3. Mai | Maier Präzisionstechnik Hildburghausen

Gute Beteiligung beim ersten Warnstreik

Die Maier Präzisionstechnik in Hildburghausen stellt Metalldrehteile für die Automobilindustrie sowie den Maschinen- und Nutzfahrzeugbau her. Die Mehrzahl der etwa 100 Beschäftigten hat sich gewerkschaftlich organisiert und strebt Tarifbindung an.

Ziel der Verhandlungen ist die Heranführung der betrieblichen Arbeits- und Einkommensbedingungen an die Regelungen aus den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie Thüringens. Zur Unterstützung der Verhandlungen fand am 3. Mai ein erster Warnstreik statt. Nun ist der Arbeitgeber aufgerufen, seine Weigerung zu einem Tarifabschluss aufzugeben.

Die für heute vereinbarte nächste Tarifverhandlung musste wegen plötzlicher Erkrankung des Arbeitgebers ausfallen. Die IG Metall schlug inzwischen neue Termine für die Fortsetzung der Verhandlungen vor.

1. April | Nächste Stufe aus Tarifabschluss 2016 wird wirksam

Plus 4,0 Prozent ab 1. April in der Arbeitnehmerüberlassung

Zum 1. April erfolgt die nächste Erhöhung um 2,8 Prozent in West und um 4,0 Prozent in Ost. Damit erreicht das Grundentgelt (Entgeltgruppe 1) nun 9,27 Euro brutto je Stunde in Ostdeutschland. Im Jahr 2019 erfolgen zum 1. Januar, zum 1. April und zum 1. Oktober drei weitere Erhöhungen der Ost-Tabellen. Ab Oktober 2019 werden dann 9,66 Euro je Stunde in der Entgeltgruppe 1 Ost erreicht.

Hinzu kommen in Metallbetrieben die Branchenzuschläge ab der sechsten Woche im Einsatz. Diese Branchenzuschläge gelten in allen Metallbetrieben, so auch in denen, in denen für die Stammbeschäftigten kein Tarifvertrag Anwendung findet. Allerdings wurden viele Beschäftigte der Arbeitnehmerüberlassung in den Einsatzbetrieben inzwischen auch fest übernommen. Und durch die Erhöhungen der Metalltarife auch ab 1. April um 4,3 Prozent schaffen wir deutlich mehr Kaufkraft in der Region. Zugleich erhöhen steigende Bruttoeinkommen auch die Einnahmen der Sozialversicherungen. Das schafft finanziellen Spielraum für zukünftige Rentensteigerungen oder Leistungsverbesserungen.

27. März | TKF Thüringer Kugellagerfabrik Zella-Mehlis

Zeitgemäßer Tarifabschluss: Investition auch in die Belegschaft

Die TKF – Thüringer Kugellagerfabrik in Zella-Mehlis ist ein Betrieb der Metallindustrie mit knapp 40 Beschäftigten. Es werden hauptsächlich Wälzlager, dabei speziell Rillenkugellager, Schrägkugellager und Kegelrollenlager hergestellt. Im Betrieb sind hochspezialisierte Fachleute beschäftigt, die teilweise über langjährige Erfahrung verfügen. Nach Änderungen in der Eigentümerstruktur und bei der Geschäftsführung im letzten Jahr stellt sich der Betrieb neu auf.

Nach drei Verhandlungen wurde heute ein Verhandlungsergebnis für einen neuen Haustarifvertrag unterzeichnet. Für die Beschäftigten erfolgten in den vergangenen Monaten verhandlungsbegleitend teils kräftige Lohnanpassungen von bis zu zwei Euro brutto pro Stunde. Im Haustarifvertrag sind in diesem Jahr ein Tag Urlaub mehr sowie ab 2019 ein weiterer Urlaubstag mehr geregelt. Neu geregelt wird die Vergütung für Mehrarbeit mit einem Zuschlag von 25 Prozent je Stunde sowie einem neuen Standardbonus von 40 Euro für Sonderschichten. Zugleich wurde ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Laufzeit des Tarifvertrages vereinbart. Der Hautarifvertrag tritt am 1. April 2018 in Kraft und wirkt auf unbestimmte Zeit.

1. März | Tariferhöhung Textile Dienste Ost

Weitere 1,8 Prozent mehr Entgelt

Neben den Metallbranchen sowie im Bereich Holz und Kunststoff ist die IG Metall auch die Tarifvertragspartei in den textilen Bereichen. Dazu zählen auch die Textilen Dienste. Hierbei handelt es sich um Dienstleistungsunternehmen einschließlich verbundener Unternehmen und Betriebe, die kundeneigene und/oder Leasing-Textilien zur Verfügung stellen und wieder aufbereiten. Vor allem sind das Wäschereien im Objektkundengeschäft, was das Beschaffen, Liefern, Reinigen oder Austauschen von insbesondere Hotel-, Klinik- oder Gastronomiewäsche oder Berufsbekleidung betrifft. Tarifverträge werden in diesem Bereich entweder für die alten oder die neuen Bundesländer abgeschlossen. Thüringen zählt zum Tarifgebiet der neuen Bundesländer.

Nach vier Einmalzahlung in Höhe von zusammen 216 Euro brutto, für Auszubildende 92 Euro brutto, plus eine Steigerung der Monatsentgelte um 2,4 Prozent ab März 2017 erfolgt nun die letzte Stufe der Tarifanpassung aus dem Tarifergebnis für die Textilen Dienste in den neuen Bundesländern vom 1. Juli 2016. Ab 1. März 2018 steigen die Tariflöhne und –gehälter um 1,8 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich ab März 2018 um jeweils 18 Euro brutto je Ausbildungsjahr. Weiter erhöht sich das zusätzliche Urlaubsgeld im Jahr 2018 auf 288 Euro brutto. Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 38 Stunden. Es besteht Anspruch auf 30 Arbeitstage Urlaub im Jahr ab dem zweiten Beschäftigungsjahr.

20. Februar | Tarifabschluss bei HFP Bandstahl in Bad Salzungen

Bis über 12 Prozent mehr Entgelt errungen

links HFP-Geschäftsführer Michael Frank, rechts Thomas Steinhäuser IG Metall

In der vierten Tarifverhandlung am 20. Februar einigten sich IG Metall und Arbeitgeber auf den Abschluss von zwei Haustarifverträgen zu den Grundentgelten und Ausbildungsvergütungen sowie für Urlaub.

Alle Beschäftigten, die bisher deutlich unter dem betrieblichen Durchschnitt liegen, werden die Entgelte um maximal 250 Euro brutto im Monat in zwei Schritten zu April 2018 und Januar 2019 erhöht. Das entspricht einer Steigerung um bis zu 12,6 Prozent. Davon profitieren mindestens 53 der 260 Beschäftigten. Hingegen werden die Entgelte bei Beschäftigten, die mit Erhöhung der betrieblichen Tariftabelle ab April 2018 mit ihrem Einkommen oberhalb des Tarifanspruches liegen, um pauschal 65 Euro brutto pro Monat in zwei Schritten erhöht, sofern die Tarifwerte nicht um mehr als 15 Prozent übertroffen sind. Die 18 Beschäftigten, deren bisheriges Entgelt schon mehr als 15 Prozent über der neuen betrieblichen Tariftabelle liegt, erhalten mit den Abrechnungen für Juni 2018 und Juni 2019 jeweils eine Jahressonderzahlung als Erholungsbeihilfe von zweimal 156 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sind an das betriebliche Eckentgelt angebunden und erhöhen sich um jeweils 4,3 Prozent, was monatlich zwischen 40 Euro und 47 Euro brutto mehr je nach Ausbildungsjahr entspricht.

Zusätzlich erhalten ab 2018 Schichtarbeiter im 4-Schicht-System nach zehnjähriger Betriebszugehörigkeit einen zusätzlichen bezahlten Urlaubstag pro Jahr.

14. Februar | Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifabschluss in 4. Verhandlung gelungen

In der vierten Verhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen wurde heute Übernahme des aus Baden-Württemberg vorgelegten Tarifergebnisses intensiv verhandelt und schließlich vereinbart. Das bedeutet eine Steigerung der Tariftabellen ab April 2018 um 4,3 Prozent. Weiter gibt es zwei Einmalzahlungen von 100 Euro brutto im März 2018 und 400 Euro brutto im Juli 2019. Darüber hinaus wird ab 2019 einmal im Jahr ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent einer Bruttomonatsvergütung gewährt. Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schichten arbeiten, können wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgeldes acht freie Tage in Anspruch nehmen wollen.

6. Februar | Tarifabschluss für Baden-Württemberg

Tarifangleichung in Thüringen angehen

In der sechsten Verhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg wurde heute die Steigerung der Tariftabellen ab April 2018 um 4,3 Prozent vereinbart. Weiter gibt es zwei Einmalzahlungen von 100 Euro brutto für Januar bis März 2018 und 400 Euro brutto im Juli 2019. Darüber hinaus wird ab 2019 einmal im Jahr ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent einer Bruttomonatsvergütung gewährt. Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schichten arbeiten, können wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgeldes acht freie Tage in Anspruch nehmen wollen. Zwei dieser Tage würden dann als Arbeitgeberzuschuss gewährt.

Die Beschäftigten der Branche haben doppelt für den starken Tarifabschluss gesorgt: Einmal durch ihre tägliche qualifizierte und motivierte Arbeit, die den Spielraum für angemessene Tarifverbesserungen schafft. Und dann auch durch die selbstbewusste Beteiligung an den Aktionen und Warnstreiks der IG Metall. Diese beiden Begründungen gelten uneingeschränkt auch für die Beschäftigten in Thüringen. Wir erwarten die Übernahme des Tarifergebnisses aus Baden-Württemberg. Zusätzlich braucht es endlich eine belastbare Vereinbarung zur weiteren Angleichung der Tarifbedingungen in Thüringen an die Standards in den westlichen Tarifgebieten.

31. Januar | Tarifabschluss Holz- und kunststoffverarbeitende Industrie

4 Prozent mehr Entgelt

Mit Druck und Warnstreiks zum Tariferfolg: In der zweiten Verhandlungsrunde konnte die IG Metall in Thüringen ein Ergebnis für die Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie erzielen. Die Löhne und Gehälter steigen ab 1. Mai 2018 um 4 Prozent. Für Januar bis Mai gibt es zweimal eine Einmalzahlung von 150 Euro.

Vor allem die Auszubildenden können sich auf ein dickes Plus freuen. Ihre Vergütungen erhöhen sich um monatlich 50 Euro in allen vier Ausbildungsjahren. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 30. September 2019.

27. Januar | Blockade der Arbeitgeber eskaliert die Verhandlungen

Auch 5. Tarifverhandlung für Baden-Württemberg ohne Ergebnis

"Die Arbeitgeber haben es offensichtlich gezielt auf eine Eskalation angelegt und hatten nie die Absicht zur Einigung. Das zeigte sich daran, dass sie sich heute weder beim Geld noch bei der Arbeitszeit ausreichend bewegt haben, um einen Kompromiss möglich zu machen. Es ist unverantwortlich, die überfällige Modernisierung der Arbeitswelt zu blockieren und den Beschäftigten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg zu verweigern", sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Samstag in Stuttgart. "Das werden sich die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie nicht gefallen lassen. Jetzt gilt: Wer sich nicht bewegt, der muss geschoben werden."

Mit den ganztägigen Warnstreiks will die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, sich in der Tarifauseinandersetzung einem tragfähigen Kompromiss zu nähern. Die Durchführung der ganztägigen Warnstreiks setzt positive Mitgliedervoten in den ausgewählten Betrieben voraus. IG Metall-Mitglieder erhalten in diesem Fall – anders als bei den kurzen Warnstreiks – eine finanzielle Unterstützungsleistung von ihrer Gewerkschaft.

Bundesweit haben in dieser Tarifrunde bisher rund 960.000 Beschäftigte die Forderungen der IG Metall nach 6 Prozent mehr Geld, einem Anspruch auf kurze Vollzeit und Zuschüssen für Beschäftigte in bestimmten Lebenssituationen unterstützt.

19. Januar | 3. Tarifverhandlung Metall-/Elektroindustrie Thüringen

Arbeitgeber verhandeln an Thüringen "vorbei"

Über 300 Beschäftigte der Frühschicht von Automotive Lighting in Brotterode folgten dem Aufruf der IG Metall zum  Warnstreik. Nach einer kurzen Kundgebung vor dem Betrieb ging es dann mit Bussen nach Erfurt zur Unterstützung der Tarifaktion der IG Metall zur 3. Verhandlung. An der Kundgebung in Erfurt nahmen auch der Erfurter Oberbürgermeister, Andreas Bausewein (SPD), der Thüringer Wirtschaftsminister, Wolfgang Tiefensee (SPD), die Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Thüringer Landtag, Susanne Henning-Wellsow, sowie der DGB-Landesvorsitzende für Thüringen, Sandro Witt, teil.

Die 3. Verhandlung blieb ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber trugen bundesweite Fakten ohne jeglichen Bezug zu Thüringen vor. Ein Termin für eine 4. Verhandlung wurde noch nicht abgestimmt. Die Enttäuschung der Beschäftigten bleibt enorm.

12. Januar | Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Automotive Lighting Brotterode

Fast alle 250 Beschäftigten der Spätschicht von Automotive Lighting in Brotterode folgten dem Aufruf der IG Metall zum  Warnstreik. Vor dem Betrieb wurden die Warnstreikenden zum Stand der Verhandlungen informiert. Der Warnstreik dauerte mindestens zwei Stunden.

12. Januar | Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Automotive Lighting Brotterode

Fast alle 500 Beschäftigten der Früh- und Normalschicht von Automotive Lighting in Brotterode folgten dem Aufruf der IG Metall zum  Warnstreik. Vor dem Betrieb wurden die Warnstreikenden zum Stand der Verhandlungen informiert. Der Warnstreik dauerte mindestens zwei Stunden.

12. Januar | Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Automotive Lighting Brotterode

Alle 100 Beschäftigten der Nachtschicht von Automotive Lighting in Brotterode folgten dem Aufruf der IG Metall zum  Warnstreik. Vor dem Betrieb wurden die Warnstreikenden zum Stand der Verhandlungen informiert. Der Warnstreik dauerte zwei Stunden.

10. Januar | Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Fahrzeugbau GmbH Geisa

Etwa 50 Beschäftigte der Spätschicht im Fahrzeugbau in Geisa folgten dem Aufruf der IG Metall zum  Warnstreik. Vor dem Betrieb wurden die Warnstreikenden zum Stand der Verhandlungen informiert. Der Warnstreik dauerte zwei Stunden.

10. Januar | Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Fahrzeugbau GmbH Geisa

In den Tarifverhandlungen für die Thüringer Metall- und Elektroindustrie konnte bisher kein Ergebnis erreicht werden. Daher ruft die IG Metall zu Warnstreiks in den Betrieben zur Unterstützung der Tarifforderungen auf. Den Auftakt in unserer Region machten heute die Beschäftigten der Frühschicht beim Fahrzeugbau in Geisa. Etwa 65 Beschäftigte beteiligten sich am zweistündigen Warnstreik.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung für 12 Monate sowie den Anspruch auf individuelle Verringerung der Wochenarbeitszeit mit Teilentgeltausgleich bei belasteten Arbeitszeiten oder für Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen.

15. Dezember | 2. Tarifverhandlung Metall-/Elektroindustrie Thüringen

Arbeitgeber riskieren "Getriebe-Schaden" in Tarifverhandlungen

In der zweiten Tarifverhandlung für die Thüringer Metall- und Elektroindustrie am 15. Dezember in Eisenach wollten die Arbeitgeber den tarifvertraglichen "Rückwärtsgang" einlegen. Sie wollen die Regelarbeitszeit ausweiten, dafür keine Zuschläge für Mehrarbeit mehr vergüten, eine vollumfängliche Verfügbarkeit der Beschäftigten erwarten und nehmen damit Mehrbelastungen und zunehmende Erkrankungen leichtfertig in Kauf.

Da die IG Metall mit der Reduzierung der Arbeitszeit und mehr Einfluss der Beschäftigten auf die individuelle Arbeitszeit im kompletten "Vorwärtsgang" für die Tarifbedingungen in Thüringen ist, riskieren die Arbeitgeber einen "Getriebe-Schaden" in den Tarifverhandlungen.

200 Euro pauschal für drei Monate plus 2 Prozent mehr Entgelt für weitere 12 Monate steht im totalen Widerspruch zu Konjunktur und Gewinnen. Auch den Arbeitgebern muss klar sein, dass das als "Angebot" völlig unzureichend ist.

2. Dezember | Blockade der Arbeitgeber entrüstet unsere Vertrauensleute

2. Tarifverhandlung am 15. Dezember in Eisenach

Im Rahmen der Tarifbewegung für die Metall- und Elektroindustrie 2017/2018 luden die IG Metall Eisenach gemeinsam mit der IG Metall Suhl-Sonneberg die Vertrauensleute der tarifgebundenen Betriebe zur Vertrauensleutekonferenz am 2. Dezember nach Bad Tabarz ein. Nach der Berichterstattung aus der ersten Verhandlungsrunde am 22. November 2017 in Arnstadt waren die Metallerinnen und Metaller überaus entrüstet.

Die nächste Tarifverhandlung wird am 15. Dezember, 11 Uhr, in Eisenach stattfinden. Dazu rufen wir die Beschäftigten aus den Metallbetrieben in Thüringen zur Unterstützung einer verhandlungsbegleitenden Aktion auf. Zwar können wegen der bis 31. Dezember geltenden Friedenspflicht noch keine Streikmaßnahmen für diesen Tag aufgerufen werden, doch erwarten wir eine gute Beteiligung unserer Kolleginnen und Kollegen.

22. November | 1. Tarifverhandlung Metall-/Elektroindustrie Thüringen

Komplette Blockade der Arbeitgeberseite

"...lehnen wir grundsätzlich ab ..." oder "... lehnen wir absolut ab ..." oder "... unterschreiben wir auf keinen Fall ..." waren Erwiderungen der Arbeitgeber auf die Forderungen der IG Metall in der ersten Verhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen in Arnstadt.

Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent für 12 Monate sowie individuelle Rechtsansprüche für die Arbeitnehmer, die Wochenarbeitszeiten temporär auf bis 28 Stunden verkürzen zu können. Dafür fordert sie auch einen Teilentgeltausgleich für Beschäftigte in besonders belastenden Arbeitszeitsystemen sowie bei Kindererziehung und Pflege in der Familie. Daneben will die IG Metall in diesem Jahr auch die Frage der Angleichung der Tarifverträge an die westlichen Tarife angehen, sie will dafür eine »belastbare Verhandlungsverpflichtung« mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Thüringen abschließen.

1. November | Tariferhöhung in Schmalkalden

Mehr Geld für Beschäftigte bei LEONI in Schmalkalden

Der Haustarifvertrag zwischen der IG Metall und der LEONI protec cable Systems in Schmalkalden wurde nachverhandelt. Damit gibt es nun dreimal mehr Geld:

  • plus 0,5 Prozent ab November 2017
  • Übernahme der Entgelterhöhung der Metallindustrie Anfang 2018
  • plus weitere 0,5 Prozent ab Juni 2018.

Damit wird die Heranführung des Entgeltniveaus an die Bedingungen der Metall- und Elektroindustrie Thüringen abgeschlossen.

24. Oktober | Tarifkommission Metall-/Elektroindustrie

6 Prozent mehr Geld und Arbeitszeiten, die zum Leben passen

Am 24. Oktober stellten die Tarifkommissionen des Bezirks Mitte der IG Metall (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen) die Weichen für die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Das Forderungspaket, dem die Tarifkommissionen zugestimmt haben, umfasst im Einzelnen folgende Punkte:

• eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent für zwölf Monate,

• einen Rechtsanspruch für jeden Beschäftigten auf Reduzierung der individuellen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für eine Zeitdauer von bis zu 24 Monaten,

• für Beschäftigte in belastenden Arbeitszeitmodellen einen tarifdynamischen Zuschuss in Form eines Festbetrags von 750,- Euro pro Jahr, soweit die Arbeitszeit um 10 Tage pro Jahr oder mehr verkürzt wird,

• für Beschäftigte, in deren Haushalt Kinder unter 14 Jahren leben oder die pflegebedürftige Familienangehörige haben, einen tarifdynamischen Zuschuss in Form eines Festbetrags von 200,- Euro pro Monat, soweit die wöchentliche Arbeitszeit um 3,5 Stunden oder mehr reduziert wird.

Darüber hinaus strebt die IG Metall Regelungen zum Personalausgleich für die Umsetzung der individuellen Wahloption auf Arbeitszeitreduzierung an. Dazu fordern die Tarifkommissionen für Auszubildende einen vergüteten freien Tag je Prüfungstag zur Prüfungsvorbereitung. Für das Tarifgebiet Thüringen verlangt die IG Metall zudem eine belastbare Verhandlungsverpflichtung für einen Prozess zur Angleichung der Entgelte, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen.

14. September | Tarifkommission Metall-/Elektroindustrie

Mehr Entgelt, mehr Ausbildungsvergütung und „kurze Vollzeit“

 

Rund 6 Prozent mehr Entgelte und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie eine „verkürzte Vollzeit" - diese Forderungsvorschläge haben die Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie für die Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und für Thüringen in einer gemeinsamen Sitzung am 14. September in Frankenthal diskutiert.

Ausführlich beschäftigten sich die beiden Tarifkommissionen dabei mit der wirtschaftlichen Lage, die einen wichtigen Hintergrund für die Tarifverhandlung bildet. Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich seit Jahren in einer robusten Konjunkturlage. Das prognostizieren die Wirtschaftsforscher auch für 2018. 

Die 35-Stundenwoche sei die Wunscharbeitszeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, allerdings müsse es Entlastung geben. Mit der "verkürzten Vollzeit" will die IG Metall einen tarifvertraglichen Anspruch auf kürzere Wochenarbeitszeit in Ost und West schaffen. Das steht einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit in den neuen Bundesländern nicht entgegen.

1. September | Tariferhöhung in Thüringen

Mehr Geld für Beschäftigte im Kfz-Gewerbe

Zum 1. September 2017 erfolgt eine Tariferhöhung um 2,9 Prozent. In einer zweiten Stufe zum 1. Oktober 2018 steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um weitere 2,9 Prozent. Damit steigen die Entgelttabellen um insgesamt 5,8 Prozent.

Leider gilt der Tarifvertrag in vielen Autohäusern in Südthüringen noch nicht. Das können wir nur gemeinsam ändern.

1. September | Tariferhöhung in Suhl

Mehr Geld für Beschäftigte bei Merkel Suhl

Warnstreik der IG Metall am 20. September 2016

Am 5. Oktober 2016 vereinbarten die Geschäftsleitung und die IG Metall Suhl-Sonneberg für die etwa 140 Beschäftigten der Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen, C.G. Haenel und CARACAL in Suhl eine Tariferhöhung in zwei Schritten. Erst der Warnstreik am 20. September 2016 brachte Schwung in die Verhandlungen.

Das Tarifergebnis erhöhte die Entgelte und Ausbildungsvergütungen zum 1. September 2016 um 4,5 Prozent. In einer zweiten Stufe erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2017 um weitere 2,5 Prozent. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2018.

1. August | Tariferhöhung in Bad Salzungen

Mehr Geld für Beschäftigte bei HFP Bandstahl

Alle Beschäftigten, die bei Einführung des Haustarifvertrages deutlich unter dem betrieblichen Durchschnitt lagen, wurden die Entgelte um maximal 100 Euro brutto monatlich ab Februar 2017 erhöht. Davon profitierten mindestens 30 der 260 Beschäftigten. Sofern gegenüber der betrieblichen Lohntabelle immer noch Differenzen bestehen, erhalten diese Beschäftigten ab August 2017 weitere maximal 30 Euro brutto monatlich. Hingegen wurden die Entgelte, die bei Einführung der neuen betrieblichen Tariftabelle ab Februar 2017 bereits höher waren, um pauschal 40 Euro brutto pro Monat erhöht, sofern die Tarifwerte nicht um mehr als 15 Prozent übertroffen waren. Für die 21 Beschäftigten, deren bisheriges Entgelt schon mehr als 15 Prozent über der neuen betrieblichen Tariftabelle liegt, erhielten mit der Abrechnung für Februar 2017 eine erste Einmalzahlung von 240 Euro brutto und erhalten mit der Abrechnung für August 2017 eine zweite Einmalzahlung von weiteren 200 Euro brutto.

1. August | Tariferhöhung in Barchfeld

Mehr Geld für Beschäftigte bei Oerlikon Woka

Am 6. August 2013 einigten sich IG Metall und Arbeitgeber erstmals auf Tarifsteigerungen in mehreren Schritten. Dabei wurden für die folgenden fünf Jahre Tarifanpassungen jeweils zum 1. August des Jahres vereinbart.

Zum 1. August 2017 erfolgt damit die Anpassung von 90 Prozent der Tarifentgelte der Metall- und Elektroindustrie Thüringen auf 93 Prozent. Das beinhaltet die Tarifsteigerung um zwei Prozent ab April 2017 in Referenztarif. Damit steigen die Entgelte für die Beschäftigten bei Oerlikon Woka um im Durchschnitt fünf Prozent.

1. Juli | IDAM Suhl

2. Stufe der Tariferhöhung ab Juli 2017

Tarifbindung stärkt Attraktivität als Arbeitgeber

Zwischen der IG Metall und der IDAM Ina Drives & Mechatronics AG & Co. KG wurde am 30. Mai 2016 erstmals für die damals etwas mehr als 100 Beschäftigten Tarifbindung durchgesetzt werden.

Die IDAM Ina Drives & Mechatronics AG & Co. KG ist ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe in Suhl. Mit über 100 Beschäftigten werden vor allem lineare und rotative Motoren sowie die zugehörigen Elektronikbaugruppen entwickelt und produziert. Der Standort entwickelt sich weiter gut. Seit vergangenem Jahr konnten zahlreiche Einstellungen neuer Kolleginnen und Kollegen vorgenommen werden. Das zeigt einmal mehr, dass Tarifbindung auch die Attraktivität als Arbeitgeber stärkt.

Ab Juli 2017 werden die monatlichen Basisvergütungen um pauschal weitere 63 Euro brutto erhöht. Das entspricht einer Steigerung um weitere 2,34 Prozent im Betriebsdurchschnitt. Auszubildende werden auf 82,5 Prozent der Ausbildungsvergütungen für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen angehoben. Das entspricht einer Steigerung von etwa 15 Euro im Durchschnitt. Die Laufzeit des Verhandlungsergebnisses gilt bis Ende März 2018.

16. Mai | Tarifkommissionen Metall- / Elektroindustrie

Den Konflikt um die Arbeitszeit müssen wir führen.

In der Diskussion: Tim Reichert (Bosch Eisenach - oben) und Michael Lemm (Bosch Eisenach - unten)

Am 16. Mai 2017 tagten die Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie für Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland gemeinsam im hessischen Rosbach vor der Höhe.

Vorgestellt wurden erste Ergebnisse aus der Beschäftigtenbefragung 2017 insbesondere zum Thema Arbeitszeit. Auch Thüringer Beschäftigte brachten sich aktiv in die Diskussion ein. Die IG Metall im Bezirk Mitte wird auf Grundlage der Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung in den Sommermonaten den weiteren Fahrplan für ihre Tarifforderungen diskutieren und festlegen. Spätestens im Oktober wird dazu die Forderung der IG Metall für die Tarifbewegung 2018 verbindlich beschlossen.

Anbei die Pressemitteilung der IG Metall-Bezirksleitung:

1. April | Metall- und Elektroindustrie

Plus 2 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung

In der Metall- und Elektroindustrie Thüringens erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um zwei Prozent in der zweiten Stufe des Tarifabschlusses aus 2016.

Das Eckentgelt in der Entgeltgruppe 5 steigt auf 2.757 Euro monatlich brutto. Die Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr erreicht 965 Euro monatlich.

1. März | Mehr Geld nach Tarifvertrag

Plus 13,6 Prozent bis Ende 2019

Am 29. und 30. November 2016 einigten sich die DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit mit den Arbeitgeberverbänden iGZ und BAP in der dritten Verhandlungsrunde zu einem Tarifergebnis bis Ende 2019. Insgesamt werden die Grundentgelte Ost in drei Stufen plus zwei Anpassungsstufen um 13,6 Prozent (Entgeltgruppe 1) erhöht. Von 8,50 Euro je Stunde Ende 2016 wurde bereits zum 1. Januar 2017 die erste Anpassungsstufe nur in den beiden unteren Entgeltgruppen 1 und 2 wirksam. Ab Oktober 2019 werden dann 9,66 Euro je Stunde in der Entgeltgruppe 1 erreicht.

Parallel zu den Entgeltsteigerungen Ost und West wurde vereinbart, dass (spätestens) ab April 2021 die Tariftabellen West bundesweit einheitlich angewendet werden. Damit konnte eine lange Forderung der Gewerkschaften jetzt endlich tarifvertraglich normiert werden.

1. Januar | Zweite Stufe der Lohnerhöhung

Mindestvergütung bei MKB Barchfeld betrieblich erhöht

Die Metall- und Kunststofftechnik Barchfeld ist ein Automobilzulieferer mit 90 Beschäftigten. In einigen Produktionsbereichen wurde seit Jahren im Akkord gearbeitet. Seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes Anfang 2015 bestanden unterschiedliche Auffassungen über die Rechtmäßigkeit der Höhe der Akkord-Vergütung.

Geschäftsleitung und IG Metall unterzeichneten am 29. Januar 2016 ein Verhandlungsergebnis zur Festlegung der betrieblichen Mindestvergütung. Ab 1. Februar 2016 wurde die Vergütung von Akkord- auf Stundenlohn umgestellt. Es wurden mindestens 9,20 Euro pro Stunde gezahlt. In einem nächsten Schritt erhöht sich die betriebliche Lohnuntergrenze ab 1. Januar 2017 auf 10,00 Euro pro Stunde.

5. Oktober | Tarifabschluss bei Merkel Suhl

Plus 7 Prozent mehr Geld in zwei Schritten

Unterzeichnung des Abschlusses von links Olaf Sauer, Geschäftsführer Merkel, und Thomas Steinhäuser, IG Metall

Am 5. Oktober 2016 wurde ein Tarifabschluss für die Betriebe Merkel Jagd- und Sportwaffen, C.G. Haenel und CARACAL in Suhl erreicht. Die etwa 140 Beschäftigten der drei Suhler Betriebe produzieren hochwertige Jagd- und Sportwaffen. Zusätzlich hat die Unternehmensgruppe inzwischen auch Aufträge für die Landesverteidigung erhalten. In den ersten beiden Verhandlungen am 3. und am 18. August 2016 gelang keine Annäherung. Erst nach dem Warnstreik am 20. September 2016 brachte ein dritter Verhandlungstermin am 27. September 2016 Schwung in die Verhandlungen.

Das Tarifergebnis erhöht die Entgelte und Ausbildungsvergütungen rückwirkend zum 1. September 2016 um 4,5 Prozent. Das entspricht einer monatlichen Steigerung des Grundentgeltes der Entgeltgruppe fünf (Facharbeitervergütung) um 83 Euro brutto. In einer zweiten Stufe erhöhen sich die Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2017 um weitere 2,5 Prozent. Dann erhöht sich das monatliche Grundentgelt der Entgeltgruppe fünf um weitere 48 Euro brutto. Insgesamt entspricht das einer Erhöhung um sieben Prozent beziehungsweise um 131 Euro brutto monatlich in der Entgeltgruppe fünf. Das Tarifergebnis hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2018.

20. September | Merkel Suhl

Erster Warnstreik in Unternehmensgeschichte

Heute schlugen die Beschäftigten ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte auf. Zum ersten Mal rief die IG Metall zu einer Arbeitsniederlegung im Rahmen eines Warnstreiks auf. Die bisherigen Tarifverhandlungen waren ins Stocken geraten, weil der Arbeitgeber den für heute selbst angebotenen Verhandlungstermin kurzfristig erneut absagte.

Aufgerufen waren die Beschäftigten von Merkel Jagd- und Sportwaffen, von C.G. Haenel sowie von CARACAL. Alle drei Schwesterbetriebe gehören zur Merkel Unternehmensgruppe in Suhl. Unserem Aufruf sind die 75 Beschäftigten der Frühschicht komplett gefolgt.

Wir fordern den Arbeitgeber zu konstruktiven und zügigen Verhandlungen zum Abschluss des Haustarifvertrages auf.

15. September | Verhandlungsergebnis in Suhl für Leica Biosystems Eisfeld

Streik gerade noch abgewendet mit tollem Ergebnis.

Arbeitgeber Leica am 30. Dezember 2015: "An einem weiteren Sondierungsgespräch oder Verhandlungen bezüglich eines Haustarifvertrages oder eines Anerkennungstarifvertrages besteht von Seiten Leica Biosystems Eisfeld kein Interesse."

Unsere Antwort: Warnstreik am 3. Mai 2016 für 2 Stunden.

Arbeitgeber Leica am 20. Mai 2016: "ich kann mich nur wiederholen ..., dass wir für die Leica Biosystems Eisfeld GmbH keine Verhandlungen über den Abschluss eines Haus- oder Anerkennungstarifvertrages ... aufnehmen werden."

Unsere Antwort: Warnstreik am 23. Mai 2016 für 3 Stunden.

Arbeitgeber Leica am 5. Juli 2016: "Ich möchte nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass die IG Metall mit weiteren Versuchen eine Tarifbindung zu erzwingen die Arbeitsplätze in Eisfeld gefährdet."

Unsere Antwort: Warnstreik am 7. Juli 2016 für 3,5 Stunden.

Arbeitgeber Leica am 29. August 2016: "Wir sind bereit, über Löhne in Eisfeld zu sprechen. Aber nicht mit der IG Metall. ... Eine Tarifbindung kommt für uns nicht in Frage."

Unsere Antwort: Urabstimmung am 9. September 2016.

Aus dieser Chronologie wird deutlich, dass das Verhandlungsergebnis vom 15. September 2016, welches 5 Haustarifverträge plus 2 Nebenvereinbarungen beinhaltet, schwer erkämpft ist. Herzlichen Glückwunsch aber auch großen Dank an die mutige Belegschaft an unserer Seite.

12. September | Tarifverhandlung in Suhl

Wann beginnt der Streik in Eisfeld ... ?

... werden wir in diesen Tagen von vielen Seiten gefragt. Das liegt am Arbeitgeber der Leica Biosystems in Eisfeld ! ... antworten wir dann stets. Ziel ist und bleibt die Herstellung von rechtsverbindlicher Tarifbindung. Ein Streik wäre das äußerste Mittel der Beschäftigten, dieses Ziel durchzusetzen.

Am 12. September 2016 fand nach monatelanger Verweigerung des Arbeitgebers die zweite Verhandlung diesmal in Suhl statt. Ein Ergebnis konnte nicht erzielt werden. Allerdings wurde vereinbart, dass zwei weitere Verhandlungsrunden während der Woche stattfinden, um einen drohenden Streik abzuwenden. Verhandelt wird am 14. September und am 15. September in Suhl.

9. September | Leica Biosystems Eisfeld

100 Prozent "JA" in Urabstimmung.

Zur Durchsetzung von tarifvertraglichen Ansprüchen im Betrieb, schrecken die Beschäftigten auch vor einem Streik nicht mehr zurück. In der heutigen Urabstimmung entschieden sich 100 Prozent der Abstimmungsberechtigten dafür.

Die logistischen und formalen Vorbereitungen sind abgeschlossen. Vor dem Betrieb wurde das Streikbüro in einem eigens aufgestellten Bürocontainer eingerichtet. Nur zielgerichtete und unverzügliche Verhandlungen mit Abschluss können den Streikbeginn jetzt noch abwenden. Es liegt allein am Arbeitgeber.

7. Juli: Leica Biosystems GmbH

Dritter Warnstreik in Eisfeld

Die Beschäftigten der Leica Biosystems in Eisfeld und die IG Metall streben eine Tarifbindung für den Betrieb in Eisfeld an. In der ersten Tarifverhandlung am 2. März 2016 erklärte der Arbeitgeber, dass er weder für weitere Verhandlungen noch für den Abschluss eines Tarifvertrages zur Verfügung stehen wolle. Sowohl der zweistündige Warnstreik am 3. Mai 2016 als auch der dreistündige Warnstreik am 23. Mai 2016 ließen den Arbeitgeber bisher einlenken. Beim dritten Warnstreik wurden die Eisfelder Beschäftigten von Metallerinnen und Metallern der KaVo Dental GmbH in Biberach Baden-Württemberg und der Gilbarco GmbH & Co. KG Salzkotten unterstützt, beides Betriebe der Danaher Corporation.
Insgesamt dauerte die Arbeitskampfaktion heute 3,5 Stunden. Neben der Kundgebung vor dem Betrieb in Eisfeld führten die Streikenden mit ihrer IG Metall auch eine Demonstration durch die Stadt durch. Entschlossenheit und Zusammenhalt der Belegschaft wurden eindrucksvoll demonstriert. Wenn der Arbeitgeber nicht einlenkt, bleibt nur der Antrag auf Urabstimmung an den Vorstand der IG Metall, um einen unbefristeten Arbeitskampf einzuleiten.

25. Mai: Metall- und Elektroindustrie

Tarifergebnis für Thüringen übernommen

In der vierten Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen wurde am 25. Mai 2016 in Eisenach ein Verhandlungsergebnis zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband VMET e.V. unterzeichnet. Damit ist das Tarifergebnis bundesweit übertragen, weil Thüringen das letzte Tarifgebiet war. Es wurden die Eckpunkte des Pilotergebnisses vom 13. Mai 2016 aus Köln übernommen:

  • 150 Euro Einmalzahlung (Azubis 65 Euro) im Juni 2016
  • plus 2,8 Prozent ab Juli 2016
  • plus weitere 2,0 Prozent ab April 2017
  • Laufzeit bis 31. Dezember 2017.

23. Mai: Leica Biosystems GmbH

Zweiter Warnstreik in Eisfeld

Die Beschäftigte der Leica Biosystems GmbH in Eisfeld und die IG Metall streben Tarifbindung für den Betrieb in Eisfeld an. In der ersten Tarifverhandlung am 2. März 2016 erklärte der Arbeitgeber, dass er weder für weitere Verhandlungen noch für den Abschluss eines Tarifvertrages zur Verfügung stehen wolle. Auch nach dem ersten Warnstreik am 3. Mai 2016 blieb der Arbeitgeber stur.

Alle Beschäftigten der Früh- und Normalschicht nahmen am heutigen Warnstreik für 3 Stunden teil. Nach einer Kundgebung vor dem Werkstor fand eine Demonstration durch Eisfeld statt. Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss 2014 ist ersichtlich, dass die Umsatzrendite des Standortes bei über 26 Prozent liegt, was ein Spitzenwert ist. Zudem betragen die Personalkosten an den Umsätzen weniger als 10 Prozent. Hier ist ausreichend betriebswirtschaftlicher Spielraum für die Einführung von tarifvertraglichen Standards und gerechten Löhnen.

Leica ist ein weltweit tätiger Mischkonzern. Gegenstand des Betriebes in Eisfeld sind die Entwicklung, Produktion und Verpackung von Klingen für die Medizintechnik. Erstmals wählten die 21 Beschäftigten der Leica Biosystems Eisfeld am 15. Dezember 2014 mit Unterstützung der IG Metall Suhl-Sonneberg einen dreiköpfigen Betriebsrat.

13. Mai: Metall- und Elektroindustrie

Durchbruch bei den Verhandlungen in Köln

Nach einer langen Verhandlungsnacht in Köln haben sich die Arbeitgeber und die IG Metall auf ein Tarifergebnis für die Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen verständigt. Nach einer Einmalzahlung von 150 Euro werden die Tariftabellen in zwei Schritten um insgesamt 4,8 Prozent angehoben. Die Laufzeit ist bis Ende 2017.

Dieser Abschluss hat Pilotcharakter und ist zur Übernahme auch für Thüringen empfohlen.

10. Mai: IDAM Suhl

Kämpferische Stimmung beim ersten Warnstreik

Für die Beschäftigten der IDAM (Ina Drives & Mechatronics AG & Co. KG) Suhl will die IG Metall erstmals einen Tarifvertrag abschließen. Dazu fanden mehrere Verhandlungstermine mit dem Arbeitgeber bereits statt. Für den 13. Mai 2016 war die finale Verhandlung vereinbart. Diese wurde durch den Arbeitgeber nun einseitig abgesagt.

Daher rief die IG Metall am 10. Mai zum ersten Warnstreik auf. Dieser dauerte ab 9.30 Uhr zwei Stunden mit einer Kundgebung vor dem Betriebstor. Auch vom Schwesterbetrieb aus Schweinfurt war eine Solidaritätsdelegation angereist, um die Tarifabsichten der IDAM-Beschäftigten zu unterstützen.

10. Mai: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Automotive Lighting Brotterode

Dem Warnstreikaufruf der IG Metall folgten die Beschäftigten der Frühschicht. Insgesamt legten 200 Beschäftigte die Arbeit ab 6 Uhr für zwei Stunden nieder. Einstimmig lehnten die Warnstreikenden das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber ab. Nein! ... zu 2,1 Prozent für 24 Monate.

9. Mai: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Fahrzeugbau Geisa

Dem Warnstreikaufruf der IG Metall folgten die Beschäftigten der Frühschicht. Insgesamt legten 70 Beschäftigte und Auszubildende die Arbeit ab 12.15 Uhr nieder. Nach einer kurzen Information zum Stand der Verhandlungen, endete die Kundgebung vor dem Tor und der Warnstreik wurde individuell fortgesetzt. Zum Schichtschluss endete der Warnstreik nach 1,5 Stunden.

4. Mai: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Automotive Lighting Brotterode

Dem Warnstreikaufruf der IG Metall folgten die Beschäftigten der Frühschicht. Hinzu kamen später noch Beschäftigte der Nachtschicht. Insgesamt legten 250 Beschäftigte und Auszubildende die Arbeit für 2 Stunden nieder. Unter ihnen auch einige Leiharbeiter/innen. Einstimmig haben sich die Warnstreikenden gegen magere 0,9 Prozent für 12 Monate und auch gegen 2,1 Prozent für 24 Monate ausgesprochen. Auch weil der Scheinwerferhersteller in Brotterode im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seiner Firmengeschichte erzielte, fällt dieses provokante Angebot der Arbeitgeber durch.

3. Mai: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Fahrzeugbau Geisa

Dem Warnstreikaufruf der IG Metall folgten fast alle Beschäftigte der Frühschicht. Hinzu kamen später noch Beschäftigte der Spätschicht. Insgesamt legten 115 Beschäftigte und Auszubildende die Arbeit für 1,5 Stunden nieder. Einstimmig haben sich die Warnstreikenden gegen magere 0,9 Prozent für 12 Monate und auch gegen 2,1 Prozent für 24 Monate ausgesprochen. Vor dem Hintergrund, dass die Kion-Unternehmensgruppe im Jahr 2015 den Gewinn vor Zinsen und Steuern um 8,4 Prozent steigerte, fehlt es komplett am Verständnis für dieses provokante Angebot der Arbeitgeber.

3. Mai: Leica Biosystems GmbH

Erster Warnstreik in Eisfeld

In der Firmenchronik der Leica Biosystems in Eisfeld wurde heute ein neues Kapital begonnen. Die Beschäftigten wurden erstmals zu einem Warnstreik aufgerufen. Alle nahmen teil. In der ersten Verhandlung teilten die Arbeitgebervertreter mit, dass sie nicht für Tarifverhandlungen zur Verfügung ständen und nicht bereit seien, einen Tarifvertrag abzuschließen. Zwar sei das Unternehmen am Stammsitz im baden-württembergischen Nussloch Mitglied im Arbeitgeberverband und damit tarifgebunden, doch solle eine Tarifbindung für den Standort in Thüringen unbedingt vermieden werden. Abgesehen davon, dass eine solche Haltung zugleich eine Bankrotterklärung zur Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten ist, ist es zugleich ein völlig falsches Signal.

Leica ist ein weltweit tätiger Mischkonzern. Gegenstand des Betriebes in Eisfeld sind die Entwicklung, Produktion und Verpackung von Klingen für die Medizintechnik. Erstmals wählten die 21 Beschäftigten der Leica Biosystems Eisfeld am 15. Dezember 2014 mit Unterstützung der IG Metall Suhl-Sonneberg einen dreiköpfigen Betriebsrat.

28. April 2016 in Erfurt

3. Tarifverhandlung: Arbeitgeber provozieren weiter

In der dritten Verhandlung am 28. April 2016 in Erfurt legten die Arbeitgeber ein geändertes Angebot vor. Auch das kommt einer Verhandlungslösung nicht näher. Das bleibt das niedrigste Angebot seit Langem. Nunmehr sollen sich die Beschäftigten mit 2,1 Prozent Erhöhung für 24 Monate abspeisen lassen. Hinzu könnte eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent kommen. Das ist kein Angebot, sondern bleibt eine Provokation. Deswegen sind wir jetzt gezwungen, die Beschäftigten zu Warnstreiks aufzurufen.

18. April 2016 in Jena

2. Tarifverhandlung: Arbeitgeber provozieren

Über 250 Metallerinnen und Metaller aus ganz Thüringen umrahmten die zweite Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen am 18. April 2016 in Jena.

Die Arbeitgeber legten ein sogenanntes Angebot vor. Plus 0,9 Prozent für 12 Monate plus eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent. Das ist eine Provokation. Es ist zudem das niedrigste Angebot, welche die IG Metall je erhielt. Das ist nicht verhandelbar und damit keine Grundlage für einen Tarifabschluss.

Die Zeichen stehen auf eine handfeste Auseinandersetzung.

22. März 2016 in Erfurt

1. Tarifverhandlung ergebnislos vertragt

Etwa 200 Metallerinnen und Metaller aus ganz Thüringen waren am 22. März 2016 in Erfurt auf die Straße gegangen. Anlass war der Start der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen.

Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent. Nach knapp zwei Stunden wurde die Verhandlung ohne Annährung vertagt.

Die zweite Verhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Thüringen ist am Montag, 18. April in Jena. Die Entgelt-Tarifverträge sind zum 31. März 2016 gekündigt. Dann endet in Thüringen auch die Friedenspflicht.

Wir für mehr - Tarifrunde 2016

Tarifbindung angestrebt ...

Am 16. März 2016 trafen sich Aktive aus verschiedenen Betrieben im Bereich der IG Metall Eisenach und der IG Metall Suhl-Sonneberg in Ohrdruf. Ziel ist das Erreichen von Tarifbindung. Parallel zur Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie 2016 strebt die IG Metall auch in bisher nicht tarifgebundenen Betrieben Verhandlungen und Tarifabschlüsse an.

Auch in unserer Region gibt es Betriebe, in denen bisher kein Tarifvertrag angewendet wird. Das können gut organisierte Belegschaften ändern. Daher haben wir Verabredungen zum weiteren Vorgehen getroffen.

Tarifabschluss holz- und kunststoffverarbeitende Industrie

Plus 3,7 Prozent und Altersteilzeit

Für die Beschäftigten der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Thüringen gibt es ab Mai 2,0 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie ab Juli 2017 weitere plus 1,7 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich in zwei Stufen um jeweils 20 Euro. Außerdem wurde ein Tarifvertrag zur Demografie mit einer verbindlichen Regelung zur Altersteilzeit vereinbart.

Im Bereich der IG Metall Suhl-Sonneberg ist kein Betrieb der Branche Mitglied des Arbeitgeberverbandes, mit dem wir den Tarifvertrag abgeschlossen haben. Allerdings werden die Tariferhöhungen für die Beschäftigten der Themex Möbel in Themar durch einen Haustarifvertrag übernommen.

Wir für mehr - Tarifrunde 2016

Jugendseminar in Weimar

Am 11. bis 13. März 2016 trafen sich junge Metallerinnen und Metaller aus verschiedenen Regionen Thüringens in Weimar zur Vorbereitung der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie 2016. Neben theoretischen historischen und aktuellen Tarifthemen wurden auch erste Aktionsideen zur Unterstützung der ansehenden Verhandlungen erarbeitet.

Die erste Verhandlung findet am 22. März 2016 in Erfurt statt. In Jena ist dann am 18. April 2016 die zweite Verhandlung vereinbart.

Tarifkommission am 23. Februar 2016 in Frankfurt

Forderung von 5 Prozent beschlossen

Die Tarifkommission der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen tage am 23. Februar 2016 in Frankfurt am Main zusammen mit den Tarifkommissionen für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Nach einer intensiven Debatte wurde eine Tarifforderung von 5 Prozent für 12 Monaten mit überwiegender Mehrheit beschlossen.

Die erste Verhandlung findet am 22. März 2016 statt.

Neuer Tarifvertrag für WDI-Gruppe abgeschlossen

Mindestens 37 Beschäftigte in Brotterode

Nach kniffeligen Verhandlungen unterzeichneten kurz vor Weihnachten die Geschäftsführung der Westfälischen Drahtindustrie WDI mit Sitz in Hamm und die IG Metall einen erneuten Sondertarifvertrag. Der Vertrag gilt für alle 16 WDI-Standorte inklusive Brotterode und für insgesamt 1.300 Mitarbeiter. Ursache ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs EuGH (Aktenzeichen T‑393/10) vom 15. Juli 2015. Das Luxemburger Gericht bestätigte eine Kartellstrafe gegen die WDI. Seit den 1980er Jahren habe sich die WDI an Absprachen über Preise, Kundenaufteilung und Produktionsmengen bei Spannstahl beteiligt. Die Gesamtstrafe beträgt 46,6 Millionen Euro.

Mit dem neu abgeschlossenen Tarifvertrag verzichten die Beschäftigten in Brotterode auf die Jahressonderzahlung und Teile des zusätzlichen Urlaubsgeldes. Zudem werden die Tariferhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie jeweils auf den 1. Januar des Folgejahres verschoben. Dafür sind Kündigungen bis Ende 2018 ausgeschlossen und für Brotterode mindestens 37 Arbeitsplätze zugesichert. Es stehen also Einstellungen an.

Kfz-Handwerk Thüringen

5,8 Prozent mehr Geld

Die tarifgebundenen Beschäftigten im Kfz-Handwerk Thüringen bekommen ab 1. Juli 2015 mehr Geld. Das Tarifergebnis sieht eine schrittweise Entgeltsteigerung von 5,8 Prozent vor. In der ersten Stufe erhalten die Beschäftigten ab 1. Juli 2015 drei Prozent. Damit beträgt der monatliche Grundlohn für Facharbeiter 2.219 Euro. Ab 1. Oktober 2016 gibt es weitere 2,8 Prozent.

Die Ausbildungsvergütungen werden für des erste Ausbildungsjahr um 35 Euro und für das zweite bis vierte Ausbildungsjahr um 30 Euro ab Juli 2015 erhöht.  In 2016 steigen die  Ausbildungsvergütungen um weitere 20 Euro.

Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben erhalten deutlich mehr Geld. Gute Tarifverträge sind ein Garant für gute Löhne. Leider sind noch zu viele Kfz-Betriebe nicht vom Tarifvertrag erfasst. Das liegt überwiegend daran, dass die Beschäftigten bisher keine Tarifbindung im jeweiligen Betrieb durchgesetzt haben.

Erhöhung von Tarifentgelten und Branchenzuschlägen

Mehr Geld für Leiharbeitsbeschäftigte

Ab 1. April 2015 erhöhen sich die Entgelttabellen der Tarifverträge zur Leiharbeit zwischen der DGB Tarifgemeinschaft und den beiden Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ. Zugleich erhöhen sich für die Branchen, die durch die IG Metall vertreten werden, die Branchenzuschläge. Die konkreten Tabellen und Beträge können dem Flugblatt entnommen werden.

Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Tarifabschluss erreicht

Am 26. Februar 2015 schlossen die IG Metall und der Verband der Metall- und Elektroindustrie Thüringen VMET in Jena ein Verhandlungsergebnis für die Metall- und Elektroindustrie Thüringen:

1.         Die Einkommen für die 20.000 Beschäftigten in Thüringen steigen ab 1. April 2015 um 3,4 Prozent, für die Monate Januar bis März 2015 gibt es eine Einmalzahlung von 150 Euro und Auszubildende einmalig 55 Euro.

2.         Altersteilzeit können vier Prozent der Beschäftigten beantragen. Davon  können besonders belastete Arbeitnehmer die Altersteilzeit vorrangig bis zu einer Quote von drei Prozent nutzen. In den unteren Entgeltgruppen werden  höhere Aufstockungsbeträge als bisher gezahlt.

3.         Der Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit sieht erstmals einen erstreitbaren Zugang auf persönliche berufliche Weiterbildung der Beschäftigten vor. Neu ist das Bildungskonto. Um Arbeitszeit für Weiterbildung zu nutzen, kann diese angespart oder nachgearbeitet werden. Auf das Konto können eingezahlt werden: Arbeitszeit, Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und mögliche freiwillige Leistungen des Arbeitsgebers. Darüber hinaus können Betriebsrat und Arbeitgeber vereinbaren, dass Gelder, die für die betriebliche Altersteilzeit nicht genutzt werden, in Bildungsmaßnahmen fließen.

Nicht gelungen ist in diesem Zusammenhang eine Vereinbarung zur Angleichung der tarifvertraglichen Sonderzahlung auf 55 Prozent einer Bruttomonatsvergütung.

Rückwirkend ab 1. Dezember 2013

Neuer Mindestlohn in Wäschereien

Am 31. Januar 2014 wurde durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Bundesanzeiger die zweite Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft veröffentlicht. Der Mindestlohn ist somit allgemeinverbindlich.


Der Mindestlohn beträgt für die neuen Bundesländer rückwirkend zum 1. Dezember 2013 pro Stunde 7,50 Euro. Ab 1. Oktober 2014 gilt ein Mindestlohn von 8,00 Euro und ab 01. Juli 2016 sind 8,75 Euro je Stunde zu zahlen.

Dieser Mindestlohn gilt für Betriebe, die überwiegend Textilien für gewerbliche Kunden sowie öffentlich-rechtliche Einrichtungen waschen (Objektkundengeschäft). Dabei spielt keine Rolle, ob die Wäsche im Eigentum der Wäscherei oder des Kunden ist.

Tarifpolitische Blockadehaltung der Tischlerbetriebe in Thüringen bröckelt

Erstmals IG Metall-Tarif für Tischler in Thüringen

Ab 01. Januar 2014 gelten für Tischler in Innungsbetrieben in den Landkreisen Hildburghausen, Gotha, Obereichsfeld, Altkreis Meiningen, im nördlichen Teil des Wartburgkreises sowie der kreisfreien Stadt Eisenach Tarifverträge der IG Metall.

Das neue Tarifpaket beinhaltet für Gesellen ein Eckentgelt von 1.958 Euro im Monat (11,25 Euro je Stunde). Gleichzeitig beträgt das Mindestentgelt für Helfer 8,50 Euro pro Stunde. Auszubildende erhalten ab Januar 2014 rund 100 Euro mehr, somit zwischen 490 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr und 744 Euro pro Monat im 3. Ausbildungsjahr. Die Laufzeit der Einkommensregelung endet im September 2014. In einem zeitgemäßen Rahmentarifvertrag wird die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 40 Stunden auf 38,5 Stunden bis zum Jahr 2019 bei vollem Lohnausgleich abgesenkt. Im gleichen Zeitraum erhöht sich der Urlaubsanspruch in mehreren Schritten von 25 Arbeitstagen auf 30 Arbeitstage. Innerhalb der Laufzeit wird erstmalig ein zusätzliches Urlaubsgeld bis zur Höhe von 47 Prozent sowie ein anteiliges 13. Monatseinkommen bis zur Höhe von 70 Prozent eines Monatseinkommens, beginnend mit  25 Prozent beziehungsweise 30 Prozent, eingeführt. Außerdem wurde ein Tarifvertrag zur Altersvorsorge abgeschlossen.

Vier aus dem Landesinnungsverband (LIV) des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks HKH Thüringen vor Jahren ausgetretene Innungen haben jetzt die Zeichen der Zeit erkannt und die Tarifbindung mit der IG Metall angestrebt. Das sind die Tischlerinnung Hildburghausen-Meiningen (Schmalkalden), die Innung Holzhandwerk des Kreises Gotha (Gotha), die Tischlerinnung Eisenach (Eisenach) sowie die Tischlerinnung Obereichsfeld (Leinefelde). Bedauerlich bleibt, dass die 16 im LIV HKH Thüringen verbliebenen Innungen weiterhin einen tarifpolitischen Isolationskurs beibehalten.

Am 01. Januar 2014 und am 01. Januar 2015

Mehr Lohn im Elektrohandwerk

Im Elektrohandwerk werden die Tarifverträge der IG Metall seit mehreren Jahres als allgemeinverbindlich erklärt. Das bedeutet, dass alle Betriebe, ob tarifgebunden oder nicht, diese "Mindestlöhne" zahlen müssen.

Zum 01. Januar 2014 erhöhen sich die Mindestlöhne in den neuen Bundesländern und Berlin von 8,85 Euro pro Stunde auf 9,10 Euro pro Stunde. In den alten Bundesländern erhöhen sich die Mindestlöhne von 9,90 Euro auf 10,00 Euro.

Ab 01. Januar 2015 erhöhen sich die Mindestlöhne in den neuen Bundesländern und Berlin dann auf 9,35 Euro und in den alten Bundesländern auf 10,10 Euro. Damit gelingt zugleich eine weitere Angleichung.