25. Oktober | Automotive Lighting Brotterode

Verkauf der Unternehmensgruppe nach Japan

Die Beschäftigten von Automotive Lighting – auch in Brotterode – wurden davon in Kenntnis gesetzt, dass der Fiat-Chrysler-Konzern seine Zulieferer-Tochter Magneti Marelli, zu welcher auch Automotive Lighting gehört, an den japanischen Konzern Calsonic Kansei verkaufen wird.

Magneti Marelli wurde 1919 gegründet und blickt auf 100 Jahre Bestehen des Unternehmens zurück. Nach eigenen Angaben sind in 85 Werken plus 15 Entwicklungszentren weltweit 43.000 Menschen beschäftigt. Davon gehören etwa 18.000 Beschäftigte zur 100-prozentigen Tochter Automotive Lighting in 23 Werken plus Entwicklungs- und Applikationszentren. In der Mitteilung des Managements an die Beschäftigten ist beschrieben, dass das dann zusammengeschlossene Unternehmen aus fast 200 Standorten und Entwicklungszentren in Europa, Japan, Nord- und Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum heraus operieren wolle. Die neu entstehende Gesellschaft werde „Magneti Marelli CK Holdings“ heißen. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Halbjahr 2019 erwartet und sei Gegenstand der üblichen kartellrechtlichen Genehmigungsprozesse.

Bei Automotive Lighting in Brotterode produzieren etwa 900 Beschäftigte insbesondere Hauptscheinwerfer für verschiedene Automobilhersteller. Der Betrieb unterliegt der Tarifbindung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens.

6. September | Merkel Jagd- und Sportwaffen

120 Jahre Handwerkstradition in Suhl

v.l.n.r.: Andreas Mehne (stellv. BR-Vorsitzender), Olaf Sauer (Geschäftsführer), Thomas Steinhäuser (IG Metall)

Am 1. September 1898 wurde die Firma von den Gebrüdern Merkel in Suhl gegründet. Weniger Tage nach dem 120. Geburtstag lud die Geschäftsleitung zum Empfang auf den Friedberg, wo sich der heutige Firmensitz befindet, ein.

Zu den zahlreichen Gästen des Empfangs zählten auch die beiden Urenkelinnen eines der Firmengründer, die heute in Melbourne wohnen und eine besonders weite Anreise hatten.

Für die IG Metall Suhl-Sonneberg gratulierte der 1. Bevollmächtigte, Thomas Steinhäuser, de Beschäftigten und der Geschäftsleitung zum Jubiläum.

27. Juli | Beschäftigungssicherung bis Ende 2019

Verlagerung der Leica Biosystems

Vereinbart wurde eine Beschäftigungssicherung bis mindestens zum 31. Dezember 2019. Damit haben die heute 22 Beschäftigten in Eisfeld einen zeitlichen Korridor zur Neuorientierung am lokalen Arbeitsmarkt. Allen Beschäftigten wird ein adäquater Arbeitsplatz in Nussloch angeboten zu den dort geltenden Tarifbedingungen für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Für bis zu 18 Monate übernimmt der Arbeitgeber die Fahrtkosten für Heimfahrten an Wochenenden und gewährt einen Mietkostenzuschuss für die Unterbringung während der Woche von 600 Euro im Monat. Weiter trägt der Arbeitgeber die Kosten für den Umzug in die Region Heidelberg inklusive eventuell erforderlicher Maklerkosten für das Finden einer geeigneten Wohnung. Bei Aufnahme einer Beschäftigung in Nussloch wird zudem einmalig eine Prämie von 5.000 Euro gewährt. Wer keine Tätigkeit bei Leica in Nussloch aufnehmen möchte oder kann und aus dem Unternehmen ausscheidet, erhält eine komfortable Abfindung von bis zu 100.000 Euro im Einzelfall. Die individuelle Abfindungshöhe richtet sich nach der Dauer der Beschäftigung und der Höhe des Bruttoeinkommens.

Zusätzlich zu den Tarifbestimmungen rund um das Ende der Produktion in Eisfeld, haben wir ein umfangreiches Paket von Tarifverbesserungen für die verbleibende Zeit der Produktion in Eisfeld vereinbart. Ab Januar 2019 erhöhen sich die Grundvergütungen in Eisfeld um knapp 20 Prozent. Im Juli 2019 wird eine zusätzliche Einmalzahlung von 400 Euro brutto plus 27,5 Prozent einer Monatsvergütung gewährt, welche unter bestimmten Voraussetzungen in acht zusätzliche freie bezahlte Tage im kommenden Jahr umgewandelt werden können. Darüber hinaus werden die Zuschläge für Schicht- und Mehrarbeit deutlich erhöht, im Einzelfall bis zu 100 Prozent der Grundvergütung.

26. Juni | Betriebsräte-Empfang in Walldorf

Plus 20 Prozent mehr Mitbestimmung in Südthüringen

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen in den Betrieben jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. So auch 2018. Verglichen mit den Wahlen im Frühjahr 2014 fanden nun in 74 Betrieben Betriebsratswahlen statt. 2014 waren diese nur in 62 Betrieben. Das ist ein Plus von 20 Prozent an betrieblicher Mitbestimmung in Südthüringen. Verglichen mit den Betriebsratswahlen 2010 in nur 48 Betrieben ist es sogar ein Plus von über 50 Prozent betrieblicher Mitbestimmung. Das bildet die sehr erfolgreichen Aktivitäten der IG Metall Suhl-Sonneberg bei der Initiierung und Durchführung von erstmaligen Betriebsratswahlen in zuvor betriebsratslosen Betrieben ganz praktisch ab. Wir gratulieren allen neu gewählten Betriebsratsmitgliedern zur Wahl und danken ihnen für die Bereitschaft, zusätzlich zu den arbeitsvertraglichen Aufgaben das Ehrenamt Betriebsrat zur Interessenvertretung der Beschäftigten zu übernehmen. Zugleich gilt unser Dank allen Mitgliedern der betrieblichen Wahlvorstände für die gute und präzise Arbeit zur Absicherung fehlerfreier Betriebsratswahlen.

14. Mai | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei Meteor Zella-Mehlis abgeschlossen

v.l.n.r.: Roland Rasch, Raymond Haße (IG Metall), Silvio Wirthwein, Sebastian Rommel, Roland Kummer, Sylvia Jönsson, Martina Jüngst

Bei der Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 87 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Mit ihren 145 Beschäftigten ist die Meteor Umformtechnik eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotiv-Industrie hat. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde Roland Raasch bestimmt, stellvertretende Vorsitzende ist Martina Jüngst.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

24. April | Arbeitsgericht beendet Arbeitgeber-Blockade der Betriebsratswahl

Denkzettel für Bachmann Gumpelstadt

Was ist passiert? Die Betriebsratswahl, auch die bei Bachmann, ist Sache der Beschäftigten. Arbeitgeber haben dabei gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Sonstige Einmischung ist ihnen untersagt. Eine dieser Pflichten besteht darin, dass dem betrieblichen Wahlvorstand, der die Wahlen steuert und durchführt, die Privatadressen derer Beschäftigten übergeben werden müssen, die am Wahltag nicht im Betrieb anwesend sind, um auch ihnen die Teilnahme an der Betriebsratswahl zu ermöglichen. Wer ist das? Beispielsweise Beschäftigte in Elternzeit, Langzeiterkrankte, Außendienstleute und so weiter. Diese Pflicht zur Herausgabe der Adressen ist gesetzlich abschließend klar geregelt.

Das sah der Arbeitgeber bei Bachmann in Gumpelstadt zunächst anders. Der Arbeitgeber meinte, er könne selbst entscheiden, ob und unter welchen von ihm erfundenen Bedingungen er die erforderlichen Adressen heraus gibt oder nicht. Diesem Unsinn trat das Arbeitsgericht Suhl nach Antrag entgegen. Der Wahlvorstand reichte eine einstweilige Verfügung ein, um unverzüglich die Adressen zu bekommen und keine Verzögerung der Wahlabläufe zu riskieren. Nach dem völlig überflüssigen Ausflug zum Arbeitsgericht kam der Arbeitgeber heute seiner Pflicht nach und legte die Adressen dem Wahlvorstand vor. Die Firma Bachmann ist ein familiengeführter, industrieller Hersteller, der elektrotechnische Komponenten und Systeme, Tischanschlussfelder und elektrotechnische Baugruppen entwickelt, produziert und vertreibt. In Gumpelstadt sind etwa 220 Menschen im Betrieb beschäftigt.

1. März | Betriebsratswahlen 2018

Kompetenz für gute Arbeit? Kannst du wählen!

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. Alle Betriebe mit mehr als fünf Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, eine entsprechende Interessenvertretung zu wählen. Alle Beschäftigten, die 18 Jahre alt oder älter sind, sind aufgerufen, aktiv und konkret darüber zu entscheiden, wer die anspruchsvollen Aufgaben in den Betriebsräten für die nächsten vier Jahre bewältigt. Demokratie braucht Beteiligung. Daher rufen wir zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen 2018 auf.

Kontinuierlich unterstützen wir Belegschaften, die bisher keinen Betriebsrat haben, diesen rechtswidrigen Zustand mit unserer Hilfe zu beenden. Da ist uns viel in der Region gelungen. Aber es ist auch noch viel zu tun. Daher rufen wir Beschäftigte in Betrieben, in denen bisher kein Betriebsrat besteht, auf, sich zur Vorbereitung und Durchführung von Betriebsratswahlen gern an uns zu wenden. All diesen Beschäftigten rufen wir zu: Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei.

25. Januar | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei MIWE Meiningen abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall) ,Michael Hellfaier, Jan Büschken, Patrick Eitberger, Reimund Schleicher, Dietrich Kendzia, Anton Schüler, Martin Eichhorn

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. Viele Belegschaften verzichten bisher auf diese Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung. Bei der MIWE Meiningen ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten am 17. Januar 2018 bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 89 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat reduzieren unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren 152 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde in der konstituierenden Sitzung am 25. Januar 2018 Patrick Eitberger bestimmt, stellvertretender Vorsitzender ist Anton Schüler.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

11. Dezember | Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg

Solidarität mit den Beschäftigten von Siemens

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg ist das höchste Gremium der IG Metall vor Ort. Als regionales „Parlament“ der IG Metall tagen die 70 stimmberechtigten Delegierten einmal pro Quartal. Die Delegiertenversammlung nimmt den Bericht der Bevollmächtigten und des Ortsvorstandes sowie der Revisionskommission entgegen und erteilt Entlastung. Zugleich berät und entscheidet die Delegiertenversammlung über die politische Agenda und Ausrichtung der IG Metall Suhl-Sonneberg.

Zwar haben wir in unserer Region keinen Standort von Siemens in Süd- und Westthüringen. Dennoch verfolgen wir aufmerksam, was das Siemens-Management im Schilde führt. Angesichts enormer Gewinne grenzt es an Unanständigkeit, wenn zeitgleich die Garanten für hohe Gewinne, nämlich die Beschäftigten, mit Arbeitsplatzverlust bedroht werden. Daher hat die Delegiertenversammlung am 11. Dezember eine Solidaritätserklärung zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen bei Siemens verabschiedet.

11. Dezember | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei FCT Ingenieurkeramik abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Sandy Fischer, Torsten Schillig, Maria Bischoff, Nancy Kuhla, Dr. Ullrich Degenhardt, Simon Krause, Robert Dressel

Bei der FCT Ingenieurkeramik ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Allerdings erst im zweiten Anlauf. Mit Unterstützung eines »externen Beraters« wurde im Sommer 2017 eine erste Wahl eingeleitet. Dann fragten Beschäftigte bei uns nach, ob das alles ordnungsgemäß sei. Wegen festgestellter Unregelmäßigkeiten mussten wir auf eine Neueinleitung der Wahl bestehen und boten hierzu Hilfe an.

Die FCT Ingenieurkeramik in Rauenstein/Frankenblick und Sonneberg fertigt Bauteile mit unterschiedlicher Formgebungs- und Sintertechnik für verschiedenste industrielle Bereiche und Anwendungen. Insgesamt sind 127 Arbeitnehmer/-innen beschäftigt. Am 28. November fand die erste Betriebsratswahl mit Unterstützung der IG Metall Suhl-Sonneberg statt. Die Wahlbeteiligung betrug 81,9 Prozent. In der konstituierenden Sitzung am 11. Dezember wurden zum Betriebsratsvorsitzenden Sandy Fischer und zur stellvertretenden Vorsitzenden Nancy Kuhla gewählt.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

19. Juli | Fiat Chrysler Automobiles Serbien

Streik überraschend beendet

Seit 27. Juni 2017 streikten die Gewerkschaften und etwa 2.000 Beschäftigte der Tochterfirma von FCA im serbischen Kragujevac. Grund war die Weigerung der lokalen Werkleitung, Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Diese hatten wegen exzessiver Arbeitsüberlastung und äußerst geringer Löhne ein unzumutbares Ausmaß erreicht.

Auch die IG Metall Suhl-Sonneberg solidarisierte sich in einer Erklärung an den Konzernvorstand mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen.

Nach einem Treffen mit der serbischen Regierungschefin haben die Verantwortlichen das Ende des Streiks beschlossen. Die Arbeiten wurden am 19. Juli wieder aufgenommen. Konkrete Ergebnisse gibt es bisher nicht.

Erst nach vier Jahren gibt es den berechtigten Branchenzuschlag

IG Metall setzt sich vor dem Bundesarbeitsgericht durch

Am 23. Juli 2013 machte die IG Metall Suhl-Sonneberg erstmals die Zahlung von Branchenzuschlägen für Leiharbeitnehmer der Job AG, die bei der BLG Automotive Logistics in Brotterode beschäftigt waren, geltend. Der Betrieb war logistischer Dienstleister für die Automotive Lighting in Brotterode. Für den Betrieb war ein Haustarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen, der sich in allen wesentlichen Tarifbestimmungen an die Metall- und Elektroindustrie Thüringen anlehnte. Lediglich die Tarifentgelte wichen vom Niveau der Metall- und Elektroindustrie ab. Der Arbeitgeber lehnte die Zahlung von Branchenzuschlägen ab. Das Arbeitsgericht Suhl sowie das Thüringer Landesarbeitsgericht (LAG) wiesen die Leistungsklage zu Unrecht ab. Zudem ließ das LAG keine Revision zu. Unsere am 28. Mai 2015 beim Bundesarbeitsgericht (BAG) eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hatte nun endlich Erfolg. Das BAG korrigierte mit Urteil vom 22. Februar 2017 (Az.: 5 AZR 453/15) die Fehlentscheidung des LAG. Nun liegt die Urteilsbegründung vor, die den Fall an das LAG zurück verweist. Der Anspruch ist in der Sache unstreitig, jedoch in der Höhe auszuermitteln.

Einmal mehr zeigt sich hier, dass die Mitgliedschaft in der IG Metall einerseits hilft bei der Durchsetzung von Ansprüchen. Aber es macht sich auch bezahlt, wenn tarifliche Ansprüche bestehen und eingefordert werden können. Für die Beschäftigten, die mit uns vor Gericht gegangen waren, steht nun eine saftige Nachzahlung an. Die genaue Höhe ist noch vom LAG zu ermitteln. Aber auch alle anderen IG Metall-Mitglieder als Leiharbeiter profitieren ab sofort von der höchstrichterlichen Entscheidung.

30. Juni | Gehren

Letzter Abschied von DURA aus der Region

Warnstreik am 13. Juni 2014 in Gehren

Zum 30. Juni 2017 scheiden die letzten acht verbliebenen ehemaligen Beschäftigten aus der Transfergesellschaft aus. Anfang September 2013 schockierte die DURA Automotive Systems GmbH die Belegschaft in Gehren mit der Ankündigung, das Werk zu Ende 2014 nach über 70 Jahren Produktion schließen zu wollen. Damit plante der US-amerikanische Automobilzulieferer kurzfristig das Ende der Produktion von vor allem Seilzügen in Gehren.

Etwa 190 Beschäftigte waren von dieser schockierenden Nachricht betroffen. In kurzer Zeit organisierten sich über 90 Prozent der Belegschaft in der IG Metall. Leider zu spät, um mit dem Eigentümer rechtzeitig über eine alternative Standortstrategie verhandeln zu können. Jedoch waren wir dann in der Lage, einen Sozialtarifvertrag zur Verzögerung der Schließung unter gleichzeitiger Verbesserung der Entschädigungen für die sozialen Auswirkungen zu verhandeln und abzuschließen. Die Einstellung des Geschäftsbetriebes in Gehren konnten wir auf den 30. Juni 2016 hinauszögern.

Einige ehemalige Beschäftigte fanden sofort eine neue Beschäftigung und gingen nicht in die Transfergesellschaft über. Aber für immerhin 144 ehemalige DURA-Beschäftigte bot die Transfergesellschaft Qualifizierung und Unterstützung bei der Vermittlung in neue Arbeit. Wegen Rentennähe oder gesundheitlichen Einschränkungen strebten lediglich 109 Beschäftigte eine Anschlussbeschäftigung an. Für 67 Beschäftigte gelang das direkt aus der Transfergesellschaft heraus. Das entspricht einer überproportional hohen Quote von knapp 62 Prozent. Die der DURA im Sozialplan abgerungenen 144.000 Euro für Qualifizierung in der Transfergesellschaft wurden komplett ausgeschöpft. Zusätzlich bewilligte die Agentur für Arbeit fast 45.000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen. Im Schwerpunkt fanden Bewerbungstrainings und EDV- oder CNC-Kurse statt. Aber auch zum Busfahrer oder als Erzieherin schulten einzelne Beschäftigte um. Mitglieder der IG Metall erhielten bei Ausscheiden gemäß Sozialtarifvertrag eine zusätzliche Bonuszahlung von bis zu 3.000 Euro. Insgesamt musste DURA somit für die IG Metall-Mitglieder 211.750 Euro zusätzlich berappen.

21. Oktober | Deutscher Bundestag

Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

In 2. und 3. Lesung verabschiedete der Deutsche Bundestag am 21. Oktober 2016 das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und anderer Gesetzes (18/9232). Nach Behandlung im Bundesrat sollen die neuen gesetzlichen Regelungen 2017 in Kraft treten. Das führt zu verschiedenen Auswirkungen auf betrieblicher Ebene. Einige Punkte aus gewerkschaftlicher Sicht wurden vom Gesetzgeber aufgegriffen. Insgesamt bleibt das vorgelegte Gesetz jedoch hinter unseren Erwartungen, insbesondere aus Sicht der Beschäftigten dieser Branche, zurück.