2. September 2021 | Westfälische Drahtindustrie Brotterode

Beschäftigungssicherung bis 2027

Die Westfälische Drahtindustrie Werk Brotterode ist einer von 14 Standorten in der Bundesrepublik der familiengeführten Unternehmensgruppe WDI mit Hauptsitz im westfälischen Hamm. Seit 155 Jahren werden in Brotterode von heute etwa 37 Beschäftigten hochspezialisiert Drähte verschiedener Abmessungen und Güten gewalzt.

Mit der Abrechnung für November 2021 erhalten Vollzeitbeschäftigte eine Corona-Beihilfe von 250 Euro, Auszubildende 150 Euro. Ab Januar 2022 erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,0 Prozent. Die zukünftigen Entgeltsteigerungen orientieren sich an den Tarifabschlüssen für die Metall- und Elektroindustrie. Ab sofort werden betriebliche Zuschläge auf Basis der regionalen Tarifverträge, damit für Brotterode gemäß Metall- und Elektroindustrie Thüringen vergütet. Für die Laufzeit des Tarifvertrages, der erstmals zum Jahresende 2027 kündbar ist, ist die Anzahl der aktuell Beschäftigten als Mindestbeschäftigungszahl vereinbart, welche nicht unterschritten werden darf. Für Brotterode sind damit 37 Arbeitsplätze tarifvertraglich abgesichert.

1. September 2021 | Ostdeutsche Textilindustrie

Mehr Entgelt und weitere Arbeitszeitverkürzung

Entgeltsteigerungen um insgesamt 6,2 Prozent in drei Schritten parallel zum Einstieg in die Absenkung der Wochenarbeitszeit um insgesamt drei Stunden mit vollem Lohnausgleich ist ein toller Erfolg. Das gilt nicht nur für die Textilindustrie Ost, sondern zeigt auch auf, dass Entgeltsteigerungen plus Arbeitszeitverkürzung gelingen kann, wenn nicht nur die IG Metall, sondern auch die Arbeitgeber einen Willen zur Regelung aufbringen. Angesichts der Fachkräftesituation in Thüringen und den neuen Ländern müssen auch Arbeitgeber und ihre Verbände einsehen, dass dauerhaft geringere Tarifbedingungen in Ostdeutschland keine Anziehungskraft auf Fachkräfte auslöst.

In der dritten Stufe folgt nun eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent ab 1. September 2021. Parallel zu den Entgeltbestimmungen wurde die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden in sechs Teilschritten auf 37 Wochenstunden mit vollem Lohnausgleich vereinbart. Ab Januar 2020 galt die 39,5-Stundenwoche und ab 1 Januar 2021 gilt inzwischen die 39-Stundenwoche. Um jeweils eine weitere halbe Stunde sinkt die tarifvertraglich geschuldete Wochenarbeitszeit ab 1. Januar 2023 auf 38,5 Wochenstunden, ab 1. Januar 2024 auf 38 Wochenstunden, ab 1. Januar 2026 auf 37,5 Wochenstunden und ab 1. Januar 2027 dauerhaft auf final 37 Wochenstunden.

30. August 2021 | Merkel Unternehmensgruppe Suhl

Plus 1,5 Prozent mehr Entgelt ab September

Die Beschäftigten der Merkel Unternehmensgruppe in Suhl und die IG Metall forderten den Arbeitgeber Ende 2020 zu Verhandlungen über die Weiterentwicklung der tarifvertraglichen Bedingungen für die Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen und C.G. Haenel in Suhl auf. Die etwa 120 Beschäftigten der beiden Suhler Betriebe produzieren hochwertige Jagd- und Sportwaffen. Zusätzlich beliefert die Unternehmensgruppe auch Aufträge für die Landesverteidigung.

Nach zwei pauschalen Einmalzahlungen von jeweils 200 Euro für Vollzeitbeschäftigte im März und Juni dieses Jahres, erhöhen sich nun die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in einem ersten Schritt um 1,5 Prozent ab September 2021. In einer zweiten Stufe erhöhen sich Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2022 um weitere 2,5 Prozent. Insgesamt entspricht das einer Erhöhung um 4,0 Prozent beziehungsweise um 85 Euro brutto monatlich für Facharbeit in der Entgeltgruppe fünf. Zusätzlich erhielten die Beschäftigten für die erste Jahreshälfte 2021 zwei Einmalzahlungen von je 200 Euro mit den Abrechnungen für März und Juni, für Auszubildende zur Hälfte. Für die erste Jahreshälfte 2022 erhalten die Beschäftigten zwei weitere Einmalzahlungen von je 300 Euro mit den Abrechnungen für März und Juni, für Auszubildende die Hälfte. Das sind damit insgesamt weitere 1.000 Euro Einmalzahlung pro Beschäftigten, für Auszubildende die Hälfte. Für den 24. Dezember und den 31. Dezember eines Jahres sind ab 2021 nur noch jeweils ein halber Tag Urlaub erforderlich. Damit gewinnen die Beschäftigten einen Tag Urlaub mehr zur freien Verfügung im Jahr. Ab 2022 erhöht sich der Urlaubsanspruch insgesamt von bisher 28 Arbeitstagen auf dann 30 Arbeitstage pro Jahr. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 28. Februar 2023.

11. August 2021 | Tarifeinigung in der Filzfabrik Fulda in Empfertshausen

Corona-Prämie plus Lohnerhöhungen

Die Filzfabrik Fulda Werk Empfertshausen ist ein Unternehmen der Wirth Gruppe Fulda. Es werden mit etwa 40 Beschäftigten Filze und technische Textilien hergestellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist gewerkschaftlich organisiert und strebt mit der IG Metall Suhl-Sonneberg Tarifverbesserungen an.  

In der fünften Verhandlung konnte am 11. August durch die IG Metall Suhl-Sonneberg mit dem Arbeitgeber ein Tarifabschluss erzielt werden. Der zwischenzeitliche Warnstreik der Beschäftigten am 28. Juli wirkte sicher auch auf das Zustandekommen des Abschlusses hin.

Vereinbart wurden eine Corona-Beihilfe von 380 Euro für Vollzeitbeschäftigte mit der Abrechnung für August sowie zwei Lohnerhöhungen von 0,30 Euro brutto je Stunde ab Januar 2022 und weitere 0,30 Euro brutto je Stunde ab Juli 2022. Die Laufzeit der Vereinbarung geht bis März 2023.

28. Juli 2021 | Eklat in der Filzfabrik Fulda in Empfertshausen

Neustart der Tarifverhandlungen im Warnstreik beschlossen

Die Filzfabrik Fulda Werk Empfertshausen ist ein Unternehmen der Wirth Gruppe Fulda. Es werden mit etwa 40 Beschäftigten Filze und technische Textilien hergestellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist gewerkschaftlich organisiert und strebt mit der IG Metall Suhl-Sonneberg Tarifverbesserungen an.  Am 7. April einigten wir uns gemeinsam mit dem Arbeitgeber auf einen Kompromiss, bestehend aus einer Corona-Beihilfe von 380 Euro im Juni sowie zwei Lohnerhöhungen von 0,30 Euro brutto je Stunde ab Januar 2022 und weitere 0,30 Euro brutto je Stunde ab Juli 2022. Noch im April wurden die Tarifvertragstexte mit dem Arbeitgeber ausgetauscht. Seitdem stellt sich der Arbeitgeber tot. Das heißt: Bis heute ist der Tarifkompromiss nicht unterschrieben. Die für Juni zugesagte Corona-Beihilfe wurde nicht ausgezahlt. Im Stammwerk in Fulda hingegen schon. Kein Wunder, dass die Beschäftigten sauer sind. Zur Abstimmung des weiteren Vorgehens rief die IG Metall am 28. Juli die Beschäftigten ab 14 Uhr bis zum Arbeitsende zum Warnstreik auf. Einstimmig lehnten die Beschäftigten nunmehr den Kompromiss von April ab und mandatieren damit die IG Metall zum Neustart der Tarifverhandlungen für ein besseres Ergebnis. Es ist schon reichlich dreist, wie der Arbeitgeber hier vorging. Der Arbeitgeber hat es selbst in der Hand, welche Eskalation er weiter provoziert.

13. Juli 2021 | Kfz-Handwerk Thüringen

Tarifergebnis erzielt

Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk Thüringen erhalten mehr Geld: Zunächst wird im August eine Corona-Beihilfe von 500 Euro ausgezahlt, Auszubildende erhalten eine Corona-Beihilfe von 220 Euro. Ab Februar 2022 steigen die Löhne und Gehälter dann um 2,2 Prozent nachhaltig. Vom Tarifabschluss profitieren rund 11.000 Beschäftigte des Kfz-Handwerks in Thüringen.

Und die Ausbildungsbedingungen konnten deutlich verbessert werden. Die Ausbildungsvergütungen steigen überdurchschnittlich um jeweils 30 Euro in allen Ausbildungsjahren ab August 2021 und ab Februar 2022.

12. Juli 2021 | Meteor Umformtechnik Zella-Mehlis

Mehr Geld, Urlaub und Sicherheit für IG Metaller

Für die Meteor Umformtechnik GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis fordert die IG Metall den erstmaligen Abschluss eines Tarifvertrages. Der Betrieb mit etwa 125 Beschäftigten ist eines der führenden Unternehmen in der Feinschneidtechnik, die ihren Schwerpunkt in der Automotive-Industrie hat.  

Erstmals wurde nun ein Tarifvertrag abgeschlossen: Vollzeitbeschäftigte erhalten eine Corona-Beihilfe von 350 Euro, davon 200 Euro mit der Abrechnung für Juli 2021 und weitere 150 Euro mit der Abrechnung für Januar 2022. Auszubildende erhalten 200 Euro Corona-Beihilfe, jeweils 100 Euro für Juli 2021 und für Januar 2022. In diesem Jahr erhöht sich der Urlaubsanspruch um einen Tag im Jahr. Ab 2022 erhöht sich der Urlaubsanspruch um einen weiteren Tag pro Jahr. Für die Laufzeit des Haustarifvertrages – mindestens bis 30. Juni 2022 – sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen von IG Metall-Mitgliedern durch den Arbeitgeber ausgeschlossen. Ausnahmen davon sind nur möglich mit vorheriger, schriftlicher Zustimmung der IG Metall. Während der Laufzeit des Tarifvertrages werden alle Arbeitsplätze im Betrieb erfasst und analog des Entgeltrahmenabkommens der Metall- und Elektroindustrie Thüringens eingruppiert.

6. Juli 2021 | Versbach Metallbau Walldorf

Corona-Beihilfe plus Entgeltsteigerung

IG Metaller Thomas Steinhäuser (links) und Geschäftsführer Harald Bremer (rechts)

Die Versbach Metallbau GmbH in Walldorf stellt Bauelemente wie Türen, Fenster und Vordächer her. Darüber hinaus wird auch die Fertigung ausgefallener Metallbaukonstruktionen angeboten. In der 1924 gegründeten Firma arbeiten heute etwa 70 Beschäftigte. Zu Ende 2020 wurden die Haustarifverträge gekündigt und neue Verhandlungen begonnen. Nun wurden am 6. Juli in Walldorf vier Haustarifverträge neu unterzeichnet.

Für Juli 2021 bis Februar 2022 erhalten alle Vollzeitbeschäftigten jeweils 187,50 Euro Corona-Beihilfe pro Monat, Auszubildende 95 Euro. Damit werden die bis zu 1.500 Euro Corona-Beihilfe pro Person steuerrechtlich voll ausgeschöpft. Ab März 2022 erhöhen sich dann die tariflichen Grundentgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,44 Prozent. Die Laufzeit der Entgeltvereinbarung ist für 12 Monate bis Ende Februar 2022. Neu eingeführt wird eine Leistungsprämie, die sich am Fertigungswert pro Abteilung bemisst und eine variable Zusatzvergütung bis zu 15 Prozent monatlich ermöglicht.

21. Juni 2021 | Werkö GmbH Gräfinau-Angstedt

Tarifabschluss zur Beschäftigungssicherung

Der aktuell unterschriebene Sanierungstarifvertrag ermöglicht es Arbeitgeber und Betriebsrat, die wöchentliche Arbeitszeit von 38 auf 33 Stunden an vier Tagen mit Absenkung der Entgelte für bis zu 12 Monate zu vereinbaren. Für bis zu sechs Monate war das bereits tarifvertraglich möglich und diese Regelung wird auch bereits seit Januar genutzt. Dafür erhalten nur die Mitglieder der IG Metall als Bonus eine Erholungsbeihilfe. Zudem können gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bis Ende des Jahres nicht betrieblich gekündigt werden. Zusätzlich beabsichtigen beide Tarifparteien nach der Sommerpause neue Verhandlungen aufzunehmen, um eine tarifvertragliche Folgeregelung ab 2022 zu entwickeln.

Die Werkö GmbH produziert und handelt Werkzeuge für die Metallverarbeitung. Der Betrieb mit knapp 70 Beschäftigten zog Anfang 2020 von Königsee nach Gräfinau-Angstedt im Ilmkreis um.

2. Juni 2021 | Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG Suhl

Corona-Beihilfe plus mehr Geld plus Perspektive

Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Ausgangswerte des Betriebes in den letzten Monaten und ohne Klarheit über die Entwicklung in die Zukunft sind dem Arbeitgeber abgerungene tarifvertragliche Zusagen zugleich eine Perspektive für Standort und Beschäftigung. Abgeschlossen wurde am 2. Juni konkret:

  • Corona-Beihilfe von 500 Euro für Vollzeitbeschäftigte, 300 Euro für Auszubildende im Juni 2021.
  • Abschluss der Verhandlungen für ein neues Entgeltsystem in Anlehnung an das Entgeltrahmenabkommen ERA der Metall- und Elektroindustrie Thüringen bis 1. November 2021.
  • Einführung des neuen Entgeltsystems ab 1. November 2021 bis spätestens 30. April 2024.
  • Tarifsteigerung um mindestens 1,7 Prozent mit dem ersten Einführungsschritt am 1. November 2021 im Volumen.
  • Gesamtkosten für die Einführung des neuen Entgeltsystems bis 2024 von 4,3 Prozent der Personalkosten.
  • Die Laufzeit der Tarifvereinbarung gilt bis Ende April 2024.

Die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG in Suhl entwickelt und produziert vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen.

23. April 2021 | Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland

Angleichung der Arbeitsbedingungen jetzt !

Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren arbeiten die Kolleginnen und Kollegen in den ostdeutschen Tarifgebieten der Metall- und Elektroindustrie drei Stunden pro Woche länger als im Westen, für das gleiche Geld wie in den westdeutschen Tarifgebieten! Das muss sich endlich ändern. In Berlin, Brandenburg und Sachsen laufen dazu gerade Tarifverhandlungen.

Wir stellen uns hinter die Forderung der IG Metall Berlin-Brandenburg und Sachsen und erklären uns ausdrücklich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen. Die Lösung dieses jahrzehntelangen Konflikts ist längst überfällig.

Bitte unterstütze den Aufruf:

https://www.igmetall-bbs.de/angleichung/

22. April 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifergebnis für Thüringen übernommen

IG Metall Mitte und der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen übernahmen am 22. April in der vierten digitalen Verhandlungsrunde den nordrhein-westfälischen Pilotabschluss.

Dieser sieht eine Entgelterhöhung vor, die aus einer Corona-Prämie von 500 Euro bis Juni 2021, für Auszubildende 300 Euro, und einem Transformationsbeitrag von 2,3 Prozent monatlich ab Juli 2021 besteht. Der Transformationsbeitrag kann in Form einer Einmalzahlung im Februar 2022 in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts, ab 2023 in Höhe von 27,6 Prozent eines Monatseinkommens jährlich zur Auszahlung kommen. Dieses „Transformationsgeld“ kann wahlweise ausgezahlt oder zum Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkung, etwa der Einführung einer Vier-Tage-Woche, verwendet werden.

Ungelöst bleibt für Thüringen auch weiterhin die Angleichung der Tarifbestimmungen bei Arbeitszeit und Stundenentgelten. Deshalb hat die IG Metall in den Tarifgebieten Berlin-Brandenburg und Sachsen ein tarifliches Angleichungsgeld gefordert. Die IG Metall Mitte erklärt sich solidarisch und erwartet ein ernstzunehmendes Angebot der Arbeitgeberverbände, um die Angleichung der Arbeitsbedingungen zu realisieren.

16. April 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifkommission verabschiedete Resolution

Nach den ersten drei Verhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen liegt noch kein Ergebnis vor. Die vierte Verhandlung findet am 22. April digital statt.

Es geht um die Übernahme des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen für Thüringen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten. Parallel dazu versuchen die sächsischen Arbeitgeber, Aktivitäten der IG Metall gerichtlich beschränken zu lassen. Die Tarifkommission Thüringen verabschiedete daher eine Resolution, die auch an die Arbeitgeber gerichtet ist.

14. April 2021 | Kfz-Handwerk Thüringen

IG Metall fordert 4 Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert 4 Prozent mehr Geld für 12 Monate für die Beschäftigten und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen im Kfz-Handwerk Thüringen.

Die wirtschaftliche Lage im Kfz-Handwerk hat sich trotz der Pandemie positiv entwickelt. Die Werkstätten sind gut ausgelastet und haben im vergangenen Jahr eine deutlich positive Rendite erzielt. Davon wollen die Beschäftigten einen fairen Anteil durch Einkommensverbesserungen. Zudem erwartet die IG Metall von den Arbeitgebern Perspektiven der Angleichung der Arbeitszeit.

1. April 2021 | Tarife in der Arbeitnehmerüberlassung

Ost-West-Angleichung endlich vollzogen.

Ab 1. April gelten bundesweit einheitliche Tariftabellen in der Arbeitnehmerüberlassung. Damit endet die jahrelange Unterscheidung zwischen Tariftabellen für Ost- und Westdeutschland.

Die Tariftabellen (West) erhöhen sich ab 1. April um 3,0 Prozent. Die Angleichung der Tariftabellen (Ost alt) an die neue bundesweit einheitliche Tariftabelle führt zu einer letzten Anpassungsstufe um bis zu 7,3 Prozent je nach Entgeltgruppe. Das neue Mindestentgelt in der Arbeitnehmerüberlassung (Entgeltgruppe 1) beträgt dann 10,45 Euro brutto pro Stunde.

Ab April 2022 erhöhen sich die Entgelte dann um weitere 4,1 Prozent auf 10,88 Euro brutto pro Stunde in der Entgeltgruppe 1.

24. März 2021 | Meteor Umformtechnik Zella-Mehlis

Erster Warnstreik in der Betriebsgeschichte

In den bisherigen Verhandlungen verwies der Arbeitgeber darauf, dass auch wegen Investitionen am Standort keinerlei Spielraum für Verbesserungen für die Beschäftigten bestünden. Die letzte minimale Lohnerhöhung gab es Anfang 2019. Viele Beschäftigte erhalten lediglich 25 Tage Urlaub pro Jahr.

Der Arbeitgeber legte den Entwurf für ein „Betriebliches Standortbündnis“ vor. Darin schlägt er vor, dass keinerlei materielle oder andere Verbesserungen für die Beschäftigten bis mindestens Frühjahr 2022 vereinbart werden sollten. Die Beschäftigten antworten:

Das ist eine Frechheit, das lassen wir uns nicht bieten!

Die IG Metall rief die Beschäftigten der Früh- und der Spätschicht zum ersten Warnstreik in der Betriebsgeschichte auf. Ziel ist der erstmalige Abschluss eines Tarifvertrages für die etwa 145 Beschäftigten im Betrieb mit dem Schwerpunkt Feinschneidtechnik überwiegend für die Automobilindustrie.

23. März 2021 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Weitere Warnstreiks erfolgreich durchgeführt

In den ersten drei Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen konnte bisher kein Ergebnis erzielt werden. Die IG Metall fordert Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und Einkommenssteigerung im Volumen von 4 Prozent.

Am 23. März 2021 folgten die Beschäftigten bei Marelli Automotive Lighting in Brotterode erneut dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik und beendeten die Arbeit ab drei Stunden eher. Aus Infektionsschutzgründen fand keine Kundgebung vor dem Betrieb statt.

Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber bleibt völlig unverständlich. Angesichts dessen, die letzte Tariferhöhung im April 2018 zurück liegt, sind die Belegschaften berechtigt selbstbewusst. Das sollten die Arbeitgeber nicht unterschätzen.

17. März 2021 | Merkel Unternehmensgruppe Suhl

1.000 Euro plus 4 Prozent mehr Entgelt plus 3 Tage bezahlt frei

Die Beschäftigten der Merkel Unternehmensgruppe in Suhl und die IG Metall forderten den Arbeitgeber Ende 2020 zu Verhandlungen über die Weiterentwicklung der tarifvertraglichen Bedingungen für die Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen und C.G. Haenel in Suhl auf. Die etwa 120 Beschäftigten der beiden Suhler Betriebe produzieren hochwertige Jagd- und Sportwaffen. Zusätzlich beliefert die Unternehmensgruppe auch Aufträge für die Landesverteidigung.

Das Tarifergebnis erhöht die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in zwei Stufen zum 1. September 2021 um 1,5 Prozent und in einer zweiten Stufe ab 1. September 2022 um weitere 2,5 Prozent. Insgesamt entspricht das einer Erhöhung um 4,0 Prozent beziehungsweise um 85 Euro brutto monatlich für Facharbeit in der Entgeltgruppe fünf. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten für die erste Jahreshälfte 2021 zwei Einmalzahlungen von je 200 Euro mit den Abrechnungen für März und Juni, für Auszubildende zur Hälfte. Für die erste Jahreshälfte 2022 erhalten die Beschäftigten zwei weitere Einmalzahlungen von je 300 Euro mit den Abrechnungen für März und Juni, für Auszubildende die Hälfte. Das sind damit insgesamt weitere 1.000 Euro Einmalzahlung pro Beschäftigten, für Auszubildende die Hälfte. Für den 24. Dezember und den 31. Dezember eines Jahres sind ab 2021 nur noch jeweils ein halber Tag Urlaub erforderlich. Damit gewinnen die Beschäftigten einen Tag Urlaub mehr zur freien Verfügung im Jahr. Ab 2022 erhöht sich der Urlaubsanspruch insgesamt von bisher 28 Arbeitstagen auf dann 30 Arbeitstage pro Jahr. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 28. Februar 2023.

8. März 2021 | HFP Bandstahl Bad Salzungen

Plus 2,75 Prozent 2022 plus Einmalzahlung 2021

Die HFP Bandstahl in Bad Salzungen walzt und schneidet klassische Kaltbänder und beschichtet Metallbänder in verschiedenen Güten. Im Betrieb arbeiten etwa 240 Beschäftigte.

In der vierten Tarifverhandlung am 23. Februar 2021 einigten sich IG Metall und Arbeitgeber auf Eckpunkte für den Abschluss von zwei Haustarifverträgen. Dabei handelt es sich um den Neuabschluss eines Tarifvertrages zu den Grundentgelten und Ausbildungsvergütungen sowie den Abschluss eines Urlaubstarifvertrages.

Alle Beschäftigten und Auszubildenden erhalten mit der Abrechnung für Juni 2021 eine Einmalzahlung als Erholungsbeihilfe in Höhe von 156 Euro netto. Zusätzlich steigt für 40 Beschäftigte, deren Entgelt bisher unterhalb der bisherigen Tariftabelle liegt um bis zu maximal 65 Euro brutto monatlich. Ab April 2022 erhöhen sich dann die Entgelttabelle und die Ausbildungsvergütungen um 2,75 Prozent. Für alle Beschäftigte im 4-Schicht-System besteht Anspruch auf einen Tag Sonderurlaub ab einer unbefristeten Beschäftigung

5. März 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Warnstreiks in Geisa

In den ersten drei Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen konnte bisher kein Ergebnis erzielt werden. Mit Ablauf der Friedenspflicht am 2. März 2021 ruft die IG Metall nun die Beschäftigten auf, den Forderungen für Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und Einkommenssteigerung im Volumen von 4 Prozent Nachdruck zu verleihen.

Am 5. März 2021 folgten die Beschäftigten der Fahrzeugbau Geisa dem Aufruf der IG Metall und beendeten die Arbeit zwei Stunden eher. Aus Infektionsschutzgründen fand keine Kundgebung vor dem Betrieb statt. Die Beschäftigten gingen somit verfrüht in den Feierabend.

3. März 2021 | Marelli Automotive Lighting Brotterode

Unterstützung für Forderungen der IG Metall

In den ersten drei Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen konnte bisher kein Ergebnis erzielt werden. Mit Ablauf der Friedenspflicht am 2. März 2021 ruft die IG Metall nun die Beschäftigten auf, den Forderungen für Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und Einkommenssteigerung im Volumen von 4 Prozent Nachdruck zu verleihen.

Am 3. März 2021 folgten die Beschäftigten bei Marelli Automotive Lighting in Brotterode dem Aufruf der IG Metall und beendeten die Arbeit zwei Stunden eher. Aus Infektionsschutzgründen fand keine Kundgebung vor dem Betrieb statt. Die Beschäftigten gingen somit verfrüht in den Feierabend.

19. Februar 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Völlig unzureichendes Angebot

Es bleibt dabei: Unser Ziel ist ein Paket für Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und Einkommenssteigerung. Die IG Metall fordert, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, ein Volumen von vier Prozent.

Die Thüringer Arbeitgeber legten in der dritten Verhandlung am 19. Februar ein völlig unzureichendes Angebot vor. Während die Bundesbank mit einer Inflationsrate von 3 Prozent für 2021 rechnet, sollen die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie nach dem Willen der Arbeitgeber in diesem Jahr leer ausgehen und erst 2022 einen Mix aus Einmalzahlung und Tariferhöhung erhalten.

18. Februar 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifkommission verabschiedet Resolution

Nach den ersten beiden Verhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen liegt noch kein Ergebnis vor. Die dritte Verhandlung findet am 19. Februar digital statt.

Am Vorabend der dritten Verhandlung tagte die Tarifkommission der IG Metall. In einer Bewertung der bisherigen Entwicklungen sowie der Entwicklungen parallel in andere Tarifgebieten besteht wenig Verständnis für das (bisherige) Agieren der Arbeitgeber und ihrer Verbände. Die Tarifkommission verabschiedete daher eine Resolution, die auch an die Arbeitgeber gerichtet ist.

28. Januar 2021 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Kein Angebot der Arbeitgeber.

Die zweite Tarifverhandlung für die rund 20.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen hat am 28. Januar virtuell stattgefunden. IG Metall und Arbeitgeber konnten kein Ergebnis erzielen und werden in den nächsten Tagen einen weiteren Verhandlungstermin vereinbaren.

Die IG Metall hat in der zweiten Tarifverhandlung gegenüber den Arbeitgebern ihre Forderung nach einem Volumen von 4 Prozent für Entgelt- und Beschäftigungssicherung bekräftigt. Erneut forderte die Gewerkschaft die Arbeitgeberfunktionäre auf, ernsthafte Gespräche über die Arbeitszeitangleichung in Thüringen mit der IG Metall zu führen.

6. Januar 2021 | Mahle Filtersysteme Auengrund

Arbeitszeitverkürzung mit Entgeltausgleich

Mahle Filtersysteme in Brattendorf gehört zum Stuttgarter MAHLE Konzern, einem weltweiten Automobilzulieferer. Von den derzeit etwa 70 Beschäftigten ist die überwiegende Mehrzahl in der Entwicklung und Erprobung von Fahrzeug-Pumpen tätig.

Ab Januar 2021 reduziert sich die Wochenarbeitszeit von 40 auf 39 Stunden für das gleichbleibende Monatsentgelt. In zwei weiteren Schritten sinkt die Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden ab April 2022 und auf final 38 Stunden ab April 2023 bei gleichbleibendem Entgelt. Alle Tariferhöhungen, die während dieser Anpassungsperiode für die Branche vereinbart werden, werden übernommen.

4. Januar 2021 | Arbeitszeitverkürzung bei BCUBE Brotterode

Erstmals nur 38 Wochenstunden für das gleiche Entgelt

BCUBE Brotterode ist mit etwa 200 Beschäftigten ein industrieller Logistik-Dienstleister bei einem Automobilzulieferer in Brotterode. Der seit 2012 abgeschlossene Haustarifvertrag wurde zuletzt mit Abschluss aus 2019 weiterentwickelt.

Die tarifvertraglich geschuldete Arbeitszeit von 2019 noch 40 Wochenstunden reduzierte sich ab Januar 2020 auf 39 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich.

In einer zweiten Stufe reduziert sich die Arbeitszeit jetzt auf 38 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich ab Januar 2021.

Langjährig Beschäftigte erhalten nach zehn Jahren im Betrieb dauerhaft zwei zusätzliche Tage pro Jahr bezahlt frei.

30. Dezember 2020 | Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie Thüringen

Weitere 1,8 Prozent mehr Geld

Die IG Metall und der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern-Thüringen e. V. vereinbarten für die Beschäftigten in den Betrieben der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Thüringen eine Steigerung der Löhne und Gehälter in zwei Schritten: Ab 1. Januar 2020 um 2,6 Prozent und ab 1. Januar 2021 um weitere 1,8 Prozent. Die Vergütungen der Auszubildenden stiegen je nach Ausbildungsjahr überproportional zwischen 7,6 und 11 Prozent ab Januar 2020.

Die Tarifverträge sind erstmals zum 31. August 2021 kündbar.

18. Dezember 2020 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifverhandlungen begonnen.

Die erste Tarifverhandlung für rund 20.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen hat am 18. Dezember virtuell stattgefunden. Die IG Metall Mitte hat ihre Forderung nach einem Volumen von 4 Prozent mehr Geld für Entgelt- und Beschäftigungssicherung bekräftigt. Zudem forderte die Gewerkschaft die Arbeitgeber auf, endlich ernsthafte Gespräche über die Arbeitszeitangleichung hin zur 35-Stunden-Woche in Thüringen mit der IG Metall aufzunehmen.

Die IG Metall will die bestehenden tariflichen Instrumente im Hinblick auf die Transformation weiterentwickeln. Dazu zählen die Möglichkeit der 4-Tage-Woche und Entgeltsicherung; dazu gehören Zukunftstarifverträge, die Innovations- und Standortzusagen umfassen. Die von den Arbeitgebern geforderte Nullrunde lehnt die IG Metall ab. So kann die Transformation nicht gestaltet werden; das geht nur mit den Beschäftigten zusammen.

17. November 2020 | Metall- und Elektroindustrie

Tarifkommissionen beschließen Forderung

Am 17. November 2020 haben die Tarifkommissionen für die Metall- und Elektroindustrie in einer gemeinsamen digitalen Sitzung die Tarifforderungen für die anstehende Tarifrunde beschlossen Gefordert wird ein Volumen von 4 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Die IG Metall hat die unterschiedliche wirtschaftliche Situation der Betriebe in ihrer Forderung berücksichtigt. Für die Absicherung und Entwicklung von Einkommen sowie die Sicherung von Beschäftigung will die IG Metall Mitte ein Gesamtvolumen von 4 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten durchsetzen.
Die anstehende Transformation ist eine Herausforderung, der mit einer 4-Tage-Woche vorausschauend begegnet werden soll. Sie bietet notwendige Qualifikationszeit. Zudem erwartet die IG Metall deutliche Signale in Richtung einer 35-Stunden-Woche in Thüringen. Nach 30 Jahren ist es längst überfällig die Ungleichheit zwischen Ost und West zu beseitigen. 

16. Oktober 2020 | Metall- und Elektroindustrie

Tarifkommissionen beraten über Forderung

Am 15. Oktober 2020 haben die Tarifkommissionen für die Metall- und Elektroindustrie in einer gemeinsamen Sitzung mit den Beratungen über mögliche Forderungen begonnen. Herausforderungen der Transformation, Beschäftigungssicherung sowie Einkommenssteigerungen standen im Mittelpunkt der Debatte.

Am 17. November beschließen die Tarifkommissionen die Tarifforderungen für die anstehende Tarifrunde. Zum Jahresende sind die Tarifverträge kündbar. Weitere Informationen im Flugblatt:

15. Oktober 2020 | Gemeinsamer Appell an Bundesregierung

Ausbildungsförderung verbessern.

Die beiden Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie auf Bundesebene, die IG Metall und Gesamtmetall, wenden sich an die Bundesregierung zur Ausweitung des Bundesprogramms zur Förderung der Ausbildung.

Angesichts massiver Inanspruchnahme von Kurzarbeit und Unterauslastung von Betrieben soll die Ausbildungsbereitschaft stimuliert und erhalten werden und bleiben. Dafür ist das neue Förderprogramm der Bundesregierung auf Unternehmen bis zu 249 Beschäftigte beschränkt. Das zu ändern, ist Ansatz des aktuellen gemeinsamen Appells, der anbei nachgelesen werden kann:

1. Oktober 2020 | Tariferhöhung in der Leiharbeit

2,2 Prozent mehr Angleichung ab Oktober 2020

Das Tarifergebnis vom 18. Dezember 2019 beinhaltet vier Entgeltsteigerungen in Ostdeutschland mit einer zweiten Stufe ab April 2020:

  • Plus 3,0 Prozent mehr (West: plus 1,9 Prozent) ab April 2020.
  • Plus 2,2 Prozent mehr (West keine Erhöhung) am Oktober 2020.
  • Plus bis zu 7,2 Prozent mehr (West: plus 3,0 Prozent) ab April 2021.
  • Plus 4,1 Prozent mehr (bundesweit einheitlich) ab April 2022.

Diese Erhöhung gilt nur in Ostdeutschland und ist der letzte Zwischenschritt zu bundesweit einheitlichen Tariftabellen. Ab 1. April 2021 ist dann die Angleichung der Tarifbedingungen an Westdeutschland als wichtiger Erfolg für die Beschäftigten der Branche vollzogen. Zusätzlich kommen noch sogenannte Branchenzuschläge dazu. Ziel ist und bleibt es, für die gleiche Arbeit das gleiche Entgelt zu erhalten, unabhängig davon, mit wem der individuelle Arbeitsvertrag besteht.

26. März 2020 | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifabschluss für Thüringen übernommen

Die IG Metall Mitte und der Arbeitgeberverband VMET einigen sich auf die Übernahme des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen. Damit gelten auch für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen Erleichterungen bei der Kinderbetreuung und bei Kurzarbeit.

Finanzielle Einbußen bei Kurzarbeit können durch eine anteilige Auszahlung der jährlichen Sonderzahlung und des zusätzlichen Urlaubsgeldes reduziert werden. Darüber hinaus wird zur Verminderung sozialer Härten insbesondere bei Kurzarbeit in jedem Betrieb ein Solidartopf eingerichtet. Der Betrag, der in diesen Topf eingezahlt wird, errechnet sich aus der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb, multipliziert mit 350 Euro. Die konkreten Auszahlungsmodalitäten sollen in den Betrieben zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern im Wege einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Nicht verwendete Mittel des Solidartopfes werden an die zum Stichtag 1. Dezember 2020 im Betrieb Beschäftigten zu gleichen Teilen ausgezahlt. Die Tarifverträge können zum 31.12.2020 gekündigt werden.

19. Dezember 2019 | Tarifabschluss in der Leiharbeit

12,3 Prozent mehr Geld plus mehr Urlaub plus Gewerkschaftsbonus

In der Leiharbeit verhandelt die IG Metall auf Bundesebene in der DGB-Tarifgemeinschaft gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden iGZ und BZA die Tarifbedingungen. Nach 24 Stunden Verhandlung wurde am 18. Dezember 2019 ein Tarifergebnis in der vierten Verhandlung erreicht. Vom Tarifabschluss profitieren viele Beschäftigte in unserer Region. Ende März 2019, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Leiharbeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Suhl auf etwa 6.700 Beschäftigte, was einem Rückgang um 606 Beschäftigte oder minus 8,3 Prozent zum Vorjahr entsprach. Bundesweit gelten die Tarifverträge für etwa 750.000 Beschäftigte in verschiedenen Branchen.

Die Einzelheiten des Tarifabschlusses können der Tarifinfo entnommen werden, die hier aufgerufen oder abgespeichert werden kann.

11. Dezember 2019 | Tarifgespräche für die ostdeutschen Tarifgebiete ohne Ergebnis

Keine Weiterführung der Gespräche mit den Arbeitgebern

Nach einem Verhandlungsprozess seit eineinhalb Jahren und insgesamt elf Verhandlungstagen im Jahr 2019 haben die Tarif- und Verhandlungskommissionen der Metall- und Elektroindustrie der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen beschlossen, den Verhandlungsprozess über die Einführung einer 35-Stundenwoche im Osten nicht weiterzuführen.

Die Arbeitgeber wollen die Schutzfunktion des Tarifvertrages deregulieren und die Verantwortung den Betriebsräten aufbürden, bis hin zum Eingriff in bestehende Entgelttabellen. Der Vorschlag der Arbeitgeber beinhaltet den Angriff auf bestehende Erholungspausen, im Schichtbereich bis hin zur völligen Abschaffung.

Das ist keinerlei Basis für einen anzustrebenden Kompromiss.

4. Dezember 2019 | Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie Thüringen

4,4 Prozent mehr Geld in zwei Stufen

Die IG Metall und der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern-Thüringen e. V. haben für die Beschäftigten in den Betrieben der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Thüringen die Steigerung der Löhne und Gehälter ab 1. Januar 2020 um 2,6 Prozent und ab 1. Januar 2021 um weitere 1,8 Prozent vereinbart. Für die Monate Oktober bis Dezember 2019 erhalten die Beschäftigten pauschal 150 Euro, Auszubildende 75 Euro, zahlbar mit der Entgeltabrechnung für Januar 2020. Die Vergütungen der Auszubildenden steigen je nach Ausbildungsjahr überproportional zwischen 7,6 und 11 Prozent.

Die neuen Tarifverträge sind erstmals wieder zum 31. August 2021 kündbar.

23. Oktober 2019 | Mindestentgelt in den Elektrohandwerken

Allgemeinverbindlichkeit ab 1. Januar 2020

Den Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken vom 17. Januar 2019 zwischen dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke und der IG Metall wurde am 23. Oktober vom Tarifausschuss des zuständigen Bundesministeriums für allgmeinverbindlich erklärt.

Damit finden die Tarifbestimmungen zwingend auf alle Beschäftigten in tarifgebundenen, aber auch nicht tarifgebundenen Betrieben Anwendung. Demnach beträgt bundeseinheitlich ab 1. Januar 2020 der Bruttostundenlohn mindestens 11,90 Euro. Dieser Mindestlohn steigt danach jährlich auf 12,40 Euro ab Januar 2021, auf 12,90 Euro ab Januar 2022, auf 13,40 Euro ab Januar 2023 und auf 13,95 Euro ab Januar 2024.

29. Mai 2019 | IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger resümiert

Tarifbindung in Thüringen steigt weiter

In der Thüringer Metall- und Elektroindustrie steigt die Zahl der Beschäftigten mit Tarifentgelten. Die Entwicklung in der stärksten Industriebranche in Thüringen verläuft gegen den Trend. Die Zahl der Unternehmen, die an Flächen- sowie Anerkennungs- oder Firmentarifverträge gebunden sind, stieg von 98 im Jahr 2011 auf jetzt etwa 130.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in anderen Branchen ein wachsendes Problem durch die Flucht von Unternehmen aus den tarifgebundenen Arbeitgeberverbänden. Untersuchungen ergaben, dass branchenübergreifend nur noch 18 Prozent der Thüringer Betriebe tarifgebunden sind.

17. September 2018 | Gemeinsame Erklärung von IG Metall und VMET e.V. Thüringen

Gegen Rassismus und Gewalt, für Menschenwürde und Solidarität in Betrieben und Gesellschaft

Arbeitgeber und Gewerkschaft der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen rassistische Hetze und rechtsextreme Gewalt aus. Sie setzen sich für Solidarität und Menschlichkeit in Betrieben und Gesellschaft ein.

Die gemeinsame Erklärung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen VMET e.V. und der IG Metall im Bezirk Mitte kann hier im kompletten Wortlaut eingesehen werden: