30. August | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei der Noblex in Eisfeld abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Bernhard Zimmermann, Heide Müller, Susann Adam, David Tinter, Corina Wurm, Stefanie Herold, Sandro Altenfelder (Ersatzmitglied)

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. In immer noch vielen Betrieben wird dem bisher nicht entsprochen. Das ändern wir. Für uns gehört in einem modernen Unternehmen ein Betriebsrat zur Grundausstattung und damit zur Normalität. So formulieren wir auch unsere Botschaft an die Geschäftsleitung. Es geht weder um Unzufriedenheit oder Streitigkeiten im Betrieb, sondern die Wahrnehmung der Möglichkeit zur Mitbestimmung im Betrieb. Das schafft mehr Transparenz im Betrieb und damit Zufriedenheit der Beschäftigten.

Noblex in Eisfeld produziert Zieloptiken, Lichttechnik, Fernoptiken und Wärmebildtechnik. Bis Mitte August 2019 bestand kein Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Mit Hilfe der IG Metall Suhl-Sonneberg wurde die Betriebsratswahl eingeleitet. Am 21. August 2019 waren die 111 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 7-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der guten Wahlbeteiligung von 72,9 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. Bernhard Zimmermann wurde zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt, David Tinter zum stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden.

12. August | Sommertour des DGB-Bezirksvorsitzenden Michael Rudolph

Sorge um die Arbeitsplätze bei LuK in Kaltennordheim

Vom 12. bis 16. August 2019 besucht der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, verschiedene Betriebe in Thüringen im Rahmen seiner Sommertour. Unter dem Motto „Besser mit Tarifvertrag“ informiert er sich über Positivbeispiele für Tarifbindung und auch zu den Schwierigkeiten, weshalb es in Thüringen eine im bundesweiten Vergleich bisher eher geringe Tarifbindung gibt. Am 12. August war Michael Rudolph in Kaltennordheim bei LuK Truckparts.

Da dieser Standort des Automobilzulieferer-Konzerns Schaeffler von Schließung bedroht ist, informierte sich der Gewerkschaftschef direkt vor Ort im Gespräch mit dem Betriebsrat über die Ängste aber auch die Wut der Beschäftigten.

5. Juni | Wieder ein Betriebsrat mehr in Thüringen

Erstmals Betriebsratswahl bei Messerschmitt Systems abgeschlossen

Die Messerschmitt Systems GmbH in Zella-Mehlis produziert KeyCard– und Roommanagement– Systeme für die Hotelbranche. Bis Ende Mai 2019 bestand kein Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Mit Hilfe der IG Metall Suhl-Sonneberg wurde die Betriebsratswahl eingeleitet. Am 20. Mai 2019 waren die 62 Beschäftigten aufgerufen, erstmals ihren 5-köpfigen Betriebsrat zu wählen. An der hohen Wahlbeteiligung von 90 Prozent ist das Interesse der Belegschaft deutlich erkennbar. Inzwischen fand auch die konstituierende Sitzung des neugewählten Betriebsrats statt. Thomas Müller wurde zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt, Constanze Blum zur stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden.

Die IG Metall gratuliert den Gewählten und wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben. Wir helfen aber auch weiterhin aktiv in Betrieben, in denen noch kein Betriebsrat besteht. Diesen Umstand wollen wir gemeinsam mit den Belegschaften ändern.

1. Juni | Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld

Insolvenzgericht eröffnet Insolvenzverfahren

Hervorgegangen aus einer Insolvenz im Jahr 2010 hatte die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld Ende März erneut Insolvenzantrag gestellt. In Eigenverwaltung unter Beiordnung von Sachwalter Rechtsanwalt Rico Winzer aus Erfurt wurde die wirtschaftliche Situation seither beleuchtet. Über eine Vorfinanzierung erhielten die Beschäftigten Insolvenzausfallgeld.

Am 1. Juni eröffnete das Insolvenzgericht Meiningen das Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen IN 56/19.

Die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld ist ein Metallbetrieb mit 70 Beschäftigten. Vor allem werden Stanz- und Biegeteile produziert, Teile kunststoff- und metallumspritzt und es erfolgt Werkzeug- und Formenbau.

17. April | Schaeffler-Standort Luk in Kaltennordheim

Belegschaft und IG Metall kämpfen für Erhalt des Standortes

Auf Einladung des Bürgermeisters, Erik Thürmer (CDU), trafen am 17. April Vertreter des Schaeffler-Managements im Rathaus von Kaltennordheim mit dem Bürgermeister, dem Wirtschaftsminister Thüringens, Wolfgang Tiefensee (SPD), der Landrätin im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (parteilos), dem 2. Bevollmächtigten der IG Metall Suhl-Sonneberg, Uwe Laubach, und dem Betriebsrat zusammen. Landes- und Lokalpolitik fordern gemeinsam mit Belegschaft und IG Metall den Erhalt des Standortes in Kaltennordheim.

Dieser Forderung haben Beschäftigte während der Beratung vor dem Rathaus Nachdruck verliehen. Hierbei wurden die Kaltennordheimer solidarisch unterstützt durch Schaeffler-Beschäftigte aus anderen Standorten. Auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Norbert Lenhard, war vor Ort und sprach zu den Versammelten.

21. März | Umbau im Schaeffler-Konzern trifft auch Thüringen

Paukenschlag für LuK Kaltennordheim

Im Rahmen einer Betriebsversammlung wurden heute die etwa 150 Beschäftigten der LuK Truckparts durch den Arbeitgeber informiert, dass der Betrieb einer von vier deutschen Standorten sei, für den Schaeffler im Konzern keine Zukunft sieht. Was das für die Beschäftigten, ihre Arbeitsplätze und den Betrieb insgesamt heißt, ist bisher noch völlig offen.

An anderen Standorten kann die Tarifmächtigkeit der IG Metall ein Schlüssel zum Erfolg sein. In Kaltennordheim besteht keine Tarifbindung.

7. März | Mahle Filtersysteme Auengrund

35-Stunden-Woche: Im Osten wie im Westen !

An der Betriebsversammlung im Mahle-Standort Auengrund am 7. März nahmen auch der GBR-Vorsitzende, Uwe Schwarte, sowie Betriebsratskollegen aus anderen Standorten teil.

Die Angleichung der Tarifbedingungen in den neuen Bundesländern an die Standards in den westdeutschen Tarifgebieten war dabei intensives Thema. Im Auengrund kommt noch hinzu, dass die Arbeitszeit der Beschäftigten gemäß Haustarifvertrag 40 Stunden pro Woche beträgt. Daher hat die IG Metall den Arbeitgeber zunächst zu Verhandlungen zur Einführung der 38-Stunden-Woche aufgefordert, um im nächsten Schritt die letzte Angleichung der Wochenarbeitszeit im Tarifvertrag sichern zu können.

17. Januar | Zu Gast im BTZ Rohr-Kloster und bei Versbach Metallbau in Walldorf

Ralf Kutzner besuchte das Südthüringer Handwerk

In vielen Bereichen arbeiten das Südthüringer Handwerk und die IG Metall Suhl-Sonneberg eng zusammen. Darüber informierte sich Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am 17. Januar 2019 bei einem Besuch in der Region. Vormittags besuchte Ralf gemeinsam mit dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Suhl-Sonneberg, Thomas Steinhäuser, das Bildungs- und Technologiezentrum BTZ der Handwerkskammer Südthüringen in Rohr-Kloster. Die HWK-Hauptgeschäftsführerin, Manuela Glühmann, sowie beide Vizepräsidenten der HWK Südthüringen, Lutz Koscielsky für die Arbeitgeber und Mario Hau für die Arbeitnehmer, empfingen den Gast aus Frankfurt und präsentierten das Südthüringer Handwerk und die Bildungseinrichtung.

Am Nachmittag erfolgte der Besuch der Versbach Metallbau in Walldorf. Geschäftsführer Harald Bremer stellte den Betrieb und dessen Historie vor. Der seit November 2018 geltende Haustarifvertrag mit der IG Metall hilft für mehr Lohntransparenz und -gerechtigkeit. Nach dem Empfang erfolgte ein Betriebsrundgang. Zum Abschluss des Besuches folgte Ralf Kutzner der Einladung des Betriebsratsvorsitzenden, Günter Kaiser, zur Betriebsversammlung.

17. Dezember | Ilmenauer Systemeinrichtungen ISE sollen verkauft werden

Zwischen Hoffen und Bangen bei den Beschäftigten

Die Gesellschafter von ISE, die Waldner Gruppe aus Wangen im Allgäu, wollen sich von dem Betreib in Ilmenau trennen. Der Geschäftsführer hat dafür eine Unternehmensberatung beauftragt, um potentielle Erwerber anzusprechen und den Verkauf möglichst bis Mitte 2019 zu realisieren. Das ist für die Beschäftigten eine beunruhigende Nachricht kurz vor Weihnachten. Unternehmensverkäufe sind zunächst kein Drama, wenn denn die betriebliche Einheit mit allen Arbeitsplätzen erhalten werden kann.

ISE ist ein Markenhersteller für zertifizierte Schulmöbel, wie Tische oder Tafeln. Das Produktsortiment umfasst Standardartikel bis hin zu Sonderanfertigungen nach Kundenwünschen. Das gelingt durch gut qualifizierte Beschäftigte.

25. Oktober | Automotive Lighting Brotterode

Verkauf der Unternehmensgruppe nach Japan

Die Beschäftigten von Automotive Lighting – auch in Brotterode – wurden davon in Kenntnis gesetzt, dass der Fiat-Chrysler-Konzern seine Zulieferer-Tochter Magneti Marelli, zu welcher auch Automotive Lighting gehört, an den japanischen Konzern Calsonic Kansei verkaufen wird.

Magneti Marelli wurde 1919 gegründet und blickt auf 100 Jahre Bestehen des Unternehmens zurück. Nach eigenen Angaben sind in 85 Werken plus 15 Entwicklungszentren weltweit 43.000 Menschen beschäftigt. Davon gehören etwa 18.000 Beschäftigte zur 100-prozentigen Tochter Automotive Lighting in 23 Werken plus Entwicklungs- und Applikationszentren. In der Mitteilung des Managements an die Beschäftigten ist beschrieben, dass das dann zusammengeschlossene Unternehmen aus fast 200 Standorten und Entwicklungszentren in Europa, Japan, Nord- und Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum heraus operieren wolle. Die neu entstehende Gesellschaft werde „Magneti Marelli CK Holdings“ heißen. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Halbjahr 2019 erwartet und sei Gegenstand der üblichen kartellrechtlichen Genehmigungsprozesse.

Bei Automotive Lighting in Brotterode produzieren etwa 900 Beschäftigte insbesondere Hauptscheinwerfer für verschiedene Automobilhersteller. Der Betrieb unterliegt der Tarifbindung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringens.

6. September | Merkel Jagd- und Sportwaffen

120 Jahre Handwerkstradition in Suhl

v.l.n.r.: Andreas Mehne (stellv. BR-Vorsitzender), Olaf Sauer (Geschäftsführer), Thomas Steinhäuser (IG Metall)

Am 1. September 1898 wurde die Firma von den Gebrüdern Merkel in Suhl gegründet. Weniger Tage nach dem 120. Geburtstag lud die Geschäftsleitung zum Empfang auf den Friedberg, wo sich der heutige Firmensitz befindet, ein.

Zu den zahlreichen Gästen des Empfangs zählten auch die beiden Urenkelinnen eines der Firmengründer, die heute in Melbourne wohnen und eine besonders weite Anreise hatten.

Für die IG Metall Suhl-Sonneberg gratulierte der 1. Bevollmächtigte, Thomas Steinhäuser, de Beschäftigten und der Geschäftsleitung zum Jubiläum.

27. Juli | Beschäftigungssicherung bis Ende 2019

Verlagerung der Leica Biosystems

Vereinbart wurde eine Beschäftigungssicherung bis mindestens zum 31. Dezember 2019. Damit haben die heute 22 Beschäftigten in Eisfeld einen zeitlichen Korridor zur Neuorientierung am lokalen Arbeitsmarkt. Allen Beschäftigten wird ein adäquater Arbeitsplatz in Nussloch angeboten zu den dort geltenden Tarifbedingungen für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Für bis zu 18 Monate übernimmt der Arbeitgeber die Fahrtkosten für Heimfahrten an Wochenenden und gewährt einen Mietkostenzuschuss für die Unterbringung während der Woche von 600 Euro im Monat. Weiter trägt der Arbeitgeber die Kosten für den Umzug in die Region Heidelberg inklusive eventuell erforderlicher Maklerkosten für das Finden einer geeigneten Wohnung. Bei Aufnahme einer Beschäftigung in Nussloch wird zudem einmalig eine Prämie von 5.000 Euro gewährt. Wer keine Tätigkeit bei Leica in Nussloch aufnehmen möchte oder kann und aus dem Unternehmen ausscheidet, erhält eine komfortable Abfindung von bis zu 100.000 Euro im Einzelfall. Die individuelle Abfindungshöhe richtet sich nach der Dauer der Beschäftigung und der Höhe des Bruttoeinkommens.

Zusätzlich zu den Tarifbestimmungen rund um das Ende der Produktion in Eisfeld, haben wir ein umfangreiches Paket von Tarifverbesserungen für die verbleibende Zeit der Produktion in Eisfeld vereinbart. Ab Januar 2019 erhöhen sich die Grundvergütungen in Eisfeld um knapp 20 Prozent. Im Juli 2019 wird eine zusätzliche Einmalzahlung von 400 Euro brutto plus 27,5 Prozent einer Monatsvergütung gewährt, welche unter bestimmten Voraussetzungen in acht zusätzliche freie bezahlte Tage im kommenden Jahr umgewandelt werden können. Darüber hinaus werden die Zuschläge für Schicht- und Mehrarbeit deutlich erhöht, im Einzelfall bis zu 100 Prozent der Grundvergütung.

26. Juni | Betriebsräte-Empfang in Walldorf

Plus 20 Prozent mehr Mitbestimmung in Südthüringen

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen in den Betrieben jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. So auch 2018. Verglichen mit den Wahlen im Frühjahr 2014 fanden nun in 74 Betrieben Betriebsratswahlen statt. 2014 waren diese nur in 62 Betrieben. Das ist ein Plus von 20 Prozent an betrieblicher Mitbestimmung in Südthüringen. Verglichen mit den Betriebsratswahlen 2010 in nur 48 Betrieben ist es sogar ein Plus von über 50 Prozent betrieblicher Mitbestimmung. Das bildet die sehr erfolgreichen Aktivitäten der IG Metall Suhl-Sonneberg bei der Initiierung und Durchführung von erstmaligen Betriebsratswahlen in zuvor betriebsratslosen Betrieben ganz praktisch ab. Wir gratulieren allen neu gewählten Betriebsratsmitgliedern zur Wahl und danken ihnen für die Bereitschaft, zusätzlich zu den arbeitsvertraglichen Aufgaben das Ehrenamt Betriebsrat zur Interessenvertretung der Beschäftigten zu übernehmen. Zugleich gilt unser Dank allen Mitgliedern der betrieblichen Wahlvorstände für die gute und präzise Arbeit zur Absicherung fehlerfreier Betriebsratswahlen.

14. Mai | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei Meteor Zella-Mehlis abgeschlossen

v.l.n.r.: Roland Rasch, Raymond Haße (IG Metall), Silvio Wirthwein, Sebastian Rommel, Roland Kummer, Sylvia Jönsson, Martina Jüngst

Bei der Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 87 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Mit ihren 145 Beschäftigten ist die Meteor Umformtechnik eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotiv-Industrie hat. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde Roland Raasch bestimmt, stellvertretende Vorsitzende ist Martina Jüngst.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

24. April | Arbeitsgericht beendet Arbeitgeber-Blockade der Betriebsratswahl

Denkzettel für Bachmann Gumpelstadt

Was ist passiert? Die Betriebsratswahl, auch die bei Bachmann, ist Sache der Beschäftigten. Arbeitgeber haben dabei gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Sonstige Einmischung ist ihnen untersagt. Eine dieser Pflichten besteht darin, dass dem betrieblichen Wahlvorstand, der die Wahlen steuert und durchführt, die Privatadressen derer Beschäftigten übergeben werden müssen, die am Wahltag nicht im Betrieb anwesend sind, um auch ihnen die Teilnahme an der Betriebsratswahl zu ermöglichen. Wer ist das? Beispielsweise Beschäftigte in Elternzeit, Langzeiterkrankte, Außendienstleute und so weiter. Diese Pflicht zur Herausgabe der Adressen ist gesetzlich abschließend klar geregelt.

Das sah der Arbeitgeber bei Bachmann in Gumpelstadt zunächst anders. Der Arbeitgeber meinte, er könne selbst entscheiden, ob und unter welchen von ihm erfundenen Bedingungen er die erforderlichen Adressen heraus gibt oder nicht. Diesem Unsinn trat das Arbeitsgericht Suhl nach Antrag entgegen. Der Wahlvorstand reichte eine einstweilige Verfügung ein, um unverzüglich die Adressen zu bekommen und keine Verzögerung der Wahlabläufe zu riskieren. Nach dem völlig überflüssigen Ausflug zum Arbeitsgericht kam der Arbeitgeber heute seiner Pflicht nach und legte die Adressen dem Wahlvorstand vor. Die Firma Bachmann ist ein familiengeführter, industrieller Hersteller, der elektrotechnische Komponenten und Systeme, Tischanschlussfelder und elektrotechnische Baugruppen entwickelt, produziert und vertreibt. In Gumpelstadt sind etwa 220 Menschen im Betrieb beschäftigt.

1. März | Betriebsratswahlen 2018

Kompetenz für gute Arbeit? Kannst du wählen!

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. Alle Betriebe mit mehr als fünf Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, eine entsprechende Interessenvertretung zu wählen. Alle Beschäftigten, die 18 Jahre alt oder älter sind, sind aufgerufen, aktiv und konkret darüber zu entscheiden, wer die anspruchsvollen Aufgaben in den Betriebsräten für die nächsten vier Jahre bewältigt. Demokratie braucht Beteiligung. Daher rufen wir zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen 2018 auf.

Kontinuierlich unterstützen wir Belegschaften, die bisher keinen Betriebsrat haben, diesen rechtswidrigen Zustand mit unserer Hilfe zu beenden. Da ist uns viel in der Region gelungen. Aber es ist auch noch viel zu tun. Daher rufen wir Beschäftigte in Betrieben, in denen bisher kein Betriebsrat besteht, auf, sich zur Vorbereitung und Durchführung von Betriebsratswahlen gern an uns zu wenden. All diesen Beschäftigten rufen wir zu: Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei.

25. Januar | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei MIWE Meiningen abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall) ,Michael Hellfaier, Jan Büschken, Patrick Eitberger, Reimund Schleicher, Dietrich Kendzia, Anton Schüler, Martin Eichhorn

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. Viele Belegschaften verzichten bisher auf diese Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung. Bei der MIWE Meiningen ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten am 17. Januar 2018 bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 89 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat reduzieren unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren 152 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde in der konstituierenden Sitzung am 25. Januar 2018 Patrick Eitberger bestimmt, stellvertretender Vorsitzender ist Anton Schüler.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

11. Dezember | Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg

Solidarität mit den Beschäftigten von Siemens

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg ist das höchste Gremium der IG Metall vor Ort. Als regionales „Parlament“ der IG Metall tagen die 70 stimmberechtigten Delegierten einmal pro Quartal. Die Delegiertenversammlung nimmt den Bericht der Bevollmächtigten und des Ortsvorstandes sowie der Revisionskommission entgegen und erteilt Entlastung. Zugleich berät und entscheidet die Delegiertenversammlung über die politische Agenda und Ausrichtung der IG Metall Suhl-Sonneberg.

Zwar haben wir in unserer Region keinen Standort von Siemens in Süd- und Westthüringen. Dennoch verfolgen wir aufmerksam, was das Siemens-Management im Schilde führt. Angesichts enormer Gewinne grenzt es an Unanständigkeit, wenn zeitgleich die Garanten für hohe Gewinne, nämlich die Beschäftigten, mit Arbeitsplatzverlust bedroht werden. Daher hat die Delegiertenversammlung am 11. Dezember eine Solidaritätserklärung zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen bei Siemens verabschiedet.

Erst nach vier Jahren gibt es den berechtigten Branchenzuschlag

IG Metall setzt sich vor dem Bundesarbeitsgericht durch

Am 23. Juli 2013 machte die IG Metall Suhl-Sonneberg erstmals die Zahlung von Branchenzuschlägen für Leiharbeitnehmer der Job AG, die bei der BLG Automotive Logistics in Brotterode beschäftigt waren, geltend. Der Betrieb war logistischer Dienstleister für die Automotive Lighting in Brotterode. Für den Betrieb war ein Haustarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen, der sich in allen wesentlichen Tarifbestimmungen an die Metall- und Elektroindustrie Thüringen anlehnte. Lediglich die Tarifentgelte wichen vom Niveau der Metall- und Elektroindustrie ab. Der Arbeitgeber lehnte die Zahlung von Branchenzuschlägen ab. Das Arbeitsgericht Suhl sowie das Thüringer Landesarbeitsgericht (LAG) wiesen die Leistungsklage zu Unrecht ab. Zudem ließ das LAG keine Revision zu. Unsere am 28. Mai 2015 beim Bundesarbeitsgericht (BAG) eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hatte nun endlich Erfolg. Das BAG korrigierte mit Urteil vom 22. Februar 2017 (Az.: 5 AZR 453/15) die Fehlentscheidung des LAG. Nun liegt die Urteilsbegründung vor, die den Fall an das LAG zurück verweist. Der Anspruch ist in der Sache unstreitig, jedoch in der Höhe auszuermitteln.

Einmal mehr zeigt sich hier, dass die Mitgliedschaft in der IG Metall einerseits hilft bei der Durchsetzung von Ansprüchen. Aber es macht sich auch bezahlt, wenn tarifliche Ansprüche bestehen und eingefordert werden können. Für die Beschäftigten, die mit uns vor Gericht gegangen waren, steht nun eine saftige Nachzahlung an. Die genaue Höhe ist noch vom LAG zu ermitteln. Aber auch alle anderen IG Metall-Mitglieder als Leiharbeiter profitieren ab sofort von der höchstrichterlichen Entscheidung.