14. Mai | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei Meteor Zella-Mehlis abgeschlossen

v.l.n.r.: Roland Rasch, Raymond Haße (IG Metall), Silvio Wirthwein, Sebastian Rommel, Roland Kummer, Sylvia Jönsson, Martina Jüngst

Bei der Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 87 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Mit ihren 145 Beschäftigten ist die Meteor Umformtechnik eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotiv-Industrie hat. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde Roland Raasch bestimmt, stellvertretende Vorsitzende ist Martina Jüngst.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

24. April | Arbeitsgericht beendet Arbeitgeber-Blockade der Betriebsratswahl

Denkzettel für Bachmann Gumpelstadt

Was ist passiert? Die Betriebsratswahl, auch die bei Bachmann, ist Sache der Beschäftigten. Arbeitgeber haben dabei gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Sonstige Einmischung ist ihnen untersagt. Eine dieser Pflichten besteht darin, dass dem betrieblichen Wahlvorstand, der die Wahlen steuert und durchführt, die Privatadressen derer Beschäftigten übergeben werden müssen, die am Wahltag nicht im Betrieb anwesend sind, um auch ihnen die Teilnahme an der Betriebsratswahl zu ermöglichen. Wer ist das? Beispielsweise Beschäftigte in Elternzeit, Langzeiterkrankte, Außendienstleute und so weiter. Diese Pflicht zur Herausgabe der Adressen ist gesetzlich abschließend klar geregelt.

Das sah der Arbeitgeber bei Bachmann in Gumpelstadt zunächst anders. Der Arbeitgeber meinte, er könne selbst entscheiden, ob und unter welchen von ihm erfundenen Bedingungen er die erforderlichen Adressen heraus gibt oder nicht. Diesem Unsinn trat das Arbeitsgericht Suhl nach Antrag entgegen. Der Wahlvorstand reichte eine einstweilige Verfügung ein, um unverzüglich die Adressen zu bekommen und keine Verzögerung der Wahlabläufe zu riskieren. Nach dem völlig überflüssigen Ausflug zum Arbeitsgericht kam der Arbeitgeber heute seiner Pflicht nach und legte die Adressen dem Wahlvorstand vor. Die Firma Bachmann ist ein familiengeführter, industrieller Hersteller, der elektrotechnische Komponenten und Systeme, Tischanschlussfelder und elektrotechnische Baugruppen entwickelt, produziert und vertreibt. In Gumpelstadt sind etwa 220 Menschen im Betrieb beschäftigt.

1. März | Betriebsratswahlen 2018

Kompetenz für gute Arbeit? Kannst du wählen!

Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Betriebsratswahlen jeweils vom 1. März bis 31. Mai statt. Alle Betriebe mit mehr als fünf Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, eine entsprechende Interessenvertretung zu wählen. Alle Beschäftigten, die 18 Jahre alt oder älter sind, sind aufgerufen, aktiv und konkret darüber zu entscheiden, wer die anspruchsvollen Aufgaben in den Betriebsräten für die nächsten vier Jahre bewältigt. Demokratie braucht Beteiligung. Daher rufen wir zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen 2018 auf.

Kontinuierlich unterstützen wir Belegschaften, die bisher keinen Betriebsrat haben, diesen rechtswidrigen Zustand mit unserer Hilfe zu beenden. Da ist uns viel in der Region gelungen. Aber es ist auch noch viel zu tun. Daher rufen wir Beschäftigte in Betrieben, in denen bisher kein Betriebsrat besteht, auf, sich zur Vorbereitung und Durchführung von Betriebsratswahlen gern an uns zu wenden. All diesen Beschäftigten rufen wir zu: Habt ihr bisher keinen Betriebsrat? Wählt euch erstmals einen solchen! Wir helfen gern dabei.

25. Januar | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei MIWE Meiningen abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall) ,Michael Hellfaier, Jan Büschken, Patrick Eitberger, Reimund Schleicher, Dietrich Kendzia, Anton Schüler, Martin Eichhorn

Gemäß Gesetz sollen in allen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden. Viele Belegschaften verzichten bisher auf diese Möglichkeit der betrieblichen Mitbestimmung. Bei der MIWE Meiningen ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Nach Anregung durch uns, die IG Metall, wählten sich die Beschäftigten am 17. Januar 2018 bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 89 Prozent einen aus sieben Personen bestehenden Betriebsrat. Im Rahmen unseres Projektes Betriebe ohne Betriebsrat reduzieren unterstützen wir bei der Einleitung und Durchführung von Betriebsratswahlen. Dieses Angebot gilt auch für alle anderen Belegschaften, die sich bisher noch keinen Betriebsrat gewählt haben.

Die MIWE Meiningen Michael Wenz GmbH stellt mit ihren 152 Beschäftigten industrielle Backsysteme her. Zum Vorsitzenden des Betriebsrats wurde in der konstituierenden Sitzung am 25. Januar 2018 Patrick Eitberger bestimmt, stellvertretender Vorsitzender ist Anton Schüler.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

11. Dezember | Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg

Solidarität mit den Beschäftigten von Siemens

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Suhl-Sonneberg ist das höchste Gremium der IG Metall vor Ort. Als regionales „Parlament“ der IG Metall tagen die 70 stimmberechtigten Delegierten einmal pro Quartal. Die Delegiertenversammlung nimmt den Bericht der Bevollmächtigten und des Ortsvorstandes sowie der Revisionskommission entgegen und erteilt Entlastung. Zugleich berät und entscheidet die Delegiertenversammlung über die politische Agenda und Ausrichtung der IG Metall Suhl-Sonneberg.

Zwar haben wir in unserer Region keinen Standort von Siemens in Süd- und Westthüringen. Dennoch verfolgen wir aufmerksam, was das Siemens-Management im Schilde führt. Angesichts enormer Gewinne grenzt es an Unanständigkeit, wenn zeitgleich die Garanten für hohe Gewinne, nämlich die Beschäftigten, mit Arbeitsplatzverlust bedroht werden. Daher hat die Delegiertenversammlung am 11. Dezember eine Solidaritätserklärung zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen bei Siemens verabschiedet.

11. Dezember | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei FCT Ingenieurkeramik abgeschlossen

v.l.n.r.: Raymond Haße (IG Metall), Sandy Fischer, Torsten Schillig, Maria Bischoff, Nancy Kuhla, Dr. Ullrich Degenhardt, Simon Krause, Robert Dressel

Bei der FCT Ingenieurkeramik ist die betriebsratslose Zeit jetzt vorbei. Allerdings erst im zweiten Anlauf. Mit Unterstützung eines »externen Beraters« wurde im Sommer 2017 eine erste Wahl eingeleitet. Dann fragten Beschäftigte bei uns nach, ob das alles ordnungsgemäß sei. Wegen festgestellter Unregelmäßigkeiten mussten wir auf eine Neueinleitung der Wahl bestehen und boten hierzu Hilfe an.

Die FCT Ingenieurkeramik in Rauenstein/Frankenblick und Sonneberg fertigt Bauteile mit unterschiedlicher Formgebungs- und Sintertechnik für verschiedenste industrielle Bereiche und Anwendungen. Insgesamt sind 127 Arbeitnehmer/-innen beschäftigt. Am 28. November fand die erste Betriebsratswahl mit Unterstützung der IG Metall Suhl-Sonneberg statt. Die Wahlbeteiligung betrug 81,9 Prozent. In der konstituierenden Sitzung am 11. Dezember wurden zum Betriebsratsvorsitzenden Sandy Fischer und zur stellvertretenden Vorsitzenden Nancy Kuhla gewählt.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

19. Juli | Fiat Chrysler Automobiles Serbien

Streik überraschend beendet

Seit 27. Juni 2017 streikten die Gewerkschaften und etwa 2.000 Beschäftigte der Tochterfirma von FCA im serbischen Kragujevac. Grund war die Weigerung der lokalen Werkleitung, Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Diese hatten wegen exzessiver Arbeitsüberlastung und äußerst geringer Löhne ein unzumutbares Ausmaß erreicht.

Auch die IG Metall Suhl-Sonneberg solidarisierte sich in einer Erklärung an den Konzernvorstand mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen.

Nach einem Treffen mit der serbischen Regierungschefin haben die Verantwortlichen das Ende des Streiks beschlossen. Die Arbeiten wurden am 19. Juli wieder aufgenommen. Konkrete Ergebnisse gibt es bisher nicht.

Erst nach vier Jahren gibt es den berechtigten Branchenzuschlag

IG Metall setzt sich vor dem Bundesarbeitsgericht durch

Am 23. Juli 2013 machte die IG Metall Suhl-Sonneberg erstmals die Zahlung von Branchenzuschlägen für Leiharbeitnehmer der Job AG, die bei der BLG Automotive Logistics in Brotterode beschäftigt waren, geltend. Der Betrieb war logistischer Dienstleister für die Automotive Lighting in Brotterode. Für den Betrieb war ein Haustarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen, der sich in allen wesentlichen Tarifbestimmungen an die Metall- und Elektroindustrie Thüringen anlehnte. Lediglich die Tarifentgelte wichen vom Niveau der Metall- und Elektroindustrie ab. Der Arbeitgeber lehnte die Zahlung von Branchenzuschlägen ab. Das Arbeitsgericht Suhl sowie das Thüringer Landesarbeitsgericht (LAG) wiesen die Leistungsklage zu Unrecht ab. Zudem ließ das LAG keine Revision zu. Unsere am 28. Mai 2015 beim Bundesarbeitsgericht (BAG) eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hatte nun endlich Erfolg. Das BAG korrigierte mit Urteil vom 22. Februar 2017 (Az.: 5 AZR 453/15) die Fehlentscheidung des LAG. Nun liegt die Urteilsbegründung vor, die den Fall an das LAG zurück verweist. Der Anspruch ist in der Sache unstreitig, jedoch in der Höhe auszuermitteln.

Einmal mehr zeigt sich hier, dass die Mitgliedschaft in der IG Metall einerseits hilft bei der Durchsetzung von Ansprüchen. Aber es macht sich auch bezahlt, wenn tarifliche Ansprüche bestehen und eingefordert werden können. Für die Beschäftigten, die mit uns vor Gericht gegangen waren, steht nun eine saftige Nachzahlung an. Die genaue Höhe ist noch vom LAG zu ermitteln. Aber auch alle anderen IG Metall-Mitglieder als Leiharbeiter profitieren ab sofort von der höchstrichterlichen Entscheidung.

30. Juni | Gehren

Letzter Abschied von DURA aus der Region

Warnstreik am 13. Juni 2014 in Gehren

Zum 30. Juni 2017 scheiden die letzten acht verbliebenen ehemaligen Beschäftigten aus der Transfergesellschaft aus. Anfang September 2013 schockierte die DURA Automotive Systems GmbH die Belegschaft in Gehren mit der Ankündigung, das Werk zu Ende 2014 nach über 70 Jahren Produktion schließen zu wollen. Damit plante der US-amerikanische Automobilzulieferer kurzfristig das Ende der Produktion von vor allem Seilzügen in Gehren.

Etwa 190 Beschäftigte waren von dieser schockierenden Nachricht betroffen. In kurzer Zeit organisierten sich über 90 Prozent der Belegschaft in der IG Metall. Leider zu spät, um mit dem Eigentümer rechtzeitig über eine alternative Standortstrategie verhandeln zu können. Jedoch waren wir dann in der Lage, einen Sozialtarifvertrag zur Verzögerung der Schließung unter gleichzeitiger Verbesserung der Entschädigungen für die sozialen Auswirkungen zu verhandeln und abzuschließen. Die Einstellung des Geschäftsbetriebes in Gehren konnten wir auf den 30. Juni 2016 hinauszögern.

Einige ehemalige Beschäftigte fanden sofort eine neue Beschäftigung und gingen nicht in die Transfergesellschaft über. Aber für immerhin 144 ehemalige DURA-Beschäftigte bot die Transfergesellschaft Qualifizierung und Unterstützung bei der Vermittlung in neue Arbeit. Wegen Rentennähe oder gesundheitlichen Einschränkungen strebten lediglich 109 Beschäftigte eine Anschlussbeschäftigung an. Für 67 Beschäftigte gelang das direkt aus der Transfergesellschaft heraus. Das entspricht einer überproportional hohen Quote von knapp 62 Prozent. Die der DURA im Sozialplan abgerungenen 144.000 Euro für Qualifizierung in der Transfergesellschaft wurden komplett ausgeschöpft. Zusätzlich bewilligte die Agentur für Arbeit fast 45.000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen. Im Schwerpunkt fanden Bewerbungstrainings und EDV- oder CNC-Kurse statt. Aber auch zum Busfahrer oder als Erzieherin schulten einzelne Beschäftigte um. Mitglieder der IG Metall erhielten bei Ausscheiden gemäß Sozialtarifvertrag eine zusätzliche Bonuszahlung von bis zu 3.000 Euro. Insgesamt musste DURA somit für die IG Metall-Mitglieder 211.750 Euro zusätzlich berappen.

Binz Ambulance- und Umwelttechnik in Ilmenau

Gegen Arbeitgeberwillkür insgesamt 50.572 Euro erstritten

Ab August 2015 wollten Arbeitgeber und Betriebsrat der Binz Ambulance- und Umwelttechnik in Ilmenau die etwa 140 Beschäftigten verpflichten, statt bisher 38 Stunden pro Woche zukünftig 40 Stunden pro Woche für das gleiche Geld zu arbeiten. Arbeitszeitfragen unterliegen jedoch dem Tarifvorrang und können daher nicht durch die Betriebsparteien rechtwirksam zum Nachteil der Beschäftigten, wie hier beabsichtigt, geregelt werden. Auch den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld kann der Betriebsrat für die Beschäftigten nicht wirksam erklären.

In insgesamt 44 Fällen machte die IG Metall Suhl-Sonneberg in Vollmacht für Beschäftigte Zahlungsansprüche geltend. Davon wurden wegen keiner außergerichtlichen Klärung 31 Klagen an das Arbeitsgericht Erfurt eingereicht. In 21 Verfahren wurden Zahlungen für die Beschäftigten durch gerichtlichen Vergleich erreicht. In weiteren zehn Verfahren entschied das Arbeitsgericht durch Urteil zu Gunsten der beschäftigten. Insgesamt konnten Nachzahlungen in Höhe von 50.572 Euro erstritten.

19. Dezember | Wieder ein Betriebsrat mehr

Erstmals Betriebsratswahl bei Saab Medav Technologies Ilmenau

Raymond Haße (links, IG Metall Suhl-Sonneberg) und Jörg Pillar (rechts, Betriebsratsvorsitzender)

Die IG Metall Suhl-Sonneberg unterstützt seit bereits mehreren Jahren aktiv die Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung. In den letzten Jahren konnten in zahlreichen Metallbetrieben in Süd- und Westthüringen erstmals Betriebsratswahlen eingeleitet und durchgeführt werden. Damit haben inzwischen über 3.000 Beschäftigte mehr eine betriebliche Interessenvertretung.

Die Saab Medav Technologies GmbH entwickelt am Standort in Ilmenau mit 18 Beschäftigten Softwarelösungen auf technisch-wissenschaftlichem Niveau zur Informationserfassung, -speicherung und -auswertung. Wegen Stimmengleichheit wurde Jörg Pillar durch Losentscheid zum Betriebsratsvorsitzenden ermittelt. Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an den neuen Betriebsrat gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

21. Oktober | Deutscher Bundestag

Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

In 2. und 3. Lesung verabschiedete der Deutsche Bundestag am 21. Oktober 2016 das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und anderer Gesetzes (18/9232). Nach Behandlung im Bundesrat sollen die neuen gesetzlichen Regelungen 2017 in Kraft treten. Das führt zu verschiedenen Auswirkungen auf betrieblicher Ebene. Einige Punkte aus gewerkschaftlicher Sicht wurden vom Gesetzgeber aufgegriffen. Insgesamt bleibt das vorgelegte Gesetz jedoch hinter unseren Erwartungen, insbesondere aus Sicht der Beschäftigten dieser Branche, zurück.

Gerichtlicher Erfolg bei Binz Ilmenau

Nachzahlung an IG Metall-Mitglieder

Arbeitgeber und Betriebsrat hatten eine Vereinbarung im Sommer 2015 geschlossen, dass ab August 2015 alle Beschäftigten zwei Stunden pro Woche länger arbeiten sollten ohne Vergütung. Eine solche Vereinbarung ist rechtswidrig, was die IG Metall ihren Mitgliedern von Beginn an versicherte.

Nun gab es in den Klageverfahren, die von der IG Metall für ihre Mitglieder wegen der Vergütung für die zwei Stunden Mehrarbeit pro Woche geführt wurden, gerichtliche Vergleiche. Damit erhalten die klagenden Beschäftigten eine satte Nachzahlung. Aber die Rechtsstreitigkeiten gehen weiter.

Erstmals Verhandlungsergebnis erzielt

IDAM Suhl

von links nach rechts: Personalleiter Frank Schmitt, Werkleiter Thomas Weber, Thomas Steinhäuser (IG Metall)

INA – Drives & Mechatronics AG & Co. KG in Suhl ist ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe in Suhl. Mit über 100 Beschäftigten werden vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen entwickelt und produziert.

Nach zähen sechsstündigen Verhandlungen ist am 30. Mai erstmals ein Abschluss gelungen. Begleitet wurde die entscheidende Verhandlung von einem dreistündigen Warnstreik der Beschäftigten nach Aufruf der IG Metall.

Mit der Abrechnung für Juni 2016 erhalten Vollzeitbeschäftigte eine Einmalzahlung von 100 Euro brutto, Auszubildende 45 Euro brutto. Im Juli 2016 und im Juli 2017 werden die monatlichen Basisvergütungen um pauschal 85 Euro plus weitere 63 Euro brutto erhöht. Auszubildende werden ab Juli 2016 auf 82,5 Prozent der Ausbildungsvergütungen für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen angehoben. Die Laufzeit des Verhandlungsergebnisses gilt bis Ende März 2018.

Erstmals Betriebsrat gewählt

VIA Lasertechnik Suhl

von links nach rechts: Christopher Wittler, Sebastian Biester, Dörte Uhlig-Mann, Raymond Hasse (IG Metall)

In der VIA Lasertechnik in Suhl arbeiten etwa 50 Beschäftigte. Es ist ein Dienstleistungsunternehmen in der Lasermaterialbearbeitung, sowie der Baugruppenherstellung. Bis Anfang 2016 bestand kein Betriebsrat. Das wollten die Beschäftigten ändern und baten die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung. Wir leiteten eine Betriebsratswahl ein.

Aus sechs Kandidatinnen und Kandidaten wurde am 9. März 2016 der dreiköpfige Betriebsrat gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 86 Prozent. In der konstituierenden Sitzung des neugewählten Betriebsrats am 15. März 2016 wurde Dörte Uhlig-Mann zur Betriebsratsvorsitzenden gewählt.

Damit nahm der Betriebsrat heute seine Arbeit auf. Herzlichen Glückwunsch zur Wahl.

Gerichtsverfahren zum Mindestlohn können beigelegt werden

Mindestvergütung bei MKB Barchfeld betrieblich geregelt

Die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld ist ein Automobilzulieferer mit 90 Beschäftigten. In einigen Produktionsbereichen wurde seit Jahren im Akkord gearbeitet. Seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes Anfang 2015 bestehen unterschiedliche Auffassungen über die Rechtmäßigkeit der Höhe der Akkord-Vergütung.

Geschäftsleitung und IG Metall unterzeichneten am 29. Januar 2016 ein Verhandlungsergebnis zur Festlegung der betrieblichen Mindestvergütung. Ab 1. Februar 2016 wird die Vergütung von Akkord- auf Stundenlohn umgestellt. Es werden mindestens 9,20 Euro pro Stunde gezahlt. In einem nächsten Schritt erhöht sich die betriebliche Lohnuntergrenze ab 1. Januar 2017 auf 10,00 Euro pro Stunde. Zugleich werden damit die arbeitsgerichtlichen Verfahren beendet. Alle 13 Beschäftigten, für die eine Klage vor Gericht anhängig ist, erhalten für die Beendigung des Gerichtsverfahrens einmalig je eine Entschädigung in Höhe von 350 Euro brutto zusätzlich.

Betriebsratswahl bei Schüler Holztechnik in Frankenheim wird fortgesetzt

Arbeitsgericht Suhl bestätigt Rechtsposition der IG Metall

Die Schüler Holztechnik in Frankenheim in der Rhön ist ein Hersteller von Inneneinrichtungen für Wohnmobile. Aus der Belegschaft mit 30 Beschäftigten wurde die IG Metall Suhl-Sonneberg um Unterstützung bei einer erstmaligen Betriebsratswahl gebeten.

Es kommt immer mal wieder vor, dass Geschäftsleitungen die neue Zeit im Betrieb verhindern wollen. Auch bei Schüler Holztechnik musste die erste Betriebsversammlung zur Einleitung einer Betriebsratswahl am 25. Januar 2016 unterbrochen werden. Die Geschäftsführung verweigerte die Vorlage einer Belegschaftsliste, wozu sie gesetzlich verpflichtet ist. In einer Eilentscheidung des Arbeitsgerichtes Suhl vom 27. Januar 2016 ist die Geschäftsleitung jetzt verurteilt, die erforderliche Belegschaftsliste unverzüglich vorzulegen. Die Fortsetzung der Betriebsversammlung ist für den 2. Februar 2016 terminiert. Danach findet die zweite Wahlversammlung dann gesetzlich vorgeschrieben eine Woche später, am 10. Februar 2016 statt.

IG Metall unterstützt Beschäftigte bei der Durchsetzung von Ansprüchen

Abmahnung an Geschäftsführung von BINZ Ilmenau

Die Binz Ambulance- und Umwelttechnik in Ilmenau ist ein industrieller Umrüster von Spezialfahrzeugen insbesondere für Polizei, Krankentransport oder Feuerwehr mit etwa 140 Beschäftigten. Ab August 2015 wurde verlangt, statt 38 Wochenstunden nun 40 Wochenstunden zu arbeiten. Die zwei Stunden mehr pro Woche wurden auch seit August nicht bezahlt. Ebenso fehlen auf dem Lohnzettel und auf dem Konto Urlaubs- und Weihnachtsgeld für 2015. Das fordert die IG Metall für unsere Mitglieder ein. Das ist noch nicht ungewöhnlich. Dass durch uns vertretene Beschäftigte jedoch bedroht und beschimpft werden, kann nicht hingenommen werden. Daher wurde die Geschäftsführung am 27. Januar 2016 abgemahnt, um das zu unterbinden.

Erstmals Betriebsrat gewählt

MWS Schneidwerkzeuge Schmalkalden

Die MWS Schneidwerkzeuge GmbH & Co. KG in Schmalkalden produziert vor allem Messer für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Kommunaltechnik. Die knapp 200 Beschäftigten des Betriebes entschieden sich, mit Unterstützung der IG Metall den betriebsratslosen Zustand zu ändern. Am 14. Januar 2015 fand die Betriebsratswahl statt. Inzwischen hat sich das aus sieben Personen neugewählte Gremium konstituiert und Klaus-Dieter Urbansky zum neuen Betriebsratsvorsitzenden gewählt.

Die IG Metall wünscht dem neu gewählten Betriebsrat einen guten Start in die vor ihm liegenden Aufgaben, Durchsetzungsvermögen sowie Kraft und Ausdauer. Den hohen Erwartungen an das neue Gremium gilt es jetzt durch kompetentes Agieren zu entsprechen. Dabei hilft weiterhin die IG Metall Suhl-Sonneberg durch Schulungen und Begleitung.

auf dem Bild: Peter Trabert, Wilfried Lischka, Christin Voigt, Henryk Hellmann, Ines Rathke (stellv. Betriebsratsvorsitzende), Klaus-Dieter Urbansky (Betriebsratsvorsitzender), Jens Fleischmann (von links nach rechts)

Für Fragen zu Betriebsratswahlen steht unser Kollege Raymond Haße unter Mail raymond.hasse(at)igmetall.de  oder Telefon 0160-5330-337 zur Verfügung.

DURA-Belegschaft erringt Teilerfolg

Keine Werksschließung zu Ende 2014

Nach Verhandlungen zwischen der IG Metall und dem DURA-Management seit Februar 2014 unterzeichneten die Verhandlungspartner am 19. November 2014 in Gehren den ausverhandelten Beschäftigungssicherungstarifvertrag:

Die für Ende 2014 geplante Schließung findet nicht statt. Es werden bis Ende 2014 auch keine Kündigungen ausgesprochen. Die Produktion wird wegen Abarbeitung der Restaufträge am Standort Gehren bis 31. März 2016 fortgesetzt. 

Alle aktuell 163 Beschäftigten bleiben zunächst im Betrieb. Ab Juli 2015 könnte DURA erstmals eine Personalanpassung auf 147 Beschäftigte vornehmen. In Stufen zum 31. August 2015, zum 31. Dezember 2015, zum 31. März 2016 und zuletzt zum 30. Juni 2016 wird die Ausproduktion abgeschlossen. Sollte bis dahin keine Fortführungslösung mit einem möglichen Investor gelungen sein, erfolgt die Schließung des Werkes zu Mitte 2016.

25. Juni 2014: Betriebsräte-Empfang in Suhl

Betriebsratswahlperiode erfolgreich abgeschlossen

Die IG Metall hat beginnend im letzten Herbst bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen in zahlreichen Betrieben unterstützt. Die Anzahl der Betriebe, in denen jetzt eine Betriebsratswahl stattfand, ist seit der letzten Wahlperiode im Jahr 2010 von 48 auf 62 Betriebe angestiegen. Das ist insbesondere auch Erfolg der inzwischen mehrjährigen Aktivitäten der IG Metall, Belegschaften ohne Betriebsrat bei der Durchführung erstmaliger Betriebsratswahlen zu unterstützen.

Die IG Metall Suhl-Sonneberg führte als Abschluss der Wahlaktivitäten einen Betriebsräte-Empfang am 25. Juni 2014 in Suhl durch. In Vertretung für den Minister für Wirtschaft,  Arbeit und Technologie Thüringens nahm Professor Dr. Michael Behr teil. Weiter nahm der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich, an der Veranstaltung teil.

Für die Zukunft der Wirtschaft in Südthüringen sind der Ausbau von Mitbestimmung und Tarifbindung von enormer Bedeutung, um Fachkräfte zu halten und sogar hinzu zu gewinnen. Das ist keine Frage von Luxus für die Beschäftigten. Das muss Standard sein!  Die Wahl eines Betriebsrates ist gemäß Betriebsverfassungsgesetz ein zwingendes Recht aller Belegschaften mit mehr als fünf ständig Beschäftigten. Es bedarf dazu keiner Zustimmung des Betriebseigentümers oder der Geschäftsführung. In immer noch zahlreichen Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten besteht bisher kein Betriebsrat. Hier setzt die IG Metall Suhl-Sonneberg die erfolgreichen Aktivitäten zur Initiierung und Durchführung von erstmaligen Betriebsratswahlen fort.