Bildungsfreistellung nutzen.

5 Tage bezahlt freistellen lassen.

Das Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz ermöglicht eine Freistellung von bis zu fünf Tagen im Jahr, für Auszubildende bis zu drei Tagen im Jahr, ohne Minderung von Entgelt oder Urlaub. Weitere Infos ergeben ich aus anhängendem Flugblatt. Bei Fragen gern an das Büro der IG Metall wenden.

18. Mai | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei FCT Systeme in Rauenstein abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Christian Rüger, Anette Pause, Daniel Kreuch, Stefan Lorenz, Marco Senger

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. In immer noch vielen Betrieben fehlt der Betriebsrat. Das ändern wir Schritt für Schritt. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitungen. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Und nicht zuletzt bei der Ausgestaltung von Kurzarbeit im Betrieb oder drohender Personalanpassung ist eine Belegschaft ohne Betriebsrat handlungsunfähig und somit allein von den Entscheidungen des Arbeitgebers abhängig. Damit gehen viele Chancen schlicht verloren.

Die FCT Systeme GmbH plant Hochtemperatursinteranlagen sowie komplette Fertigungskonzepte zum Sintern. Bis Ende April 2020 gab es keinen Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Dann wurde die Betriebsratswahl unverzüglich eingeleitet. Am 23. April 2020 waren die 64 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 5-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der hohen Wahlbeteiligung von 80 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. In den Betriebsrat gewählt wurden Daniel Kreuch, Stefan Lorenz, Marco Senger, Anette Pause und Christian Rüger. Anette Pause wurde zur Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt. Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht, das zu ändern.

14. Mai | Aufzahlung zum Kurzarbeitergeld kommt

Bundestag beschließt Sozialschutz-Paket II

Bei Enthaltung der Opposition hat der Bundestag am 14. Mai 2020 den Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD zu sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gemäß der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales angenommen. Keine Mehrheit fanden hingegen sechs Anträge der Opposition, die ebenfalls abschließend beraten wurden. 

Das vorgesehene Paket enthält unter anderem eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes: Es soll für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für ihre um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70 Prozent (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat des Bezuges auf 80 Prozent (87 Prozent für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Netto-Entgelts erhöht werden. Berücksichtigungsfähig sind Monate mit Kurzarbeit ab März 2020.

Ferner soll das Arbeitslosengeld für diejenigen um drei Monate verlängert werden, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai 2020 und dem 31. Dezember 2020 enden würde.

22. April | Wie kommen Beschäftigte durch die Corona-Krise?

Besser mit Betriebsrat !

Solange kein Betriebsrat besteht, kann der Arbeitgeber das sogenannte Direktionsrecht allein ausüben. Erst einem gewählten Betriebsrat räumt der Gesetzgeber umfangreiche Mitbestimmung ein. Das betrifft aktuell vielfach die Inanspruchnahme und Ausgestaltung von Kurzarbeit. Kurzarbeit dient der Vermeidung von Kündigungen. Sollten jedoch einzelne Betriebe allein mit Kurzarbeit nicht durch die Krise kommen, wären Personalabbau bis hin zu Verkauf oder Schließung des Betriebes für eine Belegschaft ohne Betriebsrat ein unkalkulierbares Risiko. Und dabei spielt es keine Rolle, ob solche Themen Corona-bedingt oder aus anderen Gründen anstehen. Der weit verbreitete Irrglaube, dass es einen Rechtsanspruch auf Abfindung immer geben würde, könnte dann zu Enttäuschungen führen. Nur ein Betriebsrat kann einen sogenannten Sozialplan verhandeln und abschließen. Gibt es keinen Betriebsrat, ist ein Sozialplan unmöglich.

Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei. In allen Betrieben mit mindestens fünf Beschäftigten, von denen drei 18 Jahre oder älter sind und seit sechs Monaten dem Betrieb angehören, finden nach § 1 Betriebsverfassungsgesetz Betriebsratswahlen statt. Das kommt einer gesetzlichen Pflicht für Belegschaften gleich.

8. April | Enorme Zunahme von Kurzarbeit in Thüringen

Beschäftigte brauchen Aufzahlung aufs Kurzarbeitergeld

Nach einer Erhebung der IG Metall arbeiten in Thüringer die Beschäftigten in 108 von 147 befragten Unternehmen im Zuständigkeitsbereich der IG Metall ganz der teilweise kurz oder sind von Kurzarbeit bedroht. Das entspricht fast drei Viertel der befragten Unternehmen. Während bis Januar 2020 nur erst 15 Betriebe (13,9 Prozent) Kurzarbeit nutzten, wurde Kurzarbeit bis April 2020 in weiteren 79 Betrieben (73,1 Prozent) eingeführt. In weiteren 14 Betrieben (13,0 Prozent) ist Kurzarbeit ab Mai 2020 oder später vorgesehen.

Besonders alarmierend ist, dass in zahlreichen Betrieben bisher eine betriebliche Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit von den Arbeitgebern abgelehnt wird. Angesichts selbst der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge an die Arbeitgeber führt deren kompletter Einbehalt zu einer sozialen Schieflage für die Beschäftigten in Kurzarbeit.

In Südthüringen sind die Beschäftigten in 27 von 42 befragten Unternehmen von Kurzarbeit betroffen. Das ist geringer als thüringenweit (64,3 Prozent). Bis Januar 2020 waren erst sieben Betriebe (25,9 Prozent) in Kurzarbeit. In weiteren 16 Betrieben (59,3 Prozent) kam Kurzarbeit bis einschließlich April 2020 hinzu. Und in vier Betrieben (14,8 Prozent) ist Kurzarbeit ab Mai 2020 oder später vorgesehen.

15. Januar | Glen Dimplex EIO Sonneberg

Fortsetzung der Tarifverhandlungen

Die Glen Dimplex EIO GmbH in Sonneberg stellt Komponenten für Heizungs-, Kühlungs- und Lüftungssysteme her. Die etwa 85 Beschäftigten wurden Ende Oktober 2019 informiert, dass die Schließung des Traditionsbetriebes zu Mitte 2020 geplant sei. Deutlich vorher hatte die IG Metall die Tarifverhandlungen aufgenommen. Den letzten Verhandlungstermin am 6. Dezember 2019 hatte der Arbeitgeber abgesagt. Am 15. Januar 2020 fand ab 9 Uhr die nächste Verhandlung statt.

Dem verhandlungsbegleitenden Warnstreik am 15. Januar 2020 folgten alle 80 anwesenden Beschäftigten. Das war eine eindrucksvolle Kulisse für die Fortsetzung der Tarifverhandlung. Nach gut einer Stunde Verhandlung wurde diese vertagt auf den 24. Januar 2020. Der Geschäftsführer muss sich dazu mit den irischen Eigentümern verständigen, die er kommende Woche trifft.

6. Dezember | Schaeffler-Standort Luk in Kaltennordheim

Schließung Mitte 2020 abgewendet

Keine Schließung des Werkes … ist unsere Forderung seit der Schließungsankündigung im März 2019. Das ist jetzt zunächst gelungen. In einer Belegschaftsversammlung wurden die Beschäftigten heute informiert, dass der Kaufvertrag für den Betrieb in Kaltennordheim zwischen Schaeffler und den beiden Unternehmern Frank Günther und Wolf Waschkuhn unterschrieben wurde. Sie übernehmen mit der von ihnen neu gegründeten Fahrzeugteile Kaltennordheim GmbH den kompletten Betrieb zusammen mit allen Arbeitsplätzen. Das ist eine gute Nachricht kurz vor Weihnachten für die Beschäftigten, aber auch die ganze Region.

Dank gilt allen Beschäftigten, dem Betriebsrat, aber auch der solidarischen Unterstützung anderer Standorte sowie durch den Bürgermeister von Kaltennordheim, Erik Thürmer (CDU), den Wirtschaftsminister Thüringens, Wolfgang Tiefensee (SPD), der Landrätin im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (parteilos), und dem Vorsitzenden des DGB-Bezirkes Hessen-Thüringen, Michael Rudolph.

29. Oktober | Glen Dimplex EIO Sonneberg

Arbeitgeber droht Schließung an

Die Glen Dimplex EIO GmbH in Sonneberg stellt Komponenten für Heizungs-, Kühlungs- und Lüftungssysteme her. Die Mehrzahl der etwa 100 Beschäftigten wurden heute Nachmittag zu einer spontanen Betriebsversammlung zusammen gerufen. Der Geschäftsführer hatte sich kurzfristig beim Betriebsrat angesagt. Er informierte den Betriebsrat, dass die Schließung des Traditionsbetriebes zu Mitte 2020 geplant sei. Der Betriebsrat solle Stillschweigen bewahren und tatkräftigt an einer schnellen Schließung mitwirken. Nachdem der Betriebsrat verlangte, dass der Arbeitgeber die Belegschaft umgehend informieren solle, kam es zu einer spontanen Belegschaftsversammlung.

In der Tarifverhandlung am 2. Oktober zur Beschäftigungssicherung und Perspektiven für den Standort berief sich der gleiche Geschäftsführer noch darauf, erst neu berufen zu sein und mehr Zeit zu benötigen für weitere Gespräche. Deswegen sind die Tarifverhandlungen auf den 6. Dezember vertagt. Und nun bedroht der Arbeitgeber die Belegschaft, den Betriebsrat, die IG Metall und die gesamte Region mit der geplanten Schließung des Standortes. Unsere Antwort kann nur Gegenwehr lauten.

30. August | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei der Noblex in Eisfeld abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Bernhard Zimmermann, Heide Müller, Susann Adam, David Tinter, Corina Wurm, Stefanie Herold, Sandro Altenfelder (Ersatzmitglied)

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. In immer noch vielen Betrieben wird dem bisher nicht entsprochen. Das ändern wir. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitung. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Das schafft mehr Transparenz im Betrieb und damit Zufriedenheit der Beschäftigten.

Noblex in Eisfeld produziert Zieloptiken, Lichttechnik, Fernoptiken und Wärmebildtechnik. Bis Mitte August 2019 bestand kein Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Mit Hilfe der IG Metall Suhl-Sonneberg wurde die Betriebsratswahl eingeleitet. Am 21. August 2019 waren die 111 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 7-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der guten Wahlbeteiligung von 72,9 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. Bernhard Zimmermann wurde zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt, David Tinter zum stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden.

12. August | Sommertour des DGB-Bezirksvorsitzenden Michael Rudolph

Sorge um die Arbeitsplätze bei LuK in Kaltennordheim

Vom 12. bis 16. August 2019 besucht der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, verschiedene Betriebe in Thüringen im Rahmen seiner Sommertour. Unter dem Motto „Besser mit Tarifvertrag“ informiert er sich über Positivbeispiele für Tarifbindung und auch zu den Schwierigkeiten, weshalb es in Thüringen eine im bundesweiten Vergleich bisher eher geringe Tarifbindung gibt. Am 12. August war Michael Rudolph in Kaltennordheim bei LuK Truckparts.

Da dieser Standort des Automobilzulieferer-Konzerns Schaeffler von Schließung bedroht ist, informierte sich der Gewerkschaftschef direkt vor Ort im Gespräch mit dem Betriebsrat über die Ängste aber auch die Wut der Beschäftigten.

5. Juni | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei Messerschmitt Systems abgeschlossen

Die Messerschmitt Systems GmbH in Zella-Mehlis produziert KeyCard– und Roommanagement– Systeme für die Hotelbranche. Bis Ende Mai 2019 bestand kein Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Mit Hilfe der IG Metall Suhl-Sonneberg wurde die Betriebsratswahl eingeleitet. Am 20. Mai 2019 waren die 62 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 5-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der hohen Wahlbeteiligung von 90 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. Thomas Müller wurde zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt, Constanze Blum zur stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden.

Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht. Diesen Umstand wollen wir gemeinsam mit den Belegschaften ändern.

1. Juni | Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld

Insolvenzgericht eröffnet Insolvenzverfahren

Hervorgegangen aus einer Insolvenz im Jahr 2010 hatte die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld Ende März erneut Insolvenzantrag gestellt. In Eigenverwaltung unter Beiordnung von Sachwalter Rechtsanwalt Rico Winzer aus Erfurt wurde die wirtschaftliche Situation seither beleuchtet. Über eine Vorfinanzierung erhielten die Beschäftigten Insolvenzausfallgeld.

Am 1. Juni eröffnete das Insolvenzgericht Meiningen das Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen IN 56/19.

Die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld ist ein Metallbetrieb mit 70 Beschäftigten. Vor allem werden Stanz- und Biegeteile produziert, Teile kunststoff- und metallumspritzt und es erfolgt Werkzeug- und Formenbau.

17. April | Schaeffler-Standort Luk in Kaltennordheim

Belegschaft und IG Metall kämpfen für Erhalt des Standortes

Auf Einladung des Bürgermeisters, Erik Thürmer (CDU), trafen am 17. April Vertreter des Schaeffler-Managements im Rathaus von Kaltennordheim mit dem Bürgermeister, dem Wirtschaftsminister Thüringens, Wolfgang Tiefensee (SPD), der Landrätin im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (parteilos), dem 2. Bevollmächtigten der IG Metall Suhl-Sonneberg, Uwe Laubach, und dem Betriebsrat zusammen. Landes- und Lokalpolitik fordern gemeinsam mit Belegschaft und IG Metall den Erhalt des Standortes in Kaltennordheim.

Dieser Forderung haben Beschäftigte während der Beratung vor dem Rathaus Nachdruck verliehen. Hierbei wurden die Kaltennordheimer solidarisch unterstützt durch Schaeffler-Beschäftigte aus anderen Standorten. Auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Norbert Lenhard, war vor Ort und sprach zu den Versammelten.

21. März | Umbau im Schaeffler-Konzern trifft auch Thüringen

Paukenschlag für LuK Kaltennordheim

Im Rahmen einer Betriebsversammlung wurden heute die etwa 150 Beschäftigten der LuK Truckparts durch den Arbeitgeber informiert, dass der Betrieb einer von vier deutschen Standorten sei, für den Schaeffler im Konzern keine Zukunft sieht. Was das für die Beschäftigten, ihre Arbeitsplätze und den Betrieb insgesamt heißt, ist bisher noch völlig offen.

An anderen Standorten kann die Tarifmächtigkeit der IG Metall ein Schlüssel zum Erfolg sein. In Kaltennordheim besteht keine Tarifbindung.

7. März | Mahle Filtersysteme Auengrund

35-Stunden-Woche: Im Osten wie im Westen !

An der Betriebsversammlung im Mahle-Standort Auengrund am 7. März nahmen auch der GBR-Vorsitzende, Uwe Schwarte, sowie Betriebsratskollegen aus anderen Standorten teil.

Die Angleichung der Tarifbedingungen in den neuen Bundesländern an die Standards in den westdeutschen Tarifgebieten war dabei intensives Thema. Im Auengrund kommt noch hinzu, dass die Arbeitszeit der Beschäftigten gemäß Haustarifvertrag 40 Stunden pro Woche beträgt. Daher hat die IG Metall den Arbeitgeber zunächst zu Verhandlungen zur Einführung der 38-Stunden-Woche aufgefordert, um im nächsten Schritt die letzte Angleichung der Wochenarbeitszeit im Tarifvertrag sichern zu können.

17. Januar | Zu Gast im BTZ Rohr-Kloster und bei Versbach Metallbau in Walldorf

Ralf Kutzner besuchte das Südthüringer Handwerk

In vielen Bereichen arbeiten das Südthüringer Handwerk und die IG Metall Suhl-Sonneberg eng zusammen. Darüber informierte sich Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am 17. Januar 2019 bei einem Besuch in der Region. Vormittags besuchte Ralf gemeinsam mit dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Suhl-Sonneberg, Thomas Steinhäuser, das Bildungs- und Technologiezentrum BTZ der Handwerkskammer Südthüringen in Rohr-Kloster. Die HWK-Hauptgeschäftsführerin, Manuela Glühmann, sowie beide Vizepräsidenten der HWK Südthüringen, Lutz Koscielsky für die Arbeitgeber und Mario Hau für die Arbeitnehmer, empfingen den Gast aus Frankfurt und präsentierten das Südthüringer Handwerk und die Bildungseinrichtung.

Am Nachmittag erfolgte der Besuch der Versbach Metallbau in Walldorf. Geschäftsführer Harald Bremer stellte den Betrieb und dessen Historie vor. Der seit November 2018 geltende Haustarifvertrag mit der IG Metall hilft für mehr Lohntransparenz und -gerechtigkeit. Nach dem Empfang erfolgte ein Betriebsrundgang. Zum Abschluss des Besuches folgte Ralf Kutzner der Einladung des Betriebsratsvorsitzenden, Günter Kaiser, zur Betriebsversammlung.

17. Dezember | Ilmenauer Systemeinrichtungen ISE sollen verkauft werden

Zwischen Hoffen und Bangen bei den Beschäftigten

Die Gesellschafter von ISE, die Waldner Gruppe aus Wangen im Allgäu, wollen sich von dem Betreib in Ilmenau trennen. Der Geschäftsführer hat dafür eine Unternehmensberatung beauftragt, um potentielle Erwerber anzusprechen und den Verkauf möglichst bis Mitte 2019 zu realisieren. Das ist für die Beschäftigten eine beunruhigende Nachricht kurz vor Weihnachten. Unternehmensverkäufe sind zunächst kein Drama, wenn denn die betriebliche Einheit mit allen Arbeitsplätzen erhalten werden kann.

ISE ist ein Markenhersteller für zertifizierte Schulmöbel, wie Tische oder Tafeln. Das Produktsortiment umfasst Standardartikel bis hin zu Sonderanfertigungen nach Kundenwünschen. Das gelingt durch gut qualifizierte Beschäftigte.

25. Oktober | Automotive Lighting Brotterode

Verkauf der Unternehmensgruppe nach Japan

Die Beschäftigten von Automotive Lighting – auch in Brotterode – wurden davon in Kenntnis gesetzt, dass der Fiat-Chrysler-Konzern seine Zulieferer-Tochter Magneti Marelli, zu welcher auch Automotive Lighting gehört, an den japanischen Konzern Calsonic Kansei verkaufen wird.

Magneti Marelli wurde 1919 gegründet und blickt auf 100 Jahre Bestehen des Unternehmens zurück. Nach eigenen Angaben sind in 85 Werken plus 15 Entwicklungszentren weltweit 43.000 Menschen beschäftigt. Davon gehören etwa 18.000 Beschäftigte zur 100-prozentigen Tochter Automotive Lighting in 23 Werken plus Entwicklungs- und Applikationszentren. In der Mitteilung des Managements an die Beschäftigten ist beschrieben, dass das dann zusammengeschlossene Unternehmen aus fast 200 Standorten und Entwicklungszentren in Europa, Japan, Nord- und Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum heraus operieren wolle. Die neu entstehende Gesellschaft werde „Magneti Marelli CK Holdings“ heißen. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Halbjahr 2019 erwartet und sei Gegenstand der üblichen kartellrechtlichen Genehmigungsprozesse.

Bei Automotive Lighting in Brotterode produzieren etwa 900 Beschäftigte insbesondere Hauptscheinwerfer für verschiedene Automobilhersteller. Der Betrieb unterliegt der Tarifbindung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens.

6. September | Merkel Jagd- und Sportwaffen

120 Jahre Handwerkstradition in Suhl

v.l.n.r.: Andreas Mehne (stellv. BR-Vorsitzender), Olaf Sauer (Geschäftsführer), Thomas Steinhäuser (IG Metall)

Am 1. September 1898 wurde die Firma von den Gebrüdern Merkel in Suhl gegründet. Weniger Tage nach dem 120. Geburtstag lud die Geschäftsleitung zum Empfang auf den Friedberg, wo sich der heutige Firmensitz befindet, ein.

Zu den zahlreichen Gästen des Empfangs zählten auch die beiden Urenkelinnen eines der Firmengründer, die heute in Melbourne wohnen und eine besonders weite Anreise hatten.

Für die IG Metall Suhl-Sonneberg gratulierte der 1. Bevollmächtigte, Thomas Steinhäuser, de Beschäftigten und der Geschäftsleitung zum Jubiläum.

27. Juli | Beschäftigungssicherung bis Ende 2019

Verlagerung der Leica Biosystems

Vereinbart wurde eine Beschäftigungssicherung bis mindestens zum 31. Dezember 2019. Damit haben die heute 22 Beschäftigten in Eisfeld einen zeitlichen Korridor zur Neuorientierung am lokalen Arbeitsmarkt. Allen Beschäftigten wird ein adäquater Arbeitsplatz in Nussloch angeboten zu den dort geltenden Tarifbedingungen für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Für bis zu 18 Monate übernimmt der Arbeitgeber die Fahrtkosten für Heimfahrten an Wochenenden und gewährt einen Mietkostenzuschuss für die Unterbringung während der Woche von 600 Euro im Monat. Weiter trägt der Arbeitgeber die Kosten für den Umzug in die Region Heidelberg inklusive eventuell erforderlicher Maklerkosten für das Finden einer geeigneten Wohnung. Bei Aufnahme einer Beschäftigung in Nussloch wird zudem einmalig eine Prämie von 5.000 Euro gewährt. Wer keine Tätigkeit bei Leica in Nussloch aufnehmen möchte oder kann und aus dem Unternehmen ausscheidet, erhält eine komfortable Abfindung von bis zu 100.000 Euro im Einzelfall. Die individuelle Abfindungshöhe richtet sich nach der Dauer der Beschäftigung und der Höhe des Bruttoeinkommens.

Zusätzlich zu den Tarifbestimmungen rund um das Ende der Produktion in Eisfeld, haben wir ein umfangreiches Paket von Tarifverbesserungen für die verbleibende Zeit der Produktion in Eisfeld vereinbart. Ab Januar 2019 erhöhen sich die Grundvergütungen in Eisfeld um knapp 20 Prozent. Im Juli 2019 wird eine zusätzliche Einmalzahlung von 400 Euro brutto plus 27,5 Prozent einer Monatsvergütung gewährt, welche unter bestimmten Voraussetzungen in acht zusätzliche freie bezahlte Tage im kommenden Jahr umgewandelt werden können. Darüber hinaus werden die Zuschläge für Schicht- und Mehrarbeit deutlich erhöht, im Einzelfall bis zu 100 Prozent der Grundvergütung.

26. Juni | Betriebsräte-Empfang in Walldorf

Plus 20 Prozent mehr Mitbestimmung in Südthüringen

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen in den Betrieben jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. So auch 2018. Verglichen mit den Wahlen im Frühjahr 2014 fanden nun in 74 Betrieben Betriebsratswahlen statt. 2014 waren diese nur in 62 Betrieben. Das ist ein Plus von 20 Prozent an betrieblicher Mitbestimmung in Südthüringen. Verglichen mit den Betriebsratswahlen 2010 in nur 48 Betrieben ist es sogar ein Plus von über 50 Prozent betrieblicher Mitbestimmung. Das bildet die sehr erfolgreichen Aktivitäten der IG Metall Suhl-Sonneberg bei der Initiierung und Durchführung von erstmaligen Betriebsratswahlen in zuvor betriebsratslosen Betrieben ganz praktisch ab. Wir gratulieren allen neu gewählten Betriebsratsmitgliedern zur Wahl und danken ihnen für die Bereitschaft, zusätzlich zu den arbeitsvertraglichen Aufgaben das Ehrenamt Betriebsrat zur Interessenvertretung der Beschäftigten zu übernehmen. Zugleich gilt unser Dank allen Mitgliedern der betrieblichen Wahlvorstände für die gute und präzise Arbeit zur Absicherung fehlerfreier Betriebsratswahlen.