebliche Entgelttabelle eingeführt mit einem Eckentgelt von 15,56 Euro brutto je Stunde für Facharbeiten. Die Ausbildungsvergütungen werden an das Eckentgelt angekoppelt und erhöhen sich damit überproportional um etwa 13 Prozent. Für 116 Beschäftigte erhöht sich rückwirkend zum 1. Februar 2023 die neue tarifliche Grundvergütung um bis zu mehrere hundert Euro pro Monat. 45 Beschäftigte erhalten bereits bisher eine Vergütung oberhalb der neuen betrieblichen Tariftabelle. Deren Grundentgelt bleibt im ersten Einführungsschritt unverändert. Für alle Beschäftigten wird mit der Abrechnung für April 2023 eine Inflationsausgleichsprämie von 200 Euro netto gewährt. Mit der Abrechnung für Oktober 2023 erfolgt in Abhängigkeit von der Anwesenheit die Auszahlung einer zweiten Inflationsausgleichsprämie von bis zu 400 Euro netto. Die Laufzeit ist bis Ende 2023 für die Entgeltbedingungen.

5. März 2023 | Einstimmig für Sozialtarif-Verhandlungen

Belegschaft von Marelli Brotterode wehrt sich gegen Stellenabbau

Die etwa 900 Beschäftigten von Marelli Automotive Lighting, einschließlich Arbeitnehmerüberlassung, blicken in eine ungewisse Zukunft. In etwa zwei Jahren laufen die aktuellen Volumenaufträge für Hauptscheinwerfer der Automobilindustrie aus. Neue Aufträge sind seitens des Managements nicht in Sicht.

In der Versammlung der IG Metall-Mitglieder am 5. März 2023 in Barchfeld-Immelborn war auch der Thüringer Ministerpräsident, Bodo Ramelow, anwesend und sprach den Menschen Mut zu, die Pläne des Unternehmens nicht einfach hinzunehmen. Er hatte sich zuletzt an das globale Management gewandt, um zum Erhalt des Standortes beizutragen. Konkrete Antworten gab es nicht. Auch seitens des Thüringer Wirtschaftsministers, Wolfgang Tiefensee, liegen dem Management konkrete Angebote vor, wie der Freistaat Thüringen zum Erhalt des Standortes und der Beschäftigung unterstützen kann.

Neben Ministerpräsident, Bodo Ramelow (Die Linke), sprachen auch Betriebsratsvorsitzende, Yvonne Krug, Betriebsbetreuer der IG Metall, Uwe Laubach, und Verhandlungsführer der IG Metall, Sebastian Fay, zu den Mitgliedern.

Einstimmig beschloss dann die Mitgliederversammlung, den Arbeitgeber zu Verhandlungen für einen Sozialtarifvertrag aufzufordern. Dabei geht es um den Preis, der die Personalreduzierung oder Schließung kostet. Und vielleicht gelingt es ja, einen Weiterbetrieb des Werkes dadurch als kostengünstigere Alternative zu erzwingen.

23. Januar 2023 | MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH

Mehr Geld plus Beschäftigungssicherung

Warnstreik am 23. November 2022

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren etwa 130 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Erstmals vereinbarte die IG Metall mit dem Arbeitgeber drei Haustarifverträge, die rückwirkend zum 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Eines der vorrangigen Ziele war die Einführung eines transparenten Entgeltsystems. Ab Januar 2023 gelten nun die Eingruppierungsbestimmungen des Entgeltrahmenabkommens für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen auch bei MIWE Meiningen. Nachdem die betriebliche Tarifkommission Ende 2021 gewählt wurde, erhöhte der Arbeitgeber einseitig alle Entgelte um 12,5 Prozent ab Januar 2022. Damit begründet sich jetzt, dass im ersten Schritt keine weiteren Erhöhungen der Grundentgelte in 2023 vorgesehen sind. Mit der Abrechnung für Februar 2023 erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden 300 Euro Inflationsausgleichsprämie. Einen weiteren Teilbetrag als Inflationsausgleichsprämie erhalten nur die Mitglieder der IG Metall als Bonus. Zudem können gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bis Ende 2023 nicht gekündigt werden.

14. Dezember 2022 | Schaeffler Suhl

Plus 5,8 Prozent ab Januar 2023

Ab Januar 2023 erhöhen sich die betriebliche Entgelttabelle sowie die Ausbildungsvergütungen bei Schaeffler in Suhl um 5,8 Prozent. Damit wird ein weiterer Anpassungsschritt des im November 2021 eingeführten, neuen Entgeltsystems vollzogen. Diese Erhöhung betrifft jedoch nicht alle Beschäftigten, sondern nur die Beschäftigten deren Monatsentgelt bisher nicht die Werte der erhöhten Tariftabelle erreichten.

Die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG ist ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe. Hier in Suhl werden mit etwa 140 Beschäftigten vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen entwickelt und produziert.

23. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

IG Metall und Arbeitgeber unterzeichnen Tarifvertrag

Die IG Metall Mitte und die Arbeitgeber in Thüringen haben sich auf die Übernahme des Baden-Württembergischen Pilotabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Beide Seiten unterzeichneten am 23. November den Tarifvertrag. Damit werden auch in Thüringen die Entgelte in zwei Schritten erhöht: Zunächst um 5,2 Prozent im Juni 2023 und in einem weiteren Schritt um 3,3 Prozent ab Mai 2024. Die steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von insgesamt 3.000 Euro wird in zwei Schritten ausgezahlt. Davon profitieren rund 20.000 Beschäftigte. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2024.  

An den Warnstreikaktionen in Mitte hatten seit Ende Oktober über 140.000 Beschäftigte teilgenommen. Allein in Thüringen engagierten sich mehr als 8.000 Beschäftigte für eine Entgelterhöhung. Bundesweit nahmen an den Warnstreiks rund 900.000 Beschäftigte teil.

23. November 2022 | MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH

Klares Signal an den Arbeitgeber

Für die etwa 130 Beschäftigten der MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH erzwang die IG Metall Suhl-Sonneberg mit einem ersten Warnstreik im April die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Die jüngste Tarifverhandlung am 21. November 2022 brach die betriebliche Tarifkommission der IG Metall nach wenigen Minuten die Tarifverhandlung ab. Der Arbeitgeber sieht keinen, aus unserer Sicht dringend erforderlichen Bedarf, sich durch einen Arbeitgeberverband in solchen Fragen beraten zu lassen. Dazu informierten wir heute beim verhandlungsbegleitenden Warnstreik die Beschäftigten. Es besteht eine hohe Erwartung, nach Monaten des Verhandelns endlich zu einem Tarifabschluss zu kommen. Wir haben nun vereinbart, einen erneuten Verhandlungsversuch mit dem Arbeitgeber zu starten.

Zum Warnstreik waren alle etwa 60 Beschäftigten der Frühschicht ab fünf Uhr für zwei Stunden zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Fast alle aufgerufenen Beschäftigten beteiligten sich an der Kundgebung vor dem Betrieb. 

18. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Pilotabschluss in Baden-Württemberg vereinbart

Die Tarifvertragsparteien in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie haben sich nach einem 11-stündigen Verhandlungsmarathon in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf einen Pilotabschluss geeinigt. Demnach steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 1 Million Beschäftigten ab 1. Juni 2023 um 5,2 Prozent, ab dem 1. Mai 2024 um weitere 3,3 Prozent. Zudem erhalten die Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von 3.000 Euro. Diese wird in zwei Schritten ausbezahlt, 1.500 Euro spätestens im Februar 2023, weitere 1.500 Euro spätestens im Februar 2024, für Auszubildende jeweils 550 Euro. Weitere Anpassungen gibt es auch beim Tariflichen Zusatzgeld und beim Transformationsgeld. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2024.

Machtvolle Warnstreikaktionen bundesweit, aber auch in Thüringen, trugen zur Tariflösung bei. Jetzt geht es um die Übernahme des Pilotabschlusses auch für Thüringen.

16. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Zentrale Warnstreikkundgebung in Eisenach

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 8,0 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Der Entgelttarifvertrag wurde zum 30. September 2022 fristgerecht gekündigt. In den ersten drei Verhandlungen mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Thüringen gab es kein Ergebnis.

Beschäftigte von Bosch Eisenach, BMW Krauthausen, Benteler Eisenach, Opel Eisenach, Marelli Automotive Lighting Brotterode und Fahrzeugbau Geisa rief die IG Metall am 16. November 2022 zum zentralen Warnstreik auf. Mit Bussen kamen die Warnstreikenden zur zentralen Kundgebung auf dem Theaterplatz in Eisenach. Die Stimmung war selbstbewusst und kämpferisch.

Jetzt müssen sich die Arbeitgeber endlich bewegen.

11. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Erster Warnstreik der Unternehmensgeschichte bei Sandvik

Nach Ablauf der Friedenspflicht rief die IG Metall am 11. November erstmals in der Unternehmensgeschichte die Beschäftigten von Sandvik Tooling Supply in Wernshausen / Schmalkalden zum Warnstreik für 8 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate auf. In den bisherigen drei Verhandlungen mit den Arbeitgebern konnte kein Ergebnis erzielt werden. Auch liegt kein Angbot zu unserer Forderung vor.

Für die beteiligten Beschäftigten der Frühschicht ab 5.30 Uhr für eine Stunde war das eine ungewohnte Erfahrung.Klar ist, die Arbeitgeber müssen sich in den weiteren Verhandlungen bewegen.

3. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Erster Warnstreik bei Fahrzeugbau Geisa

Nach Ablauf der Friedenspflicht rief die IG Metall am 3. November die Beschäftigten von Fahrzeugbau Geisa zum Warnstreik für 8 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate auf. In den bisherigen drei Verhandlungen mit den Arbeitgebern konnte kein Ergebnis erzielt werden. Auch liegt kein Angbot zu unserer Forderung vor.

Etwa 70 Beschäftigte der Frühschicht legten für 90 Minuten die Arbeit nieder.

1. November 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Erste Warnstreiks bei Marelli Automotive Lighting in Brotterode

Nach Ablauf der Friedenspflicht rief die IG Metall am 1. November die Beschäftigten von Marelli Automotive Lighting zum Warnstreik für 8 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate auf. In den bisherigen drei Verhandlungen mit den Arbeitgebern konnte kein Ergebnis erzielt werden. Auch liegt kein Angbot zu unserer Forderung vor.

Etwa 300 Beschäftigte der Frühschicht legten für zwei Stunden die Arbeit nieder. Trotz teilweise Nieselregen war die Stimmung entschlossen und kämpferisch. Auch etwa 200 Beschäftigte der Spätschicht legten für zwei Stunden die Arbeit nieder. Da schien dann die Sonne angenehm warm für Anfang November.

28. Oktober 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Erneut kein Angebot der Arbeitgeber zu unserer Forderung

Auch in der dritten Tarifverhandlung am 28. Oktober 2022 in Jena legten die Arbeitgeber kein Angebot zur Forderung der IG Metall nach 8 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung vor. Begleitend zur Tarifverhandlung fanden in zahlreichen Betrieben in Thüringen Aktionen statt. So beispielsweise auch bei Marelli Automotive Lighting in Brotterode.

Damit stehen die Zeichen auf Warnstreiks. Offensichtlich unterschätzen die Arbeitgeber die Ernsthaftigkeit unserer Forderung und die Entschlossenheit der IG Metall, also der Beschäftigten in den Betrieben. Der noch reichlich unkonkrete "Vorschlag" der Arbeitgeber, eine Einmalzahlung von 3.000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten anzubieten, geht an unserer Forderung komplett vorbei.

28. Oktober 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

3. Verhandlung in Thüringen

Kurz vor Ende der bundesweiten Friedenspflicht findet am 28. Oktober die dritte Verhandlungsrunde für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen statt. In den zurückliegenden beiden Verhandlungen kam es zu keiner Einigung.

Beschäftigte der Marelli Automotive Lighting in Brotterode demonstrieren am 28. Oktober im Betrieb ihre Bereitschaft, die Forderung der IG Metall nach 8 Prozent mehr Entgelte und Ausbildungsvergütungen nach Ende der Friedenspflicht auch mit Arbeitskampfaktivitäten zu unterstützen.

Bundesweit und auch in Südthüringen ist plakatiert: Tariferhöhung jetzt!

4. Oktober 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Kein Angebot der Arbeitgeber

Rund 200 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie Thüringens haben unmittelbar vor der zweiten Tarifverhandlung ihrer Forderung nach mehr Geld Nachdruck verliehen. Es beteiligten sich beispielsweise Beschäftigte von Opel Eisenach, Schuler Pressen, Siemens Energy sowie BorgWarner, Bosch, Hydrema, Thales Transportation, Musashi, Kaeser und Zeiss Jena.

Der Appell an die Arbeitgeber blieb ungehört. Die Verbandsvertreter Thüringens versteckten sich in der Verhandlung erneut hinter nichtssagenden Textbausteinen von Gesamtmetall und machten kein Angebot.

27. September 2022 | Meteor Umformtechnik Zella-Mehlis

Plus 5,0 Prozent ab Juli 2022

Für die Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis befindet sich die IG Metall in Verhandlungen zur Einführung eines neuen Entgeltsystems. Der Betrieb mit etwa 115 Beschäftigten ist eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotive-Industrie hat.  

Aktuell werden alle Arbeitsplätze im Betrieb erfasst und analog des Entgeltrahmenabkommens der Metall- und Elektroindustrie Thüringens eingruppiert. Da diese Abstimmung nicht bis Mitte des Jahres gelang, haben sich Arbeitgeber und IG Metall nun auf eine tarifvertragliche Zwischenlösung verständigt. Rückwirkend ab Juli 2022 erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden 5,0 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung. Ab 1. Oktober 2022 gilt ein betriebsspezifischer Mindestlohn von 12,43 Euro brutto je Stunde. Die Verhandlungen zum neuen, einheitlichen Entgeltsystem sollen bis Jahresende abgeschlossen werden, um zum 1. Januar 2023 einzuführen.

19. September 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Arbeitgeber blockieren Fahrradleasing

Die Details zum Tarifvertrag waren bereits besprochen, ein abgestimmter Text lag vor und unsere Tarifkommission hatte dem Plan zugestimmt.

Jetzt hat der Arbeitgeberverband für die Thüringer Metall- und Elektroindustrie
einen Rückzieher gemacht! Nach ihrem Willen soll es keinen Flächentarifvertrag zum Fahrradleasing in Thüringen geben.

14. September 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Erste Tarifverhandlung ohne Ergebnis

Die IG Metall Mitte und der Arbeitgeberverband für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens haben die Tarifverhandlungen für die rund 20.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen aufgenommen. Die erste Tarifverhandlung fand am 14. September in Eisenach statt. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Mitte, beschrieb die Verhandlungssituation als ein erstes Abtasten. „Wir haben die Forderung von 8 Prozent mehr Geld für 12 Monate ausführlich begründet und mussten leider feststellen, dass die Arbeitgeber den Verzicht predigen anstatt zügig konstruktiv verhandeln zu wollen.“

Ein Ergebnis konnte nicht erzielt werden. Nach der etwa zweistündigen Verhandlung wurde auf den 4. Oktober 2022 zur zweiten Verhandlung vertagt.

2. September 2022 | Merkel Unternehmensgruppe Suhl

Plus 2,5 Prozent mehr Entgelt ab September plus freie Tage

Die Beschäftigten der Merkel Unternehmensgruppe in Suhl und die IG Metall forderten den Arbeitgeber Ende 2020 zu Verhandlungen über die Weiterentwicklung der tarifvertraglichen Bedingungen für die Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen und C.G. Haenel in Suhl auf. Die etwa 120 Beschäftigten der beiden Suhler Betriebe produzieren hochwertige Jagd- und Sportwaffen. Zusätzlich beliefert die Unternehmensgruppe auch Aufträge für die Landesverteidigung.

Nach zwei pauschalen Einmalzahlungen von jeweils 200 Euro für Vollzeitbeschäftigte im März und Juni 2021, erhöhten sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in einem ersten Schritt um 1,5 Prozent ab September 2021. In einer zweiten Stufe erhöhen sich Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2022 um weitere 2,5 Prozent. Insgesamt entspricht das einer Erhöhung um 4,0 Prozent beziehungsweise um 85 Euro brutto monatlich für Facharbeit in der Entgeltgruppe fünf. Zusätzlich erhielten die Beschäftigten für die erste Jahreshälfte 2022 zwei Einmalzahlungen von je 300 Euro mit den Abrechnungen für März und Juni, für Auszubildende die Hälfte. Das sind damit insgesamt weitere 1.000 Euro Einmalzahlung pro Beschäftigten, für Auszubildende die Hälfte. Für den 24. Dezember und den 31. Dezember eines Jahres sind ab 2021 nur noch jeweils ein halber Tag Urlaub erforderlich. Damit gewinnen die Beschäftigten einen Tag Urlaub mehr zur freien Verfügung im Jahr. Ab 2022 erhöht sich der Urlaubsanspruch insgesamt von vorher 28 Arbeitstagen auf nun 30 Arbeitstage pro Jahr. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 28. Februar 2023.

22. August 2022 | Neues Entgeltsystem bei Schaeffler Suhl

345 Euro brutto Einmalzahlung für alle

Die IG Metall befindet sich mit Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG Suhl in Tarifverhandlungen zur Einführung eines neuen Entgeltsystems für die etwa 150 Beschäftigten. Vereinbart wurde die Einführung des neuen Entgeltsystems ab 1. November 2021 bis spätestens 30. April 2024 in mehreren Schritten. Mit dem ersten Einführungsschritt am 1. November 2021 war eine Laufzeit der Tarifvereinbarung bis Ende Mai 2022 vereinbart. Jetzt war der nächste Umsetzungsschritt zu vereinbaren.

Angesichts der nahezu explodierten Inflation sowie in Kenntnis der anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst 2022 verständigten wir uns auf eine Zwischenvereinbarung, die über das laufende Jahr hinaus keine dauerhaften Personalkostensteigerungen fixiert. Als Ausgleich für die damit nicht erfolgte Anhebung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen in diesem Sommer erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden mit der Abrechnung für August 2022 eine Einmalzahlung in Höhe von je 345 Euro brutto. Die Vereinbarung endet Ende des Jahres.

Die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG ist ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe. Hier in Suhl werden mit etwa 140 Beschäftigten vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen entwickelt und produziert.

1. August 2022 | Textile Dienste Ost

Mindestens 60 Euro brutto mehr im Monat

Mit dem aktuellen Tarifwerk von IG Metall und Industrieverband Textil Service intex e.V. reduzierte sich die tarifvertraglich geschuldete Arbeitszeit von 39 Wochenstunden bis Ende 2021 ab Januar 2022 auf zunächst 37,5 Stunden für das gleiche Einkommen. Das sind 2.165,94 Euro brutto für Bediener von Waschmaschinen und Waschanlagen. Zugleich erhöht sich das Urlaubsgeld von 410 Euro brutto in 2021 auf 470 Euro brutto in 2022. Ab August 2022 erhöhen sich Löhne und Gehälter um mindestens 2,0 Prozent, denn mindestens um 60 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte und damit auf 2.225,94 Euro brutto für Maschinenbediener. Schließlich gilt dann ab 1. Januar 2023 die 37-Stunden-Woche zu unverändertem Einkommen.

30. Juni 2022 | Metall- und Elektroindustrie

8 Prozent mehr für 12 Monate

Die IG Metall Mitte will mit einer Forderung von 8 Prozent für 12 Monate in die anstehende Tarifbewegung für die Metall- und Elektroindustrie gehen. Dafür sprachen sich am 30. Juni im hessischen Friedberg die Mitglieder der Tarifkommissionen für die Metall- und Elektroindustrie in Hessen, dem Saarland, Thüringen und Rheinland-Pfalz einstimmig aus.

Der Vorstand der IG Metall wird am 11. Juli die Debatten der regionalen Tarifkommissionen bündeln und endgültig beschließen. Die erste Tarifverhandlung mit der Mittelgruppe sowie dem Arbeitgeberverband in Thüringen soll im September stattfinden. Die Entgelttarifverträge laufen zum 30. September aus, die Friedenspflicht endet am 28. Oktober 2022.

Die IG Metall fordert Zukunftsperspektiven für den Ford-Standort in Saarlouis. Die rund 130 Mitglieder der Tarifkommissionen verabschiedeten eine Resolution zur Unterstützung der Ford-Beschäftigten, die beigefügt ist.

22. Juni 2022 | Neuer Tarifabschluss Leiharbeit

Bis zu 24,1 Prozent mehr Geld !

Die Tarifpartner der Leiharbeit haben sich auf die Anpassung der Entgelttarifverträge verständigt. Dabei ging es um die Anpassung der unteren drei Lohngruppenwegen der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro ab 1. Oktober dieses Jahres.

Entgeltgruppe 1 etwa wird von jetzt 10,88 Euro auf 13,50 Euro ab Januar 2024 angehoben. Über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages bedeutet das für die unterste Lohngruppe eine Lohnsteigerung von insgesamt 24,1 Prozent.

Zudem steigt der Mitgliedervorteil ab November 2023 in allen Stufen um 150 Euro. Beim Weihnachtsgeld sind das dann statt bisher 100 bis 350 Euro (je nach Betriebsangehörigkeit) 250 bis 500 Euro obendrauf. Zusammen mit der Extra-Zahlung zum Urlaubsgeld summiert sich der Mitgliedervorteil dann auf bis zu 1000 Euro pro Jahr.

26. April 2022 | Suhler Tiefkühlkost

Unterstützung für Warnstreik der NGG

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief am 26. April die etwa 150 Beschäftigten der Suhler Tiefkühlkost GmbH (STK) zum Warnstreik auf, nachdem die 3. Tarifverhandlung am 22. April ohne Ergebnis blieb. Das vom Arbeitgeber vorgelegte "Angebot" für mehr Lohn bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück. Die IG Metall Suhl-Sonneberg unterstützte den Warnstreik solidarisch.

Die STK GmbH ist auf die Produktion und die Entwicklung von tiefgekühlten Backwaren spezialisiert, mit dem Schwerpunkt auf Blätterteige und auf diesen basierenden Produkten sowie Baguettes.

13. April 2022 | Mahle Filtersysteme Auengrund

Weitere Arbeitszeitverkürzung mit Entgeltausgleich

Mahle Filtersysteme in Brattendorf gehört zum Stuttgarter MAHLE Konzern, einem weltweiten Automobilzulieferer. Von den derzeit etwa 70 Beschäftigten ist die überwiegende Mehrzahl in der Entwicklung und Erprobung von Fahrzeug-Pumpen tätig.

Ab Januar 2021 reduzierte sich die Wochenarbeitszeit von 40 auf 39 Stunden für das gleichbleibende Monatsentgelt. In zwei weiteren Schritten sinkt die Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden ab April 2022 und auf final 38 Stunden ab April 2023 bei gleichbleibendem Entgelt. Alle Tariferhöhungen, die während dieser Anpassungsperiode für die Branche vereinbart werden, werden übernommen.

8. April 2022 | Werkö GmbH Gräfinau-Angstedt

2,1 Prozent mehr Geld ab April 2022

Die Werkö GmbH produziert und handelt Werkzeuge für die Metallverarbeitung. Der Betrieb mit etwa 55 Beschäftigten zog von Königsee nach Gräfinau-Angstedt im Ilmkreis um.

Mit dem Tarifabschluss Ende 2021 wurde auch eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab April 2022 vereinbart. Der aktuelle Sanierungstarifvertrag ermöglicht es Arbeitgeber und Betriebsrat zudem, die wöchentliche Arbeitszeit von 38 auf 33 Stunden an vier Tagen pro Woche mit Absenkung der Entgelte bis Ende 2022 zu vereinbaren. Eine solche Vereinbarung wurde auch getroffen. Dafür erhalten nur die Mitglieder der IG Metall als Bonus eine Erholungsbeihilfe. Zudem können gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bis Ende 2022 nicht betriebsbedingt gekündigt werden. Mit Blick auf das Ende des laufenden Tarifvertrages im Dezember 2022 haben Arbeitgeber und IG Metall jetzt bereits frühzeitig für den 10. Mai 2022 den ersten Verhandlungstermin für die Entwicklung einer tariflichen Folgelösung ab 2023 vereinbart.

6. April 2022 | MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH

Termin für 1. Tarifverhandlung bei MIWE Meiningen ist abgestimmt

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren etwa 130 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Seit Januar 2022 bestätigte der Arbeitgeber keinen einzigen der mehrfach vorgeschlagenen Termine für die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Nachdem auch der 5. April 2022 als Verhandlungstermin nicht bestätigt wurde, rief die IG Metall zum ersten Warnstreik in der Unternehmensgeschichte von MIWE Meiningen am 5. April 2022 auf.

Die Entschlossenheit der Beschäftigten, bei eisiger Kälte die Arbeit niederzulegen mit einem Warnstreik vorm Betrieb, hat die Verweigerung des Arbeitgebers beendet. Der Arbeitgeber bestätigte uns jetzt den von uns nach dem Warnstreik erneut vorgeschlagenen Termin am kommenden Dienstag, 12. April 2022, ab 13 Uhr, als ersten Termin zur Aufnahme der Tarifverhandlungen. Jetzt wird es auch inhaltlich vom Agieren des Arbeitgebers abhängen, wie konstruktiv oder konfrontativ die Tarifverhandlungen ablaufen. Wir sind auf viele Eventualitäten vorbereitet.

5. April 2022 | MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH

Kämpferisch: Erster Warnstreik in Firmengeschichte

Bei eisiger Kälte und streckenweise strömendem Regen war die Stimmung am 5. April dennoch hitzig. Für zwei Stunden ließen die Beschäftigten nahezu komplett die Arbeit im Betrieb ruhen. Dem ging voraus, dass der Arbeitgeber alle Terminvorschläge der IG Metall mit unterschiedlichsten Begründungen beharrlich nicht bestätigte. Mit der formalen AVerhandlungsaufforderung besteht Arbeitskampffreiheit und es können die Beschäftigten zur Durchsetzung der Forderungen eunbezogen werden. Da der Arbeitgeber die für den 5. April angebotene Verhandlung erneut nicht bestätigte, antworteten die Beschäftigten mit Warnstreik. Es mangelt uns nicht an Geduld. Jedoch lassen wir uns auch nicht an der Nase herumführen. Der Arbeitgeber muss verstehen, dass die Beschäftigten, die seinen Gewinn erwirtschaften, ein berechtigtes Interesse an konstruktiven Tarifverhandlungen und den Abschluss von Tarifverträgen haben.

MIWE Meiningen stellt mit etwa 130 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Die IG Metall strebt den Abschluss eines Tarifvertrages in Anlehnung an die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Thüringen an.

31. März 2022 | HFP Bandstahl Bad Salzungen

Plus 2,75 Prozent ab April 2022

Die HFP Bandstahl in Bad Salzungen walzt und schneidet klassische Kaltbänder und beschichtet Metallbänder in verschiedenen Güten. Im Betrieb arbeiten etwa 240 Beschäftigte.

Im Tarifabschluss Anfang 2021 einigten sich IG Metall und Arbeitgeber auf zwei neue Haustarifverträge. Daraus ergibt sich jetzt die nächste Tariferhöhung. Für alle Beschäftigten und Auszubildenden erhöhen sich ab April 2022 die Entgelttabelle und die Ausbildungsvergütungen um 2,75 Prozent. Die Tarifverträge können erstmals zum 31. Dezember 2022 gekündigt werden. Während der Laufzeit der Tarifverträge gilt weiter die Beschäftigungssicherung, damit sind arbeitgeberseitige Kündigungen von IG Metall-Mitgliedern ausgeschlossen.

4. März 2022 | Oerlikon Metco WOKA Barchfeld

Attraktiver Tarifabschluss in schwierigem Umfeld

Zum 1. Januar 2022 ergänzen IG Metall und Oerlikon Metco WOKA für die Beschäftigten in Barchfeld die Arbeitsbedingungen durch Neufassung des Haustarifvertrages. Am Standort Barchfeld produzieren derzeit rund 120 Mitarbeitende vor allem thermische Spritzpulver für den weltweiten Vertrieb.

Insgesamt wurden in der vierten Verhandlungsrunde am 1. März 2022 vier Verhandlungsergebnisse erzielt. Die Tariftabelle für Facharbeiter analog Metall- und Elektroindustrie Thüringen wird rückwirkend zum 1. Januar 2022 wieder in Kraft gesetzt. Neu eingeführt wird ab 2022 die tarifliche Altersteilzeit ebenfalls analog der Metall- und Elektroindustrie. Damit können bis zu vier Prozent der Beschäftigten vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Ab Mitte 2022 wird eine tarifliche Leistungsbeurteilung mit Entgeltcharakter neu eingeführt. Ab Juli 2022 werden 3,5 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme im Rahmen der Leistungsbeurteilung zusätzlich auf die Beschäftigten verteilt. Dieser Wert erhöht sich mit jeder Tarifsteigerung und darüber hinaus zusätzlich ab Januar 2023 auf 4,0 Prozent und ab Januar 2024 auf 5,0 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme. Und als vierte Regelung wird ab 2022 eine tarifliche Sonderzahlung als Weihnachtsgeld je nach Betriebszugehörigkeit mit 50 Prozent einer Bruttomonatsvergütung ab 36 Beschäftigungsmonaten eingeführt. Die Mitgliederversammlung der Gewerkschaftsmitglieder hat das Tarifpaket am 3. März 2022 einstimmig angenommen.

Februar 2022 | Metall- und Elektroindustrie

T-Geld ... jetzt wird ausgezahlt !

In der letzten Tarifbewegung 2021 haben wir es gemeinsam erkämpft, jetzt wird es jährlich im Februar ausgezahlt: Das T-Geld beträgt in diesem Jahr 18,4 Prozent des regelmäßigen Monatsentgelts, ab 2023 sind es dann jährlich 27,6 Prozent. Das T-Geld bringt mehr Einkommen.

In Form der Sonderzahlung bringt es auch mehr Sicherheit. Denn das Transformationsgeld kann im Betrieb bei einer Arbeitszeitabsenkung zur Beschäftigungssicherung auf z. B. eine Vier-Tage-Woche als Teilentgeltausgleich genutzt 

28. Januar 2022 | Westfälische Drahtindustrie Brotterode

Plus 2,0 Prozent mehr Entgelt ab Januar 2022

Die Westfälische Drahtindustrie Werk Brotterode ist einer von 14 Standorten in der Bundesrepublik der familiengeführten Unternehmensgruppe WDI mit Hauptsitz im westfälischen Hamm. Seit 155 Jahren werden in Brotterode von heute etwa 37 Beschäftigten hochspezialisiert Drähte verschiedener Abmessungen und Güten gewalzt.

Mit der Abrechnung für Januar 2022 erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,0 Prozent. Die zukünftigen Entgeltsteigerungen orientieren sich an den Tarifabschlüssen für die Metall- und Elektroindustrie. Ab sofort werden betriebliche Zuschläge auf Basis der regionalen Tarifverträge, damit für Brotterode gemäß Metall- und Elektroindustrie Thüringen vergütet. Für die Laufzeit des Tarifvertrages, der erstmals zum Jahresende 2027 kündbar ist, ist die Anzahl der aktuell Beschäftigten als Mindestbeschäftigungszahl vereinbart, welche nicht unterschritten werden darf. Für Brotterode sind damit 37 Arbeitsplätze tarifvertraglich abgesichert.

14. Januar 2022 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Rahmen für tarifliche Angleichung der Arbeitszeit vereinbart

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen haben sich auf einen tariflichen Rahmen zur Angleichung der Arbeitszeit geeinigt. Damit kann nun auch in Thüringen der Weg in Richtung 35-Stunden-Woche beschritten werden. Es sei ein gutes Signal an die Beschäftigten, dass die Arbeitgeber in Thüringen ihre Blockadehaltung gegenüber der Angleichung der Arbeitszeit zwischen Thüringen und den anderen Bundesländern aufgeben. „Dem vielfach beklagten Fachkräftemangel kann nur mit guten Arbeits- und Leistungsbedingungen begegnet werden. Das hat sich offensichtlich auch bei den Unternehmern in Thüringen rumgesprochen und die dogmatische Haltung der Arbeitgeber ins Wanken gebracht,“ betont Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte.

23. November 2021 | Neues Entgeltsystem bei Schaeffler Suhl

Bis zu 270 Euro brutto mehr

Zwischen Arbeitgeber und IG Metall wurde die Einführung eines neuen Entgeltsystems ab 1. November 2021 bis spätestens 30. April 2024 in mehreren Schritten vereinbart. Mit dem ersten Einführungsschritt am 1. November 2021 erhöht sich die betriebliche Kostenbelastung um 1,7 Prozent. Für alle Beschäftigten, die bisher deutlich unter der neuen betrieblichen Tariftabelle liegen, werden die Entgelte um maximal 270 Euro brutto im Monat erhöht. Hingegen werden die Entgelte der Beschäftigten, die die neue betriebliche Tariftabelle nur geringfügig überschreiten, um pauschal 50 Euro brutto pro Monat erhöht. Beschäftigte, deren bisheriges Entgelt um mehr als 50 Euro brutto über der betrieblichen Entgelttabelle liegt, erhalten mit der Abrechnung für Dezember 2021 eine Einmalzahlung in Höhe von 140 Euro netto als Erholungsbeihilfe. Die Laufzeit der Tarifvereinbarung gilt bis Ende Mai 2022. Dann wird der nächste Umsetzungsschritt tarifiert.

Die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG ist ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe. Hier in Suhl werden mit etwa 140 Beschäftigten vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen entwickelt und produziert.

22. November 2021 | Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie Thüringen

4,9 Prozent mehr Geld plus Corona-Beihilfe

Die Beschäftigten in der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie in Thüringen erhalten aufgrund der zusätzlichen Belastungen am Arbeitsplatz durch die Pandemie eine Corona-Beihilfe von 595 Euro, Auszubildende erhalten 200 Euro. Die steuerfreie Beihilfe wird spätestens im Februar 2022 ausgezahlt.

Danach steigen die Entgelte in zwei Schritten: Ab April 2022 um 2,7 Prozent und ab Mai 2023 um weitere 2,2 Prozent. Das durchschnittliche Entgelt eines Facharbeiters in der Branche erhöht sich damit bis 2023 auf 15,38 Euro. Die Vergütungen der Auszubildenden steigen je nach Ausbildungsjahr überproportional um 30 bis 50 Euro an. Dem entsprechend erhält ein Auszubildender ab Juli 2023 im 3. Ausbildungsjahr 1.010 Euro.

Die Tarifverträge sind erstmals zum 30. November 2023 kündbar.

2. September 2021 | Westfälische Drahtindustrie Brotterode

Beschäftigungssicherung bis 2027

Die Westfälische Drahtindustrie Werk Brotterode ist einer von 14 Standorten in der Bundesrepublik der familiengeführten Unternehmensgruppe WDI mit Hauptsitz im westfälischen Hamm. Seit 155 Jahren werden in Brotterode von heute etwa 37 Beschäftigten hochspezialisiert Drähte verschiedener Abmessungen und Güten gewalzt.

Mit der Abrechnung für November 2021 erhalten Vollzeitbeschäftigte eine Corona-Beihilfe von 250 Euro, Auszubildende 150 Euro. Ab Januar 2022 erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,0 Prozent. Die zukünftigen Entgeltsteigerungen orientieren sich an den Tarifabschlüssen für die Metall- und Elektroindustrie. Ab sofort werden betriebliche Zuschläge auf Basis der regionalen Tarifverträge, damit für Brotterode gemäß Metall- und Elektroindustrie Thüringen vergütet. Für die Laufzeit des Tarifvertrages, der erstmals zum Jahresende 2027 kündbar ist, ist die Anzahl der aktuell Beschäftigten als Mindestbeschäftigungszahl vereinbart, welche nicht unterschritten werden darf. Für Brotterode sind damit 37 Arbeitsplätze tarifvertraglich abgesichert.

1. September 2021 | Ostdeutsche Textilindustrie

Mehr Entgelt und weitere Arbeitszeitverkürzung

Entgeltsteigerungen um insgesamt 6,2 Prozent in drei Schritten parallel zum Einstieg in die Absenkung der Wochenarbeitszeit um insgesamt drei Stunden mit vollem Lohnausgleich ist ein toller Erfolg. Das gilt nicht nur für die Textilindustrie Ost, sondern zeigt auch auf, dass Entgeltsteigerungen plus Arbeitszeitverkürzung gelingen kann, wenn nicht nur die IG Metall, sondern auch die Arbeitgeber einen Willen zur Regelung aufbringen. Angesichts der Fachkräftesituation in Thüringen und den neuen Ländern müssen auch Arbeitgeber und ihre Verbände einsehen, dass dauerhaft geringere Tarifbedingungen in Ostdeutschland keine Anziehungskraft auf Fachkräfte auslöst.

In der dritten Stufe folgt nun eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent ab 1. September 2021. Parallel zu den Entgeltbestimmungen wurde die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden in sechs Teilschritten auf 37 Wochenstunden mit vollem Lohnausgleich vereinbart. Ab Januar 2020 galt die 39,5-Stundenwoche und ab 1 Januar 2021 gilt inzwischen die 39-Stundenwoche. Um jeweils eine weitere halbe Stunde sinkt die tarifvertraglich geschuldete Wochenarbeitszeit ab 1. Januar 2023 auf 38,5 Wochenstunden, ab 1. Januar 2024 auf 38 Wochenstunden, ab 1. Januar 2026 auf 37,5 Wochenstunden und ab 1. Januar 2027 dauerhaft auf final 37 Wochenstunden.

11. August 2021 | Tarifeinigung in der Filzfabrik Fulda in Empfertshausen

Corona-Prämie plus Lohnerhöhungen

Die Filzfabrik Fulda Werk Empfertshausen ist ein Unternehmen der Wirth Gruppe Fulda. Es werden mit etwa 40 Beschäftigten Filze und technische Textilien hergestellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist gewerkschaftlich organisiert und strebt mit der IG Metall Suhl-Sonneberg Tarifverbesserungen an.  

In der fünften Verhandlung konnte am 11. August durch die IG Metall Suhl-Sonneberg mit dem Arbeitgeber ein Tarifabschluss erzielt werden. Der zwischenzeitliche Warnstreik der Beschäftigten am 28. Juli wirkte sicher auch auf das Zustandekommen des Abschlusses hin.

Vereinbart wurden eine Corona-Beihilfe von 380 Euro für Vollzeitbeschäftigte mit der Abrechnung für August sowie zwei Lohnerhöhungen von 0,30 Euro brutto je Stunde ab Januar 2022 und weitere 0,30 Euro brutto je Stunde ab Juli 2022. Die Laufzeit der Vereinbarung geht bis März 2023.

28. Juli 2021 | Eklat in der Filzfabrik Fulda in Empfertshausen

Neustart der Tarifverhandlungen im Warnstreik beschlossen

Die Filzfabrik Fulda Werk Empfertshausen ist ein Unternehmen der Wirth Gruppe Fulda. Es werden mit etwa 40 Beschäftigten Filze und technische Textilien hergestellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist gewerkschaftlich organisiert und strebt mit der IG Metall Suhl-Sonneberg Tarifverbesserungen an.  Am 7. April einigten wir uns gemeinsam mit dem Arbeitgeber auf einen Kompromiss, bestehend aus einer Corona-Beihilfe von 380 Euro im Juni sowie zwei Lohnerhöhungen von 0,30 Euro brutto je Stunde ab Januar 2022 und weitere 0,30 Euro brutto je Stunde ab Juli 2022. Noch im April wurden die Tarifvertragstexte mit dem Arbeitgeber ausgetauscht. Seitdem stellt sich der Arbeitgeber tot. Das heißt: Bis heute ist der Tarifkompromiss nicht unterschrieben. Die für Juni zugesagte Corona-Beihilfe wurde nicht ausgezahlt. Im Stammwerk in Fulda hingegen schon. Kein Wunder, dass die Beschäftigten sauer sind. Zur Abstimmung des weiteren Vorgehens rief die IG Metall am 28. Juli die Beschäftigten ab 14 Uhr bis zum Arbeitsende zum Warnstreik auf. Einstimmig lehnten die Beschäftigten nunmehr den Kompromiss von April ab und mandatieren damit die IG Metall zum Neustart der Tarifverhandlungen für ein besseres Ergebnis. Es ist schon reichlich dreist, wie der Arbeitgeber hier vorging. Der Arbeitgeber hat es selbst in der Hand, welche Eskalation er weiter provoziert.

13. Juli 2021 | Kfz-Handwerk Thüringen

Tarifergebnis erzielt

Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk Thüringen erhalten mehr Geld: Zunächst wird im August eine Corona-Beihilfe von 500 Euro ausgezahlt, Auszubildende erhalten eine Corona-Beihilfe von 220 Euro. Ab Februar 2022 steigen die Löhne und Gehälter dann um 2,2 Prozent nachhaltig. Vom Tarifabschluss profitieren rund 11.000 Beschäftigte des Kfz-Handwerks in Thüringen.

Und die Ausbildungsbedingungen konnten deutlich verbessert werden. Die Ausbildungsvergütungen steigen überdurchschnittlich um jeweils 30 Euro in allen Ausbildungsjahren ab August 2021 und ab Februar 2022.

6. Juli 2021 | Versbach Metallbau Walldorf

Corona-Beihilfe plus Entgeltsteigerung

IG Metaller Thomas Steinhäuser (links) und Geschäftsführer Harald Bremer (rechts)

Die Versbach Metallbau GmbH in Walldorf stellt Bauelemente wie Türen, Fenster und Vordächer her. Darüber hinaus wird auch die Fertigung ausgefallener Metallbaukonstruktionen angeboten. In der 1924 gegründeten Firma arbeiten heute etwa 70 Beschäftigte. Zu Ende 2020 wurden die Haustarifverträge gekündigt und neue Verhandlungen begonnen. Nun wurden am 6. Juli in Walldorf vier Haustarifverträge neu unterzeichnet.

Für Juli 2021 bis Februar 2022 erhalten alle Vollzeitbeschäftigten jeweils 187,50 Euro Corona-Beihilfe pro Monat, Auszubildende 95 Euro. Damit werden die bis zu 1.500 Euro Corona-Beihilfe pro Person steuerrechtlich voll ausgeschöpft. Ab März 2022 erhöhen sich dann die tariflichen Grundentgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,44 Prozent. Die Laufzeit der Entgeltvereinbarung ist für 12 Monate bis Ende Februar 2022. Neu eingeführt wird eine Leistungsprämie, die sich am Fertigungswert pro Abteilung bemisst und eine variable Zusatzvergütung bis zu 15 Prozent monatlich ermöglicht.

1. April 2021 | Tarife in der Arbeitnehmerüberlassung

Ost-West-Angleichung endlich vollzogen.

Ab 1. April gelten bundesweit einheitliche Tariftabellen in der Arbeitnehmerüberlassung. Damit endet die jahrelange Unterscheidung zwischen Tariftabellen für Ost- und Westdeutschland.

Die Tariftabellen (West) erhöhen sich ab 1. April um 3,0 Prozent. Die Angleichung der Tariftabellen (Ost alt) an die neue bundesweit einheitliche Tariftabelle führt zu einer letzten Anpassungsstufe um bis zu 7,3 Prozent je nach Entgeltgruppe. Das neue Mindestentgelt in der Arbeitnehmerüberlassung (Entgeltgruppe 1) beträgt dann 10,45 Euro brutto pro Stunde.

Ab April 2022 erhöhen sich die Entgelte dann um weitere 4,1 Prozent auf 10,88 Euro brutto pro Stunde in der Entgeltgruppe 1.

15. Oktober 2020 | Gemeinsamer Appell an Bundesregierung

Ausbildungsförderung verbessern.

Die beiden Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie auf Bundesebene, die IG Metall und Gesamtmetall, wenden sich an die Bundesregierung zur Ausweitung des Bundesprogramms zur Förderung der Ausbildung.

Angesichts massiver Inanspruchnahme von Kurzarbeit und Unterauslastung von Betrieben soll die Ausbildungsbereitschaft stimuliert und erhalten werden und bleiben. Dafür ist das neue Förderprogramm der Bundesregierung auf Unternehmen bis zu 249 Beschäftigte beschränkt. Das zu ändern, ist Ansatz des aktuellen gemeinsamen Appells, der anbei nachgelesen werden kann:

23. Oktober 2019 | Mindestentgelt in den Elektrohandwerken

Allgemeinverbindlichkeit ab 1. Januar 2020

Den Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken vom 17. Januar 2019 zwischen dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke und der IG Metall wurde am 23. Oktober vom Tarifausschuss des zuständigen Bundesministeriums für allgmeinverbindlich erklärt.

Damit finden die Tarifbestimmungen zwingend auf alle Beschäftigten in tarifgebundenen, aber auch nicht tarifgebundenen Betrieben Anwendung. Demnach beträgt bundeseinheitlich ab 1. Januar 2020 der Bruttostundenlohn mindestens 11,90 Euro. Dieser Mindestlohn steigt danach jährlich auf 12,40 Euro ab Januar 2021, auf 12,90 Euro ab Januar 2022, auf 13,40 Euro ab Januar 2023 und auf 13,95 Euro ab Januar 2024.

29. Mai 2019 | IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger resümiert

Tarifbindung in Thüringen steigt weiter

In der Thüringer Metall- und Elektroindustrie steigt die Zahl der Beschäftigten mit Tarifentgelten. Die Entwicklung in der stärksten Industriebranche in Thüringen verläuft gegen den Trend. Die Zahl der Unternehmen, die an Flächen- sowie Anerkennungs- oder Firmentarifverträge gebunden sind, stieg von 98 im Jahr 2011 auf jetzt etwa 130.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in anderen Branchen ein wachsendes Problem durch die Flucht von Unternehmen aus den tarifgebundenen Arbeitgeberverbänden. Untersuchungen ergaben, dass branchenübergreifend nur noch 18 Prozent der Thüringer Betriebe tarifgebunden sind.

17. September 2018 | Gemeinsame Erklärung von IG Metall und VMET e.V. Thüringen

Gegen Rassismus und Gewalt, für Menschenwürde und Solidarität in Betrieben und Gesellschaft

Arbeitgeber und Gewerkschaft der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen rassistische Hetze und rechtsextreme Gewalt aus. Sie setzen sich für Solidarität und Menschlichkeit in Betrieben und Gesellschaft ein.

Die gemeinsame Erklärung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen VMET e.V. und der IG Metall im Bezirk Mitte kann hier im kompletten Wortlaut eingesehen werden: